6,3 % Vol. 0,5 Standardgläser Cocktailschale (20 cl)

Aperol Sour

Der Aperol Sour ist der Spritz für alle, denen der Spritz zu süß ist. Statt Prosecco kommen Zitronensaft und Zuckersirup ins Glas, geschüttelt statt aufgegossen, und was dabei herauskommt, ist herber und deutlich kälter als das Original von der Terrasse. Wer die Schaumkrone aus der Bar will, braucht dafür eine Zutat mehr.

Aperol Sour als Illustration

Zutaten

Für 1 Glas · Cocktailschale (20 cl)
6 cl Aperol
3 cl Frisch gepresster Zitronensaft
1,5 cl Zuckersirup
6 Eiswürfel für den Shaker, etwa 150 g

Garnitur: Streifen Orangenschale

Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.

So wird er gemixt

1

Aperol, Zitronensaft und Zuckersirup mit Eis in den Shaker geben.

2

Kräftig schütteln, bis der Shaker außen beschlägt.

3

Durch ein Sieb in die vorgekühlte Cocktailschale gießen.

4

Mit einem Streifen Orangenschale garnieren.

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Das Verhältnis 6 zu 3 zu 1,5

Jeder Sour folgt derselben Rechnung: viel von der Basis, halb so viel Säure, halb so viel Süße. Beim Aperol Sour sind das 6 cl Aperol, 3 cl Zitronensaft und 1,5 cl Zuckersirup.

Aperol bringt selbst schon Süße mit, deshalb bleibt es bei den anderthalb Zentilitern Sirup. Mehr, und der Drink kippt ins Klebrige.

Aperol Sour oder Aperol Spritz

Beide bestehen zu zwei Dritteln aus demselben Bitter, trotzdem sind es zwei verschiedene Drinks.

Im Spritz kommen Prosecco und ein Schuss Sodawasser dazu, das macht ihn spritzig, süßer und länger. Er steht im großen Weinglas und wird über eine Stunde getrunken. Der Sour wird geschüttelt, kommt ohne Kohlensäure aus und steht in der kleinen Schale, weil er in zehn Minuten leer ist.

Geschmacklich ist der Sour säurebetonter. Die 3 cl Zitronensaft schneiden durch die Süße des Aperol, und was bleibt, ist die bittere Orangennote. Wer den Aperol Spritz mag, ihn aber zu limonadig findet, ist hier richtig.

Aperol Sour in der Cocktailschale mit Schaumkrone und Orangenzeste, daneben ein Shaker

Der Schaum: mit Eiweiß

Die feine Krone, die man von Sours aus der Bar kennt, kommt vom Eiweiß. Es schmeckt man nicht, es macht den Drink nur samtiger und hält die Aromen länger oben.

Du brauchst dafür das Eiweiß eines Eis, etwa 3 cl, und einen zusätzlichen Handgriff: Erst schüttelst du alles ohne Eis, zwanzig Sekunden lang, damit das Eiweiß aufschlägt. Dann kommt das Eis dazu und du schüttelst ein zweites Mal, bis der Shaker außen beschlägt.

In der Bar heißt das Dry Shake, und ohne ihn bleibt der Schaum aus. Gibst du Eiweiß und Eis zusammen in den Shaker, kühlt alles zu schnell herunter und das Eiweiß schlägt nicht mehr auf.

Vegan mit Aquafaba

Aquafaba ist das Wasser aus der Kichererbsendose, und es schäumt genauso wie Eiweiß. Du nimmst davon 1,5 bis 2 cl und gehst beim Schütteln genauso vor, erst ohne Eis, dann mit.

Geschmacklich merkt man nichts davon, solange du ungesalzene Kichererbsen nimmst. Bei gesalzenen schmeckt der Drink hinterher leicht nach Hülsenfrucht.

Der Rest der Dose hält sich im Kühlschrank drei Tage, und einfrieren geht auch. In Eiswürfelform portioniert hast du für die nächsten Runden immer etwas da.

Was beim rohen Ei zu beachten ist

Rohes Eiweiß ist der Grund, warum viele Bars inzwischen auf Aquafaba umgestiegen sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät bei Speisen mit rohem Ei zur Vorsicht, weil sich Salmonellen darin vermehren können.

Für eine Party heißt das: pasteurisiertes Eiweiß aus dem Kühlregal nehmen, dann ist die Frage vom Tisch. Es schäumt genauso und kostet wenig.

Wenn du frische Eier nimmst, achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, arbeite sauber und servier den Drink sofort. Stehen lassen solltest du ihn nicht, und für Schwangere, kleine Kinder und ältere Gäste nimmst du besser gleich Aquafaba.

Zuckersirup und was ihn ersetzt

Kein Sirup im Haus? Dann nimm Puderzucker, etwa einen gestrichenen Teelöffel je Glas. Er löst sich im Shaker schneller als Kristallzucker, der am Boden liegen bleibt.

Ahornsirup oder Agavendicksaft funktionieren ebenfalls, bringen aber ihren eigenen Geschmack mit. Beim Aperol Sour fällt das auf, weil der Drink nur drei Zutaten hat.

Ganz ohne Süße wird er scharf. Die 3 cl Zitronensaft brauchen ein Gegengewicht, sonst schmeckt nur noch die Säure durch.

Welches Glas passt

Eine Cocktailschale mit 20 cl. Im Glas landen rund 105 Milliliter, der Rest ist Luft, und beim Schaum ist das wichtig: Er braucht Platz, um sich oben abzusetzen.

Stell die Schale zehn Minuten vorher ins Gefrierfach. Der Drink kommt ohne Eis ins Glas, es gibt dort also nichts mehr, was ihn kühlt.

Ein Tumbler geht auch, dann allerdings mit Eis. Der Schaum fällt darin schneller zusammen, weil die Oberfläche kleiner ist.

Wie stark er ist

Aperol hat 11 % Vol., und das ist für einen Bitter wenig. Im Glas landet der Drink bei 6,3 % Vol. gerechnet, nach dem Schütteln sind es ungefähr 5 %, je nachdem wie lange du schüttelst und wie viel Schmelzwasser dazukommt.

Fest steht die Alkoholmenge: 5,2 Gramm reiner Alkohol, also 0,5 Standardgläser nach der Zählweise der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die mit 11 Gramm je Glas rechnet.

Damit ist der Aperol Sour der schwächste Drink dieser Sammlung. Zum Vergleich: Der Daiquiri kommt auf 1,7 Standardgläser, der Mai Tai auf 2,2. Für eine lange Runde ist das praktisch, für den Abschluss eines Abends eher nicht.

Wie viele Kalorien drin sind

Getränke über 1,2 % Vol. brauchen keine Nährwertkennzeichnung, geregelt in Anhang V der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Rechnen lässt es sich hier trotzdem gut.

Der Alkohol liefert 7 Kilokalorien je Gramm, bei 5,2 Gramm sind das rund 36. Aperol bringt zusätzlich Zucker mit, bei 6 cl etwa 10 Gramm und damit 40 Kilokalorien. Der Zuckersirup steuert noch einmal rund 50 bei. Zusammen landet ein Glas bei rund 125 Kilokalorien.

Mit Eiweiß kommen etwa 15 dazu, mit Aquafaba so gut wie nichts.

Für eine Runde vorbereiten

Aperol, Zitronensaft und Zuckersirup lassen sich vormischen und kalt stellen. Für sechs Gläser sind das 36 cl Aperol, 18 cl Zitronensaft und 9 cl Sirup.

Den Zitronensaft presst du am Tag der Party. Über Nacht verliert er seine klare Säure und schmeckt dann muffig.

Geschüttelt wird einzeln oder zu zweit, mit Schaum immer einzeln. Ein voller Shaker schlägt das Eiweiß nicht richtig auf, und die Krone fällt dünn aus. Die Gläser kommen eine Viertelstunde vorher ins Gefrierfach.

Was du dafür einkaufst

Eine 0,7-Liter-Flasche Aperol reicht für elf Gläser. Zitronen rechnest du mit einem Glas je Frucht, für sechs Drinks brauchst du also sechs. Für den Schaum eine Packung pasteurisiertes Eiweiß oder eine Dose Kichererbsen.

Varianten mit Gin, Wodka und Prosecco

Ein Schuss Gin macht aus dem Drink einen Aperol Gin Sour. Nimm 3 cl Gin und geh beim Aperol auf 4,5 cl herunter, sonst wird es zu viel. Der Wacholder passt gut zur bitteren Orange.

Mit Wodka funktioniert dasselbe, nur geschmacksneutraler: Er hebt den Alkoholgehalt, ohne etwas beizutragen.

Als Aperol Sour Royal gießt du den fertigen Drink im Glas mit 3 cl Prosecco auf. Dann ist er wieder spritzig, und der Unterschied zum Spritz schrumpft auf die Säure zusammen.

Steht der Aperol Sour im IBA-Kanon?

Nein, die International Bartenders Association führt ihn nicht. Auf ihrer Liste stehen rund hundert Cocktails, und der Aperol Sour gehört nicht dazu, anders als der Daiquiri oder der Mai Tai.

Eine verbindliche Rezeptur gibt es deshalb nicht. In Rezepten findest du 5, 6 oder 8 Zentiliter Aperol, teils mit Orangensaft, teils ohne Sirup.

Unsere Mengen folgen der Sour-Rechnung, die für Whiskey Sour und Amaretto Sour genauso gilt. Sie ist der gemeinsame Nenner, von dem aus du abschmecken kannst.

Aperol Sour ohne Alkohol

Den Aperol ersetzt ein roter Bitter ohne Alkohol, während Zitrone und Sirup in denselben Mengen bleiben. Der Drink sieht genauso aus und schmeckt ähnlich bitter.

Das Rezept steht beim Aperol Sour alkoholfrei.

Häufige Fragen zum Aperol Sour

Was ist ein Aperol Sour?

Ein geschüttelter Cocktail aus Aperol, frischem Zitronensaft und Zuckersirup, serviert ohne Eis in der Cocktailschale. Herber als der Aperol Spritz.

Was ist der Unterschied zum Aperol Spritz?

Im Spritz sorgen Prosecco und Sodawasser für Kohlensäure und Süße, im Sour übernehmen Zitronensaft und Zuckersirup. Der Sour ist säurebetonter und wird geschüttelt.

Wie bekomme ich die Schaumkrone hin?

Mit dem Eiweiß eines Eis, etwa 3 cl. Erst ohne Eis zwanzig Sekunden schütteln, damit es aufschlägt, dann mit Eis ein zweites Mal.

Geht der Schaum auch vegan?

Ja, mit 1,5 bis 2 cl Aquafaba, also dem Wasser aus der Kichererbsendose. Nimm ungesalzene Kichererbsen.

Ist rohes Eiweiß bedenklich?

Nimm pasteurisiertes Eiweiß aus dem Kühlregal, dann stellt sich die Frage nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät bei rohem Ei zur Vorsicht.

Was nehme ich statt Zuckersirup?

Einen gestrichenen Teelöffel Puderzucker je Glas. Er löst sich im Shaker, Kristallzucker bleibt am Boden liegen.

Wie stark ist ein Aperol Sour?

Gerechnet 6,3 % Vol., nach dem Schütteln ungefähr 5 %. Das sind 5,2 Gramm reiner Alkohol oder 0,5 Standardgläser, der niedrigste Wert unserer Sammlung.

Wie viele Kalorien hat ein Aperol Sour?

Rund 125 Kilokalorien, verteilt auf Alkohol, den Zucker im Aperol und den Zuckersirup.

Steht der Aperol Sour im IBA-Kanon?

Nein. Eine verbindliche Rezeptur gibt es nicht, deshalb schwanken die Mengen zwischen 5 und 8 cl Aperol.

Geht der Aperol Sour auch ohne Alkohol?

Ja, mit einem roten Bitter ohne Alkohol statt Aperol. Zitrone und Sirup bleiben gleich.