Gin Fizz
Ein hohes schmales Glas, von außen beschlagen, darin etwas Blassgelbes mit feiner Schaumdecke und einem kurzen Zischen: Der Gin Fizz braucht vier Zutaten, drei Minuten und ein Glas ohne Eis. Das überrascht die meisten, und es hat einen guten Grund.
Zutaten
| 4,5 cl | Gin |
| 3 cl | Frisch gepresster Zitronensaft |
| 1 cl | Zuckersirup |
| 3 cl | Sodawasser |
| 6 | Eiswürfel |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Gin, Zitronensaft und Zuckersirup mit Eis in den Shaker geben.
Kräftig schütteln.
Durch ein Sieb in ein hohes, schmales Glas gießen, ohne Eis.
Mit einem Schuss Sodawasser auffüllen und mit einer Zitronenscheibe garnieren.
Für den Gin Fizz brauchst du nicht viel. Das hier hilft:
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Was in einen Gin Fizz gehört
Vier Zutaten, mehr ist es nicht: Gin, frisch gepresster Zitronensaft, ein Schuss Zuckersirup und zum Schluss etwas Soda. Die Mengen sind 4,5 zu 3 zu 1, und dieses Verhältnis macht den Drink aus.
Die Zitrone muss frisch sein. Saft aus der Flasche schmeckt flach, und bei drei Zentilitern auf ein kleines Glas fällt das sofort auf. Eine Zitrone reicht ungefähr für ein Glas.
Das Soda ist ein Schuss und keine Füllung. Drei Zentiliter obendrauf, mehr nicht, sonst wird aus dem kurzen Drink ein langer und der Gin verschwindet.
Warum er ohne Eis ins Glas kommt
Gekühlt wird im Shaker. Wenn du kräftig schüttelst, kommt der Drink kalt heraus, und genau so wandert er ins Glas: durch ein Sieb, ohne Eis.
Das ist keine Marotte, sondern steht so in der offiziellen Rezeptur der International Bartenders Association, die den Gin Fizz zu ihren Klassikern zählt. Dort heißt es ausdrücklich, er werde ohne Eis serviert, und zwar in einem hohen schmalen Glas.
Dahinter steckt die Art, wie du ihn trinkst. Ein Fizz ist klein und soll zügig ausgetrunken werden, solange die Kohlensäure noch da ist. Eiswürfel bräuchte er nur, wenn er lange stehen soll, und dann wäre er ein anderer Drink.
Welcher Gin passt
Ein wacholderbetonter London Dry ist die klassische Wahl. Er bringt die kräftige Wacholdernote mit, die sich gegen Zitrone und Zucker behauptet, und davon steht in fast jedem Haushalt eine Flasche.
Andere Gin-Sorten funktionieren genauso, sie verschieben nur den Geschmack. Ein blumiger Gin mit Rose oder Lavendel macht den Fizz weicher und parfümierter, ein zitruslastiger verstärkt die Richtung, die ohnehin da ist. Probier es aus, wenn du mehrere im Schrank hast.
Die IBA schreibt übrigens nur Gin vor und keine bestimmte Sorte. Du kannst also nichts falsch machen.

Zuckersirup selber machen
Zuckersirup ist nichts weiter als gelöster Zucker, und genau deshalb lohnt es sich, ihn selbst zu kochen. Im Drink löst er sich sofort, während Kristallzucker im eiskalten Shaker am Boden liegen bleibt.
So geht es:
- Gleich viel Zucker wie Wasser abwiegen, zum Beispiel 200 g und 200 ml
- Beides zusammen erwärmen und rühren, bis die Flüssigkeit klar ist
- Heiß in eine saubere Flasche füllen und verschließen
- Abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen
Auf die saubere Flasche kommt es an, denn der Sirup hält sich nur so lange, wie nichts hineingerät. Gekühlt und verschlossen bleibt er mehrere Wochen gut. Wird er trüb oder riecht er gärig, setz neuen an.
Wer ihn länger lagern will, nimmt zwei Teile Zucker auf einen Teil Wasser. Der Sirup wird dann dickflüssiger und deutlich süßer, deshalb brauchst du im Drink nur die halbe Menge.
Fizz, Sour und Collins
Diese drei Namen begegnen dir ständig, und sie beschreiben dieselbe Grundidee in drei Größen. Darunter liegt immer das Gleiche: eine Spirituose, etwas Saures, etwas Süßes.
Der Sour ist die Grundform, also Gin, Zitrone und Zucker, geschüttelt und ohne alles andere. Der Fizz ist derselbe Drink mit einem Schuss Soda obendrauf. Der Collins ist die lange Variante mit deutlich mehr Soda, serviert auf Eis im großen Glas.
Wer das einmal verstanden hat, braucht für die nächsten zwanzig Cocktailnamen kein neues Rezept mehr.
Ohne Soda ist es ein Gin Sour
Lass das Soda weg, und du hast einen Gin Sour im Glas. Mehr ist dafür nicht zu tun.
Er schmeckt dichter und runder, weil die Kohlensäure fehlt, die den Fizz leicht und spritzig macht. Dafür tritt der Gin deutlicher hervor. Serviert wird er je nach Haus in der Cocktailschale oder auf Eis im niedrigen Glas, da gibt es keine feste Regel.
Viele Rezepte nehmen für den Sour etwas mehr Gin und etwas mehr Zucker als für den Fizz. Wenn du bei unseren Mengen bleibst, bekommst du einen schlanken Sour, und das ist ein guter Anfang.
Der Unterschied zum Tom Collins
Der Tom Collins sieht aus wie ein Gin Fizz, der in ein größeres Glas umgezogen ist, und so ähnlich ist er auch. Drei Dinge sind anders.
Er bekommt 6 Zentiliter Soda statt drei, also doppelt so viel. Er bekommt mit 1,5 Zentilitern etwas mehr Zuckersirup, weil die größere Menge Soda sonst dünn schmeckt. Und er wird auf Eis im hohen Glas serviert, nicht ohne.
Dazu kommt eine Zutat, die kaum jemand kennt: Zum klassischen Tom Collins gehört Old Tom Gin, eine leicht gesüßte Gin-Sorte aus dem neunzehnten Jahrhundert. Es gibt sie wieder zu kaufen, und daher hat der Drink seinen Namen. Mit London Dry schmeckt er trotzdem gut, dann eben etwas trockener.

Ramos Gin Fizz, die aufwendige Variante
Das ist der berühmteste Verwandte und der einzige Drink in dieser Sammlung, bei dem dir der Arm weh tut. Dafür steht am Ende eine Schaumkrone im Glas, die weit über den Rand hinausragt und von allein stehen bleibt.
Für ein Glas brauchst du 4,5 cl Gin, je 1,5 cl Zitronen- und Limettensaft, 3 cl Zuckersirup, 6 cl Sahne, 3 cl Eiweiß, drei Spritzer Orangenblütenwasser und zwei Tropfen Vanilleextrakt. Soda kommt zum Schluss dazu.
Geschüttelt wird in zwei Durchgängen: erst zwei Minuten mit Eis, dann doppelt abseihen, alles zurück in den Shaker und eine weitere Minute ohne Eis. Danach ins hohe Glas und mit Soda auffüllen, bis der Schaum sich hebt.
Die Legende sagt, in New Orleans hätten die Barkeeper zwölf Minuten geschüttelt und die Shaker dafür durchgereicht. Nachprüfen lässt sich das nicht, und für zu Hause reichen die drei Minuten oben völlig.
Sloe Gin Fizz
Sloe Gin ist kein Gin, sondern ein Likör aus Schlehen auf Gin-Basis. Er ist dunkelrot, deutlich süßer und schwächer als London Dry, der Plymouth zum Beispiel hat 26 Prozent.
Im Fizz tauschst du ihn einfach gegen den Gin aus, Menge bleibt. Dass der Drink dadurch leichter wird, ist kein Mangel, sondern der Reiz an dieser Variante.
Beim Zuckersirup hältst du dich erst einmal zurück. Der Likör bringt schon reichlich Süße mit, deshalb lässt du den Sirup zunächst weg, probierst und gibst bei Bedarf einen halben Zentiliter dazu. Je nach Marke schmeckt Sloe Gin sehr unterschiedlich.
Silver Fizz mit Eiweiß
Ein Löffel Eiweiß im Shaker, und aus dem Fizz wird ein Silver Fizz: cremiger im Mund, mit einer feinen weißen Schaumschicht obendrauf. Geschmacklich ändert sich wenig, das Gefühl im Glas dagegen deutlich.
Nimm dafür pasteurisiertes Eiweiß aus der Flasche oder als Pulver. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, rohes Ei in Speisen zu verwenden, die nicht mehr erhitzt werden, und ein Cocktail wird nun einmal nicht gekocht. Gin und Zitronensaft ändern daran nichts.
Pasteurisiertes Eiweiß gibt es im Supermarkt neben den Eiern und im Backbedarf. Es schäumt genauso gut, und du musst keine halben Eier übrig behalten.
Wie stark er ist
Mit 4,5 Zentilitern Gin kommt ein Gin Fizz auf rund 13 Gramm reinen Alkohol. Gerechnet mit 11 Gramm je Standardglas, wie es die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ansetzt, sind das 1,2 Standardgläser.
Auf die 115 Milliliter im Glas gerechnet sind das 14,7 Prozent, also etwa so viel wie Wein. Dabei rechnen wir mit dem gesetzlichen Mindestgehalt für Gin von 37,5 Prozent. Mit einem kräftigen 47er liegst du bei gut 18 Prozent im Glas.
Das Schmelzwasser aus dem Shaker senkt den Wert noch einmal, an der Alkoholmenge ändert es nichts. Zum Vergleich: Der Daiquiri liegt bei 1,7 Standardgläsern, der Mai Tai bei 2,2.
Wie viele Kalorien drin sind
Rund 120 pro Glas, und sie kommen fast nur aus dem Gin. Alkohol liefert 7 Kilokalorien je Gramm, bei 13 Gramm sind das etwa 93.
Der Zuckersirup steuert ungefähr 20 bei, der Zitronensaft eine Handvoll, das Soda nichts. Wer sparen will, hat also wenig Spielraum, solange der Gin drin bleibt.
Damit liegt der Fizz im unteren Drittel dieser Sammlung. Eine Piña Colada bringt es auf ein Vielfaches.
Für eine Runde vorbereiten
Alles außer dem Soda lässt sich vormischen. Für zehn Gläser brauchst du 45 cl Gin, 30 cl frisch gepressten Zitronensaft und 10 cl Zuckersirup. Rechne mit etwa neun Zitronen, je nach Größe und Saftigkeit.
Diese Mischung stellst du kalt und schüttelst sie portionsweise mit Eis. Das Soda kommt immer erst im Glas dazu, sonst ist die Kohlensäure weg, bevor der erste Gast etwas davon hat.
Die Gläser stellst du rechtzeitig ins Gefrierfach. Bei einem Drink ohne Eis ist das kein Beiwerk, sondern der halbe Trick. Zehn schmale Gläser passen dort meist nebeneinander.
Woher der Fizz kommt
Gedruckt steht der Fizz zum ersten Mal 1876, in der zweiten Ausgabe von Jerry Thomas' Barbuch. Thomas gilt als der erste Barkeeper, der sein Handwerk überhaupt aufgeschrieben hat.
Erfunden hat er ihn vermutlich nicht. Der Cocktailhistoriker David Wondrich hält es für wahrscheinlich, dass der Fizz aus dem Collins hervorging und nicht umgekehrt, also aus dem langen Drink der kurze wurde.
Seine große Zeit hatte er um 1900, als in New Orleans ganze Bars nichts anderes ausschenkten. Von dort stammt auch der Ramos.
Gin Fizz ohne Alkohol
Zitrone, Zucker und Soda ergeben auch ohne Gin einen richtigen Drink, und mit alkoholfreiem Gin kommt sogar der Wacholder zurück.
Das Rezept steht beim Gin Fizz alkoholfrei, zusammen mit dem Hinweis, worauf du bei solchen Flaschen achtest.
Häufige Fragen zum Gin Fizz
Warum kommt der Gin Fizz ohne Eis ins Glas?
Weil er im Shaker schon gekühlt wurde. Die IBA schreibt ihn ausdrücklich ohne Eis vor, serviert in einem hohen schmalen Glas.
Welcher Gin passt am besten?
Ein wacholderbetonter London Dry ist die klassische Wahl. Andere Sorten funktionieren auch, sie verschieben nur den Geschmack.
Was ist der Unterschied zum Tom Collins?
Der Collins bekommt doppelt so viel Soda, etwas mehr Zuckersirup und wird auf Eis serviert. Klassisch gehört außerdem Old Tom Gin hinein, ein leicht gesüßter Gin.
Was ist der Unterschied zum Gin Sour?
Der Sour ist derselbe Drink ohne Soda. Er schmeckt dichter, weil die Kohlensäure fehlt, und der Gin tritt deutlicher hervor.
Wie mache ich Zuckersirup selbst?
Gleich viel Zucker wie Wasser erwärmen, bis die Flüssigkeit klar ist, und heiß in eine saubere Flasche füllen. Gekühlt hält er sich mehrere Wochen.
Was ist ein Ramos Gin Fizz?
Die aufwendige Variante mit Sahne, Eiweiß und Orangenblütenwasser. Sie wird zwei Minuten mit Eis und eine Minute ohne Eis geschüttelt und bekommt dadurch ihre hohe Schaumkrone.
Kann ich rohes Eiweiß verwenden?
Besser nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät von rohem Ei in Speisen ab, die nicht mehr erhitzt werden. Pasteurisiertes Eiweiß aus der Flasche schäumt genauso gut.
Wie stark ist ein Gin Fizz?
Rund 13 Gramm reiner Alkohol, also etwa 1,2 Standardgläser. Auf das Glas gerechnet sind das 14,7 Prozent, gerechnet mit dem Mindestgehalt von 37,5 Prozent.
Wie viele Kalorien hat ein Gin Fizz?
Rund 120 pro Glas, davon etwa 93 aus dem Gin. Der Zuckersirup steuert ungefähr 20 bei.
Geht der Gin Fizz auch ohne Alkohol?
Ja, mit alkoholfreiem Gin oder ganz ohne. Ohne ihn wird daraus ein spritziger Zitronendrink.


