Whiskey Sour
Bourbon, Zitrone, Zucker: Der Whiskey Sour ist der Beweis, dass drei Zutaten reichen, wenn die Verhältnisse stimmen. Geschrieben wird er mit und ohne e, gemeint ist derselbe Drink. Und die eine Frage, an der sich alles entscheidet, lautet: mit Eiweiß oder ohne?
Zutaten
| 4,5 cl | Bourbon |
| 2,5 cl | Frisch gepresster Zitronensaft |
| 2 cl | Zuckersirup |
| 6 | Eiswürfel |
| 2 | Große Eiswürfel |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Bourbon, Zitronensaft und Zuckersirup mit sechs Eiswürfeln in den Shaker geben.
Kräftig schütteln, bis der Shaker außen beschlägt.
Zwei große Eiswürfel in den Tumbler geben.
Den Drink durch ein Sieb darüber abseihen.
Eine halbe Orangenscheibe und eine Cocktailkirsche auflegen.
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Warum das funktioniert
Ein Sour ist die Grundform, aus der ein gutes Dutzend Cocktails hervorgeht: eine Spirituose, etwas Saures, etwas Süßes. Beim Whiskey Sour trägt der Bourbon mit seinen Vanille- und Karamellnoten, die Zitrone hält dagegen, und der Zuckersirup fängt die Säure so weit ab, dass beides nebeneinander Platz hat. Das Eiweiß ist optional und ändert nicht den Geschmack, sondern das Gefühl im Mund.

Was in einen Whiskey Sour gehört
Drei Zutaten: 4,5 Zentiliter Bourbon, 2,5 Zentiliter frisch gepresster Zitronensaft und 2 Zentiliter Zuckersirup. So steht es bei der International Bartenders Association, und mehr braucht der Drink nicht.
Ob du ihn Whiskey Sour oder Whisky Sour schreibst, macht keinen Unterschied. Das e gehört zur amerikanischen und irischen Schreibweise, und weil hier Bourbon im Glas steht, schreiben wir ihn mit e.
Serviert wird er im Tumbler auf zwei großen Eiswürfeln. Große schmelzen langsamer als viele kleine, und bei einem Drink aus nur neun Zentilitern fällt jedes Milliliter Schmelzwasser auf.
Sour, Fizz und Collins
Diese drei Namen beschreiben dieselbe Grundidee in drei Größen, und wer sie einmal verstanden hat, braucht für die nächsten zwanzig Cocktailnamen kein neues Rezept.
Der Sour ist die Grundform: Spirituose, Saures, Süßes, geschüttelt. Der Fizz ist derselbe Drink mit einem Schuss Soda obendrauf. Der Collins ist die lange Variante mit viel Soda auf Eis im hohen Glas.
Mit Gin statt Bourbon steht der Gin Fizz am anderen Ende, dazwischen liegt der Tom Collins. Und mit Aperol statt Whisky wird daraus der Aperol Sour, der milder ausfällt.
Welcher Whisky passt
Bourbon ist die klassische Wahl und der Grund, warum der Drink so schmeckt, wie man ihn kennt. Er wird überwiegend aus Mais gebrannt und in frisch ausgebrannten Eichenfässern gelagert, und daher kommen die Vanille- und Karamellnoten, die gegen die Zitrone antreten.
Rye macht den Drink würziger und pfeffriger. Wenn dir der Bourbon zu rund ist, ist das die interessantere Richtung.
Ein torfiger Scotch macht daraus einen ganz anderen Drink, rauchig und sperrig. Das muss man mögen, aber wer Rauch mag, sollte es einmal probieren. Für den ersten Versuch nimm trotzdem Bourbon.

Mit oder ohne Eiweiß
Das ist die Frage, die bei diesem Drink am häufigsten gestellt wird, und beide Antworten sind richtig.
Ohne Eiweiß bekommst du einen klaren, direkten Drink. Die Zitrone steht vorn, der Bourbon dahinter, und nach dem ersten Schluck weißt du, woran du bist. So steht er auch bei der IBA, dort ist das Eiweiß ausdrücklich optional.
Mit Eiweiß legt sich eine feine Schaumkrone auf den Drink. Am Geschmack ändert das wenig, am Gefühl im Mund viel: Er wirkt runder und voller, und die Säure kommt weicher an als sie ist.
Wenn du es zum ersten Mal machst, mix beide nacheinander und probier sie nebeneinander. Der Unterschied ist größer, als eine Zutat vermuten lässt, die man kaum schmeckt.
Wie viel Eiweiß und wie du schüttelst
Nimm 1,5 Zentiliter, das ist etwa ein halbes Eiweiß. Weniger bringt kaum Schaum, mehr macht den Drink teigig.
Geschüttelt wird in zwei Durchgängen:
1. Ohne Eis alle Zutaten zusammen 15 Sekunden kräftig schütteln. Das schlägt das Eiweiß auf, und nur so wird der Schaum dicht 2. Mit Eis noch einmal 15 Sekunden, bis der Shaker außen beschlägt. Das kühlt und verdünnt
Ohne den ersten Durchgang bleibt der Schaum dünn und fällt nach einer Minute zusammen. Wer ohne tierisches Eiweiß auskommen will, nimmt 2 Zentiliter Aquafaba, also die Flüssigkeit aus dem Kichererbsenglas. Sie schlägt sich fast genauso auf und schmeckt im fertigen Drink nicht durch.
Was du beim rohen Ei beachtest
Rohes Eiweiß kann Salmonellen enthalten, deshalb lohnt hier ein klarer Blick statt einer Faustregel.
Die sichere Wahl ist pasteurisiertes Eiweiß aus dem Kühlregal. Es schlägt sich genauso auf, ist kühl zu lagern und nach dem Öffnen zügig zu verbrauchen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, rohe Eier für Speisen zu verwenden, die nicht mehr erhitzt werden. Besonders gilt das für Kinder, ältere Menschen, Schwangere und alle mit geschwächter Abwehr.
Wenn du Gäste hast und nicht nachfragen willst, wer dazugehört: Aquafaba löst die Frage, und niemand merkt den Unterschied.
Zuckersirup selber machen
Zwei Zentiliter Sirup klingen nach wenig, sie entscheiden aber darüber, ob der Drink ausgewogen schmeckt oder sauer. Deshalb lohnt es sich zu wissen, was drin ist.
Wir rechnen mit Zucker und Wasser zu gleichen Teilen. Erwärm beides, bis die Flüssigkeit klar ist, und füll sie heiß in eine saubere Flasche. Gekühlt hält sich der Sirup mehrere Wochen, und du siehst sofort, wenn er trüb wird.
Ein gekaufter Sirup ist oft dicker angesetzt und damit süßer. Wenn dein Drink mit zwei Zentilitern zu süß wird, liegt es meistens daran, und dann gehst du auf anderthalb zurück.
Warum frischer Zitronensaft
Bei einem Drink aus drei Zutaten gibt es keinen Ort, an dem sich Saft aus der Flasche verstecken könnte. Er schmeckt flach und leicht bitter, und das zieht sich durch das ganze Glas.
Eine Zitrone gibt je nach Größe drei bis vier Zentiliter, eine reicht also für ein Glas mit etwas Überschuss. Roll sie vorher mit der Handfläche über die Arbeitsplatte, dann bekommst du spürbar mehr heraus.
Press sie außerdem erst kurz vor dem Mixen aus. Frisch gepresster Saft verliert innerhalb weniger Stunden an Frische, und genau die ist hier die halbe Miete.
Wie stark er ist
4,5 Zentiliter Bourbon mit 40 Prozent ergeben 18 Milliliter reinen Alkohol. Auf die neun Zentiliter aus dem Rezept gerechnet sind das 20 Prozent, und mit dieser Zahl rechnet auch die Anzeige oben.
Im Glas liegt der Wert darunter. Beim Schütteln kommt Schmelzwasser dazu, und damit landest du bei rund 16 Prozent. Während die großen Würfel im Glas schmelzen, sinkt er weiter.
In Gramm sind es 14,2, und bei 11 Gramm je Standardglas, mit denen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rechnet, kommt ein Glas auf 1,3 Standardgläser. Bourbon muss nach amerikanischem Recht mit mindestens 40 Prozent abgefüllt werden, mit einer stärkeren Flasche liegst du entsprechend höher.
Wie viele Kalorien drin sind
Rund 155 pro Glas, und sie verteilen sich auf zwei Zutaten.
- 4,5 cl Bourbon: etwa 99 Kilokalorien, die allein aus dem Alkohol kommen
- 2 cl Zuckersirup: etwa 40
- Zitronensaft: eine Handvoll
Mit Eiweiß kommen etwa acht dazu. Sparen lässt sich nur beim Sirup, und das merkt man sofort, weil die Zitrone dann allein dasteht.
Für eine Runde vorbereiten
Für zehn Gläser brauchst du 45 Zentiliter Bourbon, 25 Zentiliter Zitronensaft, 20 Zentiliter Zuckersirup, acht Zitronen und gut ein Kilo Eis.
Vormischen lassen sich alle drei Zutaten, und zwar Stunden vorher. Stell die Mischung kalt und schüttle sie portionsweise, höchstens zwei Gläser auf einmal. Ein voller Shaker kühlt ungleichmäßig.
Mit Eiweiß funktioniert das Vormischen nicht. Das kommt immer frisch in den Shaker, sonst fällt der Schaum aus.
Verwandte Drinks
Der Sour ist eine Familie, und die nächsten Verwandten stehen schon bei uns.
- Milder und bittersüß ist der Aperol Sour, den es auch ohne Alkohol gibt
- Mit Gin und einem Schuss Soda wird daraus der Gin Fizz
- Lang und auf Eis der Tom Collins
Der bekannteste Verwandte fehlt uns noch: der Amaretto Sour, bei dem Mandellikör den Whisky ersetzt. Ohne Alkohol wird der Whiskey Sour übrigens schwierig, weil Bourbon den ganzen Drink trägt. Wer in diese Richtung sucht, findet beim Aperol Sour ohne Alkohol den nächsten Treffer.
Häufige Fragen zum Whiskey Sour
Was gehört in einen Whiskey Sour?
4,5 cl Bourbon, 2,5 cl frisch gepresster Zitronensaft und 2 cl Zuckersirup, geschüttelt und auf Eis im Tumbler serviert.
Whiskey Sour oder Whisky Sour?
Beides meint denselben Drink. Das e gehört zur amerikanischen und irischen Schreibweise, und weil Bourbon im Glas steht, schreiben wir ihn mit e.
Mit oder ohne Eiweiß?
Beides ist richtig. Ohne Eiweiß ist er klar und direkt, mit Eiweiß bekommt er eine Schaumkrone und wirkt runder. Die IBA führt es als optional.
Wie viel Eiweiß kommt hinein?
1,5 cl, also etwa ein halbes Eiweiß. Erst ohne Eis 15 Sekunden schütteln, dann mit Eis noch einmal 15 Sekunden.
Geht es auch ohne rohes Ei?
Ja. Nimm pasteurisiertes Eiweiß oder 2 cl Aquafaba aus dem Kichererbsenglas. Beides schlägt sich auf und schmeckt nicht durch.
Welcher Whisky passt am besten?
Bourbon ist die klassische Wahl, Rye macht ihn würziger. Ein torfiger Scotch ergibt einen rauchigen Drink, den man mögen muss.
Wie viel Alkohol hat ein Whiskey Sour?
20 Prozent aus dem Rezept und rund 16 im Glas, sobald das Schmelzwasser dazukommt. Das sind 14,2 Gramm reiner Alkohol oder 1,3 Standardgläser.
Wie viele Kalorien hat er?
Rund 155, davon 99 aus dem Bourbon und 40 aus dem Zuckersirup.
Kann ich ihn für Gäste vormischen?
Bourbon, Zitronensaft und Sirup ja, Stunden vorher. Mit Eiweiß geht es nicht, das kommt immer frisch in den Shaker.
Gibt es den Whiskey Sour auch alkoholfrei?
Nicht als eigenes Rezept. Bourbon trägt den ganzen Drink, und ohne ihn bleibt Zitrone mit Zucker. Wer in die Richtung sucht, probiert den Aperol Sour ohne Alkohol.


