26,7 % Vol. 1,7 Standardgläser Cocktailschale (15 cl)

Daiquiri

Drei Zutaten, eine halbe Minute im Shaker, und vor dir steht der Drink, mit dem auf Kuba vor über hundert Jahren alles anfing. Der Daiquiri lebt davon, dass du jede Zutat einzeln schmeckst: Rum, Limette und Zucker. Deshalb kommt es hier mehr an als bei jedem Longdrink darauf, welchen Rum du nimmst und wie du ihn behandelst.

Daiquiri als Illustration

Zutaten

Für 1 Glas · Cocktailschale (15 cl)
6 cl Weißer kubanischer Rum
2 cl Frisch gepresster Limettensaft
2 TL Feiner Zucker
6 Eiswürfel für den Shaker, etwa 150 g

Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.

So wird er gemixt

1

Rum, Limettensaft und Zucker in den Shaker geben.

2

Ohne Eis rühren, bis sich der Zucker gelöst hat.

3

Eis dazugeben und kräftig schütteln.

4

Durch ein Sieb in die vorgekühlte Cocktailschale gießen.

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Das Verhältnis 6-2-2

Sechs Zentiliter weißer Rum, zwei Zentiliter Limettensaft, zwei Barlöffel feiner Zucker. So steht der Daiquiri in der offiziellen Rezeptur der International Bartenders Association, und so schmeckt er auch am rundesten.

Hinter den Zahlen steckt eine einfache Idee: Der Rum trägt, die Limette schneidet hindurch, der Zucker fängt die Säure ab. Dreimal so viel Rum wie Limettensaft ist dabei der Ankerwert. Magst du ihn schärfer, gehst du auf 3 cl Limette hoch und nimmst einen halben Löffel Zucker mehr dazu, damit er nicht kippt.

Ein Barlöffel entspricht ungefähr einem Teelöffel, also rund 4 Gramm Zucker.

Erst rühren, dann schütteln

Feiner Zucker löst sich in kalter Flüssigkeit nur widerwillig, und im Shaker wird es sofort kalt. Deshalb kommen Rum, Limettensaft und Zucker zuerst ohne Eis zusammen, und du rührst, bis du keine Körnchen mehr am Boden spürst.

Danach kommt das Eis dazu, und dann wird kräftig geschüttelt, etwa zehn bis fünfzehn Sekunden. Der Shaker beschlägt außen, das ist dein Zeichen zum Aufhören.

Welcher Rum gehört hinein

Weißer kubanischer Rum mit 40 % Vol., zum Beispiel Havana Club 3 Años. Er ist leicht gebrannt, hat eine feine Vanillenote aus dem Fass und drängt sich nicht vor die Limette.

Brauner Rum verändert den Drink grundlegend. Seine Röst- und Karamellaromen legen sich über die Säure, und was als frischer Sour gedacht war, schmeckt plötzlich schwer. Wenn du nur braunen Rum im Haus hast, nimm die Hälfte davon und füll mit weißem auf.

Jamaikanischer Rum ist ein Fall für sich. Er bringt diese kräftigen Fruchtester mit, die man Hogo nennt, und daraus wird ein ganz eigener Drink. Wer Lust auf kräftige Fruchtnoten hat, probiert es aus, bleibt dann aber weit weg vom Klassiker.

Zucker oder Zuckersirup

Beides führt ans Ziel, und beides hat einen Haken. Zucker musst du vorher auflösen, dafür schmeckst du ihn klarer. Sirup löst sich sofort, bringt aber Wasser mit und verdünnt den Drink um anderthalb Zentiliter.

Für eine einzelne Runde nimm Zucker. Wenn du für acht Leute mixt, spart dir der Sirup jedes Mal den Rührschritt, und die Gläser werden untereinander gleichmäßiger.

Rohrzucker geht auch, schmeckt aber leicht nach Melasse. Bei einem Drink mit drei Zutaten fällt das auf.

Warum er ohne Eis ins Glas kommt

Der Daiquiri wird im Shaker kalt und nimmt dabei rund ein Viertel seines Volumens an Schmelzwasser auf. Genau das ist gewollt, denn ohne diese Verdünnung wäre er mit 26,7 % Vol. kaum trinkbar.

Im Glas selbst hat Eis dann aber nichts mehr zu tun. Es würde weiter schmelzen und den Drink innerhalb weniger Minuten flach machen. Stattdessen stellst du die Schale zehn Minuten vor dem Mixen ins Gefrierfach, damit sie die Kälte hält.

Hast du es eilig, füll das Glas mit Eiswürfeln und kaltem Wasser, während du mixt, und kipp es kurz vor dem Abseihen aus. Das kühlt in einer Minute genauso gut.

Welches Glas passt

Eine Cocktailschale mit 15 cl, oft Coupette genannt. Im Glas landen etwa 90 ml, der Rest ist Luft, und das ist Absicht: Der breite Rand bringt dir Limettenduft in die Nase, bevor du trinkst.

Das spitze Martiniglas funktioniert auch, kippt aber schneller um und hält weniger Kälte. Hast du weder das eine noch das andere, nimm ein kleines Weinglas und stell es vorher kalt.

Groß darf das Glas nicht sein. Ein Daiquiri wird getrunken, solange er kalt ist, und in einem 30-cl-Glas verliert er die Kälte doppelt so schnell.

Was du beim Abschmecken in der Hand hast

Limetten sind unterschiedlich sauer, je nach Reife und Jahreszeit. Deshalb ist die Zuckermenge der Hebel, an dem du drehst, und nicht die Limette.

Schmeckt der Drink spitz und scharf, fehlt ein halber Löffel Zucker. Schmeckt er süß und rund, ohne dass die Säure durchkommt, hast du zu wenig Limettensaft genommen oder eine milde Frucht erwischt.

Spürst du Körnchen am Gaumen, hat sich der Zucker nicht gelöst, und beim nächsten Mal rührst du vor dem Eis etwas länger. Und wenn er wässrig wirkt, war die Schüttelzeit zu lang: Nach fünfzehn Sekunden ist Schluss.

Wie stark er ist

Im Shaker sind es 6 cl Rum mit 40 % Vol. auf 90 ml Gesamtvolumen, das macht rechnerisch 26,7 % Vol. Durch das Schmelzwasser beim Schütteln kommen davon etwa 21,3 % Vol. ins Glas.

In Gramm gerechnet sind das 18,9 Gramm reiner Alkohol, also 1,7 Standardgläser nach der Zählweise der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Damit liegt der Daiquiri im oberen Feld dieser Sammlung: unter der Margarita mit 31,3 % Vol., aber deutlich über dem Espresso Martini mit 20,6 % und weit über dem Mojito, der mit seinem Sodawasser bei 10,3 % landet. Ein kleines Glas, das es in sich hat.

Wie viele Kalorien drin sind

Getränke über 1,2 % Vol. brauchen keine Nährwertkennzeichnung, geregelt in Anhang V der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Beim Daiquiri lässt es sich trotzdem genau ausrechnen, weil nur zwei Zutaten etwas beitragen.

Der Alkohol liefert 7 Kilokalorien je Gramm, so steht es im Anhang XIV derselben Verordnung. Bei 18,9 Gramm sind das rund 132. Dazu kommen die 2 TL Zucker mit etwa 9 Gramm, also noch einmal 36. Zusammen landet ein Glas bei rund 170 Kilokalorien.

Der Zucker ist dabei dein einziger Hebel. Ein Löffel weniger spart 18 Kilokalorien, am Rum zu sparen würde den Drink zu einem anderen machen.

Für eine Runde vorbereiten

Rum, Limettensaft und Zuckersirup lassen sich Stunden vorher abmessen und zusammen kalt stellen. Für sechs Gläser sind das 36 cl Rum, 12 cl Limettensaft und 9 cl Sirup, am besten in einer verschlossenen Flasche im Kühlschrank.

Geschüttelt wird trotzdem einzeln, höchstens zwei Gläser auf einmal. Ein voller Shaker kühlt ungleichmäßig, und die Verdünnung stimmt dann nicht mehr.

Die Gläser kommen eine Viertelstunde vorher ins Gefrierfach. Dann sind es nur noch fünfzehn Sekunden je Glas, wenn die Gäste da sind.

Was du dafür einkaufst

Eine 0,7-Liter-Flasche weißer Rum reicht für elf Daiquiris. Limetten rechnest du mit zwei Gläsern je Frucht, für sechs Drinks brauchst du also drei Stück. Feiner Zucker steht ohnehin im Schrank.

Frozen Daiquiri in der Cocktailschale, gefrorene hellgrüne Masse mit Limettenscheibe und Halm

Frozen Daiquiri

Im Mixer wird aus demselben Rezept ein Sorbet zum Trinken. Du nimmst 6 cl weißen Rum, 2 cl Limettensaft, 1,5 cl Zuckersirup und 150 Gramm Crushed Ice und mixt stoßweise, bis keine Stücke mehr zu sehen sind.

Zuckersirup ist hier Pflicht, weil sich Kristallzucker in der eiskalten Masse nicht mehr löst. Und die Zuckermenge darf ruhig etwas höher liegen als beim geschüttelten Daiquiri: Kälte dämpft die Süße, was bei Zimmertemperatur rund schmeckt, wirkt gefroren dünn.

Serviert wird sofort, sonst setzt sich das Eis ab. Die gleiche Technik steckt hinter der Frozen Margarita.

Erdbeer-Daiquiri in der Cocktailschale mit Erdbeere am Glasrand, zwei Erdbeeren daneben

Daiquiri mit Erdbeeren

Die bekannteste Abwandlung, und die einfachste. Du pürierst 100 Gramm Erdbeeren mit und nimmst den Zucker auf einen Löffel zurück, weil die Früchte schon Süße mitbringen. Der Rum bleibt dabei in voller Menge im Glas.

Tiefgekühlte Erdbeeren funktionieren gut und machen den Drink gleich kälter. Frische schmecken feiner, dafür brauchst du dann etwas mehr Eis.

Ohne Alkohol geht dasselbe mit Ananassaft statt Rum, das Rezept dafür steht beim Virgin Strawberry Daiquiri. Wer es cremig mag, findet im Strawberry Kiss die Variante mit Sahne aus dem Mixer.

Der Hemingway

Ernest Hemingway lebte 21 Jahre auf Kuba und war Stammgast in der Bar El Floridita in Havanna. Weil er Diabetes hatte, ließ er sich seinen Daiquiri ohne Zucker mixen, dafür mit der doppelten Menge Rum. Daher der Spitzname Papa Doble.

Was daraus als Hemingway Special in die offizielle Rezeptur einging, sieht so aus: 6 cl weißer Rum, 4 cl Grapefruitsaft, 1,5 cl Maraschino und 1,5 cl Limettensaft, geschüttelt und in ein großes Cocktailglas abgeseiht.

Der Maraschino ist dabei kein Sirup, sondern ein klarer Likör aus Marasca-Kirschen. Er bringt die Süße, die der Zucker sonst liefert, und dazu eine leicht bittere Mandelnote.

Daiquiri und Margarita

Beide sind Sours, beide bestehen aus Spirituose, Zitrusfrucht und einem süßen Teil. Der Unterschied steckt in allen drei Bestandteilen.

Im Daiquiri ist weißer Rum, in der Margarita Tequila. Die Süße kommt hier vom Zucker, dort vom Orangenlikör, und der bringt zusätzlich Orangenaroma mit. Dazu kommt der Salzrand, den es beim Daiquiri nicht gibt.

Geschmacklich ist der Daiquiri der leisere von beiden. Die Margarita ist mit 31,3 % Vol. außerdem die stärkere.

Woher der Daiquiri kommt

Daiquirí heißt ein Ort an der Südostküste Kubas, in der Nähe von Santiago, wo um 1900 Eisenerz abgebaut wurde. Dort arbeitete der amerikanische Ingenieur Jennings Cox, und ihm wird der Drink zugeschrieben: Rum war vor Ort, Limetten wuchsen überall, Zucker kam aus den Rohrfeldern ringsum.

Berühmt wurde er dann in Havanna, in der Bar El Floridita. Dort entstanden die Abwandlungen mit Maraschino und Grapefruit, und dort entstand auch der Ruf des Lokals als Wiege des Daiquiris.

Heute steht er bei der International Bartenders Association in der Gruppe The Unforgettables, zusammen mit den anderen Klassikern, die jede Bar kennen muss.

Daiquiri ohne Alkohol

Nimmst du den Rum heraus, fehlen Volumen und eine leichte Süße, und beides kann Ananassaft übernehmen. Limette und Zucker bleiben, damit der Drink sauer bleibt und nicht zur Limonade wird.

Das Rezept dazu steht beim Virgin Daiquiri.

Häufige Fragen zum Daiquiri

Was ist ein Daiquiri?

Ein kubanischer Cocktail aus weißem Rum, frischem Limettensaft und Zucker. Er wird im Shaker geschüttelt und ohne Eis in einer vorgekühlten Cocktailschale serviert.

Wie spricht man Daiquiri aus?

Däi-ki-ri, mit Betonung auf der ersten Silbe. Der Name kommt von einem Ort an der Südostküste Kubas.

Welcher Rum gehört in einen Daiquiri?

Ein weißer, am besten kubanischer mit 40 % Vol. Brauner Rum legt sich mit seinen Röstaromen über die Limette und macht den Drink schwer.

Was kommt in einen Daiquiri?

6 cl weißer Rum, 2 cl frisch gepresster Limettensaft und 2 Barlöffel feiner Zucker, dazu Eis für den Shaker. Ein Barlöffel entspricht einem Teelöffel.

Wie schmeckt ein Daiquiri?

Sauer und klar, mit einer feinen Süße dahinter. Der Rum schmeckt deutlich durch, weil nichts ihn überdeckt.

Wie viel Alkohol hat ein Daiquiri?

Rechnerisch 26,7 % Vol., im Glas nach dem Schütteln etwa 21,3 % Vol. Das sind 18,9 Gramm reiner Alkohol oder 1,7 Standardgläser.

Was ist der Unterschied zwischen Daiquiri und Margarita?

Im Daiquiri ist weißer Rum und Zucker, in der Margarita Tequila und Orangenlikör. Die Margarita kommt außerdem mit Salzrand und ist mit 31,3 % Vol. stärker.

Warum ist mein Daiquiri körnig?

Dann hat sich der Zucker nicht gelöst. Rühr ihn vor dem Eis ein, bis du am Boden nichts mehr spürst, oder nimm gleich Zuckersirup.

Brauche ich einen Shaker?

Ein Schraubglas tut es auch, solange es dicht schließt. Gerührt funktioniert der Daiquiri weniger gut, weil er die Luft und die Kälte aus dem Schütteln braucht.

Geht der Daiquiri auch ohne Alkohol?

Ja, mit Ananassaft statt Rum. Limette und Zucker bleiben in denselben Mengen, damit der Drink seine Säure behält.