Negroni
Drei Zutaten zu gleichen Teilen, mehr ist der Negroni nicht: Gin, Campari und roter Wermut, auf Eis gerührt. Er ist bitter und kräftig, denn im Glas stehen neun Zentiliter reine Spirituosen und kein Tropfen Saft. Genau deshalb lohnt es sich, vorher zu wissen, worauf man sich einlässt.
Zutaten
| 3 cl | Gin |
| 3 cl | Campari |
| 3 cl | Roter Wermut |
| 4 | Große Eiswürfel |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Den Tumbler mit großen Eiswürfeln füllen.
Gin, Campari und roten Wermut direkt ins Glas gießen.
Mit dem Barlöffel etwa zwanzig Sekunden vorsichtig rühren, bis das Glas außen beschlägt.
Eine halbe Orangenscheibe an den Glasrand setzen.
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Warum das funktioniert
Das Verhältnis eins zu eins zu eins ist der ganze Trick: Der Gin bringt Wacholder und Stärke, der Campari die Bitterkeit und die Farbe, der rote Wermut die Süße und die Kräuter, die beides verbinden. Keine Zutat tritt zurück, und keine wird von einer anderen zugedeckt. Gerührt wird er, weil nichts darin ist, das Luft bräuchte.

Was in einen Negroni gehört
Drei Zutaten, je drei Zentiliter, und damit ist das Rezept erzählt: Gin, Campari und roter Wermut.
Jede hat eine Aufgabe, die keine andere übernimmt. Der Gin bringt Wacholder und den größten Teil des Alkohols. Der Campari bringt die Bitterkeit und das Rot. Der rote Wermut bringt Süße und Kräuter und hält die beiden anderen zusammen.
Weil alle drei gleich viel ausmachen, fällt jede Abweichung sofort auf. Wer den Campari knapper bemisst, bekommt keinen milderen Negroni, sondern einen unentschlossenen. Wer mehr Wermut nimmt, bekommt einen süßen.
Wie er schmeckt
Bitter. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern die wichtigste Information auf dieser Seite.
Der Negroni hat nichts, was die Bitterkeit abfedert: keinen Saft, keine Kohlensäure, keinen Zuckersirup. Was der Wermut an Süße mitbringt, reicht gerade, um den Campari erträglich zu machen, nicht um ihn zu verstecken.
Wer ihn zum ersten Mal trinkt, braucht meist zwei oder drei Schlücke, bis sich der Geschmack sortiert. Danach mag man ihn oder eben nicht, und beides ist in Ordnung.
Wenn du ahnst, dass dir das zu herb ist, fang beim Aperol Spritz an. Der geht in dieselbe Richtung, ist aber deutlich milder und länger.

Warum gerührt und nicht geschüttelt
Geschüttelt wird, was Luft braucht oder was sich schwer mischt: Saft, Sahne, Eiweiß, Fruchtpüree. Im Negroni ist nichts davon.
Drei Spirituosen mischen sich von selbst. Schütteln würde nur Luftbläschen einarbeiten, die den Drink trüb machen, und mehr Schmelzwasser hineinbringen als nötig.
Zwanzig Sekunden mit dem Barlöffel reichen. Du merkst am Glas, wann es so weit ist: Sobald es außen beschlägt, ist der Drink kalt genug.
Welcher Gin passt
Ein London Dry mit kräftigem Wacholder. Er muss sich gegen den Campari behaupten, und ein zurückhaltender Gin verschwindet darin spurlos.
Blumige Gins mit Rose oder Lavendel funktionieren schlecht, weil ihre feinen Noten unter der Bitterkeit untergehen. Die teure Flasche hebst du dir also lieber für einen Gin Fizz auf.
Die Stärke zählt hier mehr als sonst. Mit einem 47-prozentigen Gin liegt der Drink spürbar über den 25,8 Prozent, mit denen wir rechnen.
Welcher rote Wermut
Roter Wermut, auch süßer Wermut oder Vermouth Rosso, ist ein aromatisierter Wein mit etwa 15 Prozent. Im Supermarkt steht er bei den Aperitifs, und eine Flasche reicht für zwanzig Negroni.
Für den Anfang tut es die gängige Flasche aus dem Regal. Wer mehr Kräuter und weniger Süße will, greift zu einem Vermouth di Torino, der deutlicher nach Wermutkraut schmeckt.
Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank, verschlossen. Wermut ist Wein und kein Schnaps, er oxidiert also. Verbrauch ihn in den Wochen danach, dann schmeckt er so wie am ersten Tag. Ein Hersteller wie Cocchi nennt dafür einen Monat.
Was Campari ist
Ein italienischer Bitterlikör mit 25 Prozent, kräftig rot und deutlich bitter. Er ist die Zutat, die dem Negroni sein Gesicht gibt.
Der Unterschied zu Aperol ist größer, als die ähnliche Farbe vermuten lässt: Aperol hat 11 Prozent, schmeckt süßer und orangiger, Campari ist herber und mehr als doppelt so stark. Ausführlich steht das beim Aperol Sour.
Eine geöffnete Flasche hält sich bei Zimmertemperatur problemlos, anders als der Wermut. Zucker und Alkohol konservieren sie.
Geht auch Aperol statt Campari?
Ja, und das Ergebnis ist ein anderer, deutlich milderer Drink. Manche nennen ihn Contessa, andere schlicht Negroni mit Aperol.
Er wird süßer, heller und spürbar schwächer: Mit Aperol statt Campari sinkt der Drink von rund 26 auf etwa 21 Prozent.
Als Einstieg ist das ein guter Weg. Wenn dir diese Variante zu brav wird, tausch beim nächsten Mal zurück.
Der Negroni Sbagliato
Sbagliato heißt auf Italienisch „verkehrt“ oder „versehentlich“, und der Name kommt von dem Missgeschick, das ihn erklärt: Statt Gin kommt Schaumwein ins Glas.
Daraus wird ein ganz anderer Drink. Er ist leichter, prickelnd und mit rund zehn Prozent weniger als halb so stark wie das Original. Wer den Negroni mag, aber nicht die Wucht, trinkt diesen.
Er bekommt bei uns eine eigene Seite, weil er ein eigenes Rezept und einen eigenen Namen hat.
Wie stark er ist
Drei Zentiliter Gin mit 37,5 Prozent, drei Zentiliter Campari mit 25 und drei Zentiliter Wermut mit 15 ergeben zusammen 23,3 Milliliter reinen Alkohol. Auf die neun Zentiliter im Rezept gerechnet sind das 25,8 Prozent.
Damit gehört er zu den stärksten der Sammlung, bleibt aber unter der Margarita mit 31,3, der Caipirinha mit 30,0 und dem Zombie mit 28,4 Prozent. Der Whiskey Sour liegt mit 20,0 darunter.
In Gramm sind es 18,3, und bei 11 Gramm je Standardglas, mit denen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rechnet, kommt ein Glas auf 1,7 Standardgläser.
Das Schmelzwasser senkt die Konzentration während des Trinkens, an der Alkoholmenge ändert es nichts. Nach zwanzig Sekunden Rühren liegst du bei etwa 21 Prozent im Glas.
Wie viele Kalorien drin sind
Rund 190 pro Glas, und sie kommen aus allen drei Zutaten.
- 3 cl Gin: etwa 65, allein aus dem Alkohol
- 3 cl Campari: etwa 70, aus Alkohol und Zucker
- 3 cl roter Wermut: etwa 50, überwiegend aus Zucker
Sparen lässt sich hier praktisch nicht, denn jede Zutat ist ein Drittel des Drinks. Wer weniger will, trinkt den Sbagliato oder einen Aperol Spritz.
Für eine Runde vorbereiten
Der Negroni ist der einfachste Drink für Gäste, den es gibt: gleiche Teile, kein Shaker, keine frische Zutat, die verdirbt.
Für zehn Gläser mischst du je 30 Zentiliter Gin, Campari und roten Wermut in einer Karaffe. Das sind neun Zentiliter je Glas, die du auf das Eis gießt.
Diese Mischung hält sich im Kühlschrank mehrere Tage, weil nichts Frisches darin ist. Eis kommt immer erst ins Glas, sonst verwässert die ganze Karaffe.
Eine Orange reicht für acht Gläser, wenn du sie in halbe Scheiben schneidest.
Ohne Alkohol und verwandte Drinks
Ein Negroni ohne Alkohol ist Arbeit, denn alle drei Zutaten müssten ersetzt werden. Machbar ist es mit einem roten Bitter-Aperitif ohne Alkohol, einer alkoholfreien Gin-Alternative und einem entalkoholisierten Wermut. Welche Produkte es gibt und worauf du beim Etikett achtest, steht beim Virgin Cosmopolitan und beim Gin Fizz ohne Alkohol.
Wenn es einfacher sein darf, führen drei Wege weiter:
- Milder und länger ist der Aperol Spritz, den es auch ohne Alkohol gibt
- Mit demselben Gin, aber frisch und spritzig der Gin Fizz
- Lang und auf Eis der Tom Collins
Alles Weitere steht bei den Cocktail-Rezepten.
Häufige Fragen zum Negroni
Was gehört in einen Negroni?
Je 3 cl Gin, Campari und süßer roter Wermut, also gleiche Teile. Gerührt auf Eis im Tumbler, garniert mit einer halben Orangenscheibe.
Warum wird der Negroni gerührt?
Weil nur Spirituosen darin sind. Schütteln brächte Luftbläschen und mehr Schmelzwasser hinein, beides will man hier nicht.
Wie schmeckt ein Negroni?
Bitter und kräftig. Es gibt weder Saft noch Kohlensäure, die das abfedern. Wer es milder mag, fängt beim Aperol Spritz an.
Welcher Gin eignet sich?
Ein London Dry mit kräftigem Wacholder. Blumige Gins gehen unter der Bitterkeit des Campari unter.
Welchen roten Wermut nehme ich?
Eine gängige Flasche aus dem Supermarkt reicht. Ein Vermouth di Torino schmeckt kräuteriger und weniger süß.
Muss Wermut in den Kühlschrank?
Nach dem Öffnen ja, verschlossen. Wermut ist aromatisierter Wein und oxidiert. Verbrauch ihn in den Wochen danach.
Was ist der Unterschied zwischen Campari und Aperol?
Campari hat 25 Prozent und schmeckt deutlich bitterer, Aperol 11 Prozent und süßer. Mit Aperol sinkt der Negroni von rund 26 auf etwa 21 Prozent.
Was ist ein Negroni Sbagliato?
Dieselbe Mischung mit Schaumwein statt Gin. Er ist leichter, prickelnd und mit rund zehn Prozent weniger als halb so stark.
Wie viel Alkohol hat ein Negroni?
25,8 Prozent im Rezept und etwa 21 im Glas, sobald Schmelzwasser dazukommt. Das sind 18,3 Gramm reiner Alkohol oder 1,7 Standardgläser.
Kann ich ihn für Gäste vormischen?
Ja, und das ist hier besonders einfach. Gleiche Teile in eine Karaffe, die hält sich gekühlt mehrere Tage. Eis kommt erst ins Glas.


