Old Fashioned
Vier Zutaten, ein Glas, kein Shaker: Whiskey, ein Würfel Zucker, zwei Spritzer Angostura und etwas Wasser. Der Old Fashioned ist der Drink, bei dem die Spirituose vorne steht, und er wird direkt im Glas gebaut. Wenn du Whiskey magst, ist das dein Rezept.
Zutaten
| 4,5 cl | Bourbon |
| 1 | Würfelzucker |
| 0,2 cl | Angostura |
| 1 cl | Wasser |
| 3 | Große Eiswürfel |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Den Würfelzucker in den Tumbler legen, die Angostura darauf geben und das Wasser dazu.
Mit dem Barlöffel rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und nichts mehr knirscht.
Den Bourbon dazugießen und die großen Eiswürfel ins Glas geben.
Etwa zwanzig Sekunden rühren, bis das Glas außen beschlägt.
Ein Stück Orangenschale über dem Glas zusammendrücken, damit das Öl auf den Drink kommt, und mit einer Cocktailkirsche ins Glas geben.
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Warum das funktioniert
Zucker und Bitter sind hier keine Beigabe, sondern die beiden Hebel, mit denen du den Whiskey einstellst. Der Zucker nimmt ihm die Kanten, die Angostura bringt Kräuter und Gewürz dazu, und das Eis verdünnt ihn langsam auf Trinkstärke. Deshalb schmeckt der erste Schluck anders als der letzte, und deshalb lohnt es sich, ihn langsam zu trinken.

Was in einen Old Fashioned gehört
Vier Zutaten, und jede hat genau eine Aufgabe.
4,5 Zentiliter Whiskey sind der Drink selbst. Bourbon macht ihn weicher und leicht süß, Rye würziger und trockener.
Ein Würfel Zucker nimmt dem Whiskey die Schärfe. Ein Würfel wiegt je nach Packung drei bis vier Gramm, das ist weniger Süße, als du vielleicht erwartest.
Zwei Spritzer Angostura bringen Nelke, Zimt und Enzian dazu. Ohne sie bleibt ein gesüßter Whiskey übrig, mit ihnen wird ein Cocktail daraus.
Ein Zentiliter Wasser löst den Zucker auf. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Schritt, an dem es sonst hängt: In kaltem Alkohol löst sich Zucker kaum.
Dazu kommen drei große Eiswürfel. Je größer sie sind, desto langsamer schmelzen sie, und desto länger bleibt der Drink so, wie du ihn gemischt hast.
Wie er schmeckt
Kräftig, leicht süß und am Ende trocken. Der Whiskey bleibt deutlich erkennbar, denn außer einem Würfel Zucker und ein paar Tropfen Bitter kommt nichts dazu, was ihn verdecken könnte.
Das macht den Old Fashioned zum Gegenstück zu allem, was mit Saft gemixt wird. Hier gibt es keine Frucht und keine Kohlensäure, nur Whiskey, der durch Zucker und Gewürz rund wird.
Er verändert sich außerdem im Glas. Am Anfang ist er stark und konzentriert, nach zehn Minuten hat das Eis ihn verdünnt und die Aromen treten weiter auseinander. Beides ist richtig, und genau deshalb trinkt man ihn in kleinen Schlucken.
Wenn dir das zu pur klingt, ist der Whiskey Sour der freundlichere Einstieg. Derselbe Whiskey, aber mit Zitrone und mehr Zucker.
Würfelzucker oder Zuckersirup
Beides geht, und beides hat seinen Moment.
Der Würfel ist die klassische Variante und braucht ein bisschen Geduld: Zucker, Angostura und Wasser kommen zuerst ins Glas, und du rührst, bis nichts mehr knirscht. Erst danach kommt der Whiskey. Wer das Eis vorher ins Glas gibt, rührt lange und hat am Ende immer noch Zucker am Boden.
Der Sirup ist die schnelle Variante. Ein halber Zentiliter Zuckersirup ersetzt den Würfel, löst sich sofort und bringt dieselbe Menge Süße mit. Dafür brauchst du keinen Extra-Schluck Wasser mehr.
Für Gäste nimm den Sirup. Bei fünf Gläsern hintereinander sparst du damit mehrere Minuten. Wie du ihn ansetzt, steht beim Gin Fizz.

Warum gerührt und nicht geschüttelt
Geschüttelt wird, was Luft braucht oder sich schwer mischt: Saft, Sahne, Eiweiß, Fruchtpüree. Im Old Fashioned ist nichts davon.
Whiskey, aufgelöster Zucker und ein paar Tropfen Bitter verbinden sich von selbst. Schütteln würde den Drink nur trüb machen und mehr Schmelzwasser hineinbringen, als er braucht.
Zwanzig Sekunden mit dem Barlöffel genügen. Wann es reicht, siehst du am Glas: Sobald es außen beschlägt, ist der Drink kalt.
Einen Shaker brauchst du für dieses Rezept also gar nicht. Ein langer Löffel reicht.
Bourbon oder Rye für den Old Fashioned
Die Frage entscheidet, wie süß der Drink wird, und beide Antworten sind richtig.
Bourbon wird überwiegend aus Mais gebrannt und bringt selbst eine weiche, leicht süße Note mit, oft nach Vanille und Karamell. Mit dem Würfel Zucker wird daraus ein runder, zugänglicher Drink. Das ist die Wahl, wenn du den Old Fashioned zum ersten Mal mixt.
Rye hat einen hohen Anteil Roggen und schmeckt würziger, trockener, ein bisschen pfeffrig. Er stellt sich gegen den Zucker, statt mit ihm zu verschmelzen, und ergibt den kantigeren Drink. Wer Bourbon zu süß findet, ist hier richtig.
Worauf du bei der Flasche achtest: mindestens 40 Prozent. Darunter trägt der Whiskey das Eis nicht, und der Drink wird nach fünf Minuten wässrig. Eine teure Flasche braucht es nicht, weil Zucker und Bitter ohnehin mitreden, aber die billigste aus dem Regal schmeckt man heraus.
Scotch funktioniert auch, ergibt aber einen deutlich anderen Drink, besonders mit rauchigen Sorten. Beim Whiskey Sour steht, wie sich die Sorten in einem sauren Drink verhalten, dort gilt eine andere Rechnung.
Was Angostura ist und was sonst geht
Angostura ist ein Kräuterbitter aus Trinidad, der seit 1824 nach demselben Rezept hergestellt wird. Du kennst die kleine Flasche mit dem zu großen Etikett. Mit 44,7 Prozent ist sie hochprozentig, aber davon kommen nur zwei Spritzer in den Drink, also nicht einmal ein halber Zentiliter.
Ein Spritzer ist das, was aus der Flasche kommt, wenn du sie einmal kurz kippst, ungefähr ein halber bis ein Milliliter. Genau abmessen muss man das nicht.
Falls du keine Angostura im Haus hast: ein anderer aromatischer Cocktailbitter ist der nächste Ersatz, die Sorten mit Nelke und Zimt im Profil. Orangenbitter passt auch, macht den Drink aber fruchtiger und weniger würzig.
Was nicht passt, sind Aperitif-Bitter wie Campari oder Aperol. Die sind süß, rot und kommen in Zentilitern ins Glas, nicht in Tropfen. Damit mixt du einen anderen Drink, zum Beispiel einen Negroni.
Ganz ohne Bitter bleibt gesüßter Whiskey mit Eis. Trinkbar, aber kein Old Fashioned.
Orange und Kirsche: an den Rand, nicht ins Glas
Die Garnitur ist hier mehr als Deko, und sie wird oft falsch verstanden.
Was du mit der Orange machst: ein Stück Schale abschneiden, über dem Glas mit der farbigen Seite nach unten zusammendrücken und dann hineinlegen. Dabei spritzt das ätherische Öl aus der Schale auf die Oberfläche, und das riecht man beim ersten Schluck. Das ist der ganze Zweck.
Was du mit ihr nicht machst: sie im Glas zerdrücken. Dann kommen Fruchtfleisch und das Bittere aus der weißen Innenhaut dazu, der Drink wird trüb und süßlich.
Die Cocktailkirsche gehört dazu, sie steht so auch in der klassischen Rezeptur. Sie liegt im Glas und wird am Ende gegessen, zerdrückt wird sie ebenfalls nicht.
In Teilen der USA gibt es eine Variante mit angedrückter Orange und Kirsche, meist mit Brandy statt Whiskey und mit Limonade aufgefüllt. Das ist ein eigenes Getränk mit eigenem Namen und hat mit diesem Rezept wenig zu tun.
Mit Rum statt Whiskey
Der Aufbau funktioniert mit jeder braunen Spirituose, und mit Rum ergibt er einen eigenen, sehr trinkbaren Drink.
Nimm 4,5 Zentiliter dunklen oder goldenen Rum statt des Whiskeys, der Rest bleibt gleich. Weil Rum selbst oft schon süßlich ist, fang mit einem halben Würfel Zucker an und schmeck nach. Bei einem gesüßten Rum kannst du den Zucker auch ganz weglassen.
Statt der Orange passt hier Limettenschale besser, und ein Spritzer Orangenbitter zusätzlich zur Angostura schadet nicht.
Wenn du mehr mit Rum machen willst: der Daiquiri ist die saure Variante aus denselben drei Grundzutaten, und beim Zombie steht ebenfalls Angostura im Rezept.
Wie stark er ist
Mit 33,1 Prozent ist der Old Fashioned nach Rezept der stärkste Drink dieser Sammlung. Er liegt über der Margarita mit 31,3, der Caipirinha mit 30,0 und dem Negroni mit 25,8 Prozent.
Der Grund ist nicht besonders viel Alkohol, sondern besonders wenig von allem anderen: Im Glas stehen 4,5 Zentiliter Whiskey und nur etwa ein Zentiliter Wasser dazu. Kein Saft, kein Sirup in Mengen, keine Kohlensäure.
Deshalb lohnt der zweite Blick. An reinem Alkohol enthält ein Glas 14,9 Gramm, also rund 1,4 Standardgläser, und damit weniger als der Negroni mit 18,3 Gramm. Der hohe Prozentwert sagt, wie konzentriert der Drink ist, nicht wie viel Alkohol du trinkst.
Beim Rühren kommt Schmelzwasser dazu, und damit sinkt der Wert im Glas auf rund 28 Prozent. Nach zehn Minuten mit schmelzendem Eis liegt er noch darunter.
In die Rechnung gehen ein Bourbon mit 40 Prozent und die zwei Spritzer Angostura mit 44,7 Prozent ein. Nimmst du eine Flasche mit 45 oder 50 Prozent, steigt alles entsprechend.
Wie viele Kalorien drin sind
Rund 115 pro Glas, und fast alles davon ist Alkohol.
- 4,5 cl Bourbon: etwa 100
- ein Würfel Zucker: etwa 14
- zwei Spritzer Angostura: unter 1
Sparen lässt sich nur beim Zucker, und das sind 14 Kalorien. Wer weniger will, muss weniger Whiskey nehmen, und dann ist es kein Old Fashioned mehr. Für einen leichteren Abend ist der Tom Collins die bessere Wahl.
Für eine Runde vorbereiten
Der Old Fashioned lässt sich gut vorbereiten, weil nichts Frisches darin ist.
Für zehn Gläser mischst du 45 Zentiliter Bourbon, 5 Zentiliter Zuckersirup und etwa zwanzig Spritzer Angostura in einer Karaffe. Nimm hier den Sirup statt der Würfel, sonst rührst du zehnmal einzeln. Das Wasser brauchst du dann nicht mehr.
Die Mischung hält sich im Kühlschrank mehrere Tage. Eis kommt immer erst ins Glas, sonst verwässert die ganze Karaffe. Pro Glas gießt du etwa fünf Zentiliter auf drei große Eiswürfel.
Eine Orange reicht für zehn Gläser, wenn du die Schale in Streifen schneidest. Die Kirschen kommen aus dem Glas.
Ohne Alkohol und verwandte Drinks
Für einen Old Fashioned ohne Alkohol müsste der Whiskey ersetzt werden, und genau darauf läuft der ganze Drink zu. Es gibt alkoholfreie Whiskey-Alternativen, die Richtung Eiche und Vanille gehen, und mit Zucker, einem alkoholfreien Bitter und Orangenschale kommt etwas Trinkbares dabei heraus. An den Original-Geschmack reicht es nicht heran, deswegen haben wir dafür keine eigene Seite.
Wenn du etwas ohne Alkohol suchst, das für sich funktioniert, nimm lieber einen Drink, der von Anfang an ohne gedacht ist. Die alkoholfreien Cocktails stehen alle in der Übersicht.
Verwandt sind der Whiskey Sour mit demselben Whiskey und Zitrone, der Negroni als zweiter gerührter Drink mit Bitterkeit, und der Espresso Martini, wenn es abends noch etwas Kräftiges sein soll.
Häufige Fragen zum Old Fashioned
Was gehört in einen Old Fashioned?
4,5 cl Bourbon oder Rye, ein Würfel Zucker, zwei Spritzer Angostura und ein Zentiliter Wasser, im Tumbler auf großen Eiswürfeln gerührt.
Bourbon oder Rye, was ist besser?
Bourbon ist weicher und leicht süß, Rye würziger und trockener. Für den ersten Old Fashioned nimm Bourbon, wer es kantiger mag, nimmt Rye.
Würfelzucker oder Zuckersirup?
Beides geht. Der Würfel ist klassisch und braucht Rühren, bis nichts mehr knirscht. Ein halber Zentiliter Sirup ersetzt ihn und löst sich sofort.
Was ist Angostura?
Ein Kräuterbitter aus Trinidad mit 44,7 Prozent, der nach Nelke, Zimt und Enzian schmeckt. In den Drink kommen nur zwei Spritzer.
Kann ich Angostura ersetzen?
Ja, durch einen anderen aromatischen Cocktailbitter. Orangenbitter geht auch, macht den Drink fruchtiger. Campari oder Aperol passen nicht, die sind süß und kommen in Zentilitern ins Glas.
Warum wird der Old Fashioned gerührt?
Weil nichts darin ist, das Luft braucht. Schütteln macht ihn trüb und bringt mehr Schmelzwasser hinein als nötig.
Gehören Orange und Kirsche ins Glas?
Hinein ja, zerdrückt nein. Die Orangenschale wird über dem Glas zusammengedrückt, damit das Öl auf den Drink kommt, die Kirsche liegt im Glas und wird am Ende gegessen.
Wie viel Alkohol hat ein Old Fashioned?
33,1 Prozent nach Rezept und rund 28 im Glas, sobald Schmelzwasser dazukommt. Das sind 14,9 Gramm reiner Alkohol oder etwa 1,4 Standardgläser.
Geht der Old Fashioned mit Rum?
Ja, mit 4,5 cl dunklem oder goldenem Rum. Weil Rum süßlicher ist, fang mit einem halben Würfel Zucker an und schmeck nach.
Kann ich ihn für Gäste vormischen?
Ja. Bourbon, Zuckersirup und Angostura in eine Karaffe, das hält sich gekühlt mehrere Tage. Eis kommt erst ins Glas.


