Caipirinha
Vier Handgriffe, ein Glas, kein Shaker: Die Caipirinha ist Brasiliens Nationaldrink und lässt sich zu Hause genauso gut machen wie in der Bar. Sie schmeckt sauer, süß und deutlich kräftiger, als ihre Größe vermuten lässt. Der Unterschied zwischen einer guten und einer bitteren liegt dabei an einem einzigen Handgriff.
Zutaten
| 6 cl | Cachaça |
| 1 Stk. | Limette |
| 4 TL | Weißer Rohrzucker |
| 200 g | Crushed Ice |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Limette in Spalten schneiden und mit dem Rohrzucker in einen Tumbler geben.
Beides mit dem Stößel vorsichtig zerdrücken, bis der Saft austritt.
Glas mit Crushed Ice füllen und den Cachaça aufgießen.
Vorsichtig von unten nach oben umrühren.
Für den Caipirinha brauchst du nicht viel. Das hier hilft:
TumblerDicker Boden, steht stabil und nimmt Eiswürfel gut auf.Bei Amazon ansehen
MessbecherOhne Messbecher wird jeder Drink anders stark.Bei Amazon ansehen
StößelZum Andrücken von Limetten und Minze, ohne sie zu zerreiben.Bei Amazon ansehen
EiscrusherCrushed Ice aus dem Handel ist teuer und schmilzt auf dem Heimweg.Bei Amazon ansehen
StrohhalmeHalten länger als Papier und weichen nicht auf.Bei Amazon ansehen
Cocktail-DekoSchirmchen und Spieße machen aus dem Glas einen Cocktail.Bei Amazon ansehen
Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen.
Warum das funktioniert
Drei Zutaten, mehr braucht es nicht. Die Limette gibt Säure und über die Schale auch Aroma, der Zucker fängt beides auf, und der Cachaça bringt die Zuckerrohrnote mit, die den Drink von allem anderen unterscheidet. Weil nichts aufgefüllt wird, steht die Caipirinha unverdünnt im Glas und wirkt entsprechend.
Das Verhältnis 6-1-4
Ins Glas kommen 6 cl Cachaça, eine ganze Limette und 4 TL Rohrzucker. Damit liegen wir auf der Rezeptur der International Bartenders Association, und das ist beim Zucker die wichtigste Angabe.
Vier Teelöffel klingen nach viel und sind es auch. Sie müssen es sein, weil eine ganze Limette mit Schale deutlich mehr Säure und Bitterstoffe mitbringt als der bloße Saft. Wer auf zwei Löffel geht, bekommt einen Drink, der die Mundwinkel zusammenzieht.
Am Cachaça lässt sich dagegen drehen. Mit 5 cl wird sie milder und immer noch kräftig, mit 7 cl schmeckt man vor allem den Brand. Die Limette bleibt in jedem Fall eine ganze.

Limette und Zucker richtig stoßen
Wasch die Limette heiß ab, denn die Schale kommt mit ins Glas. Schneid sie längs in Achtel und entferne dabei den weißen Strunk in der Mitte, weil dort die meisten Bitterstoffe sitzen.
Dann kommen die Spalten mit dem Zucker ins Glas, und zwar zuerst, bevor Eis oder Cachaça dazukommen. Der Zucker wirkt beim Stoßen wie Schmirgelpapier und holt das Öl aus der Schale, das der Caipirinha ihren Duft gibt.
Beim Stoßen selbst gilt: drücken und drehen, nicht hämmern. Du willst den Saft und das Schalenöl, nicht die weiße Haut zerlegen. Vier oder fünf Umdrehungen reichen, und du siehst am Zucker, wann er sich gelöst hat.
Welcher Zucker gehört hinein
Entscheidend ist die Körnung, nicht die Farbe. Feiner Zucker löst sich im kalten Glas, grober bleibt am Boden liegen und fehlt dann im Geschmack.
Weißer Rohrzucker ist die klassische Wahl und lässt die Limette vorn. Brauner Rohrzucker bringt eine Melassenote mit, die zum Cachaça passt und den Drink dunkler macht. Beides funktioniert, solange die Kristalle fein genug sind.
Zuckersirup wäre der bequeme Weg und ist hier trotzdem falsch. Ohne die Kristalle fehlt die Reibung beim Stoßen, und damit bleibt das Schalenöl in der Limette.
Was Cachaça ist und welcher passt
Cachaça ist ein Brand aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft. Er darf nur so heißen, wenn er in Brasilien hergestellt wurde, und hat dort gesetzlich zwischen 38 und 48 % Vol.
Für die Caipirinha nimmst du einen weißen, ungelagerten. Der schmeckt grasig und frisch und passt zur Limette. Pitú und Velho Barreiro stehen in vielen Supermärkten und kosten wenig, und für diesen Drink reicht das völlig.
Im Fass gelagerter Cachaça wird goldgelb und schmeckt nach Holz. Den trinkt man besser pur, in der Caipirinha kämpft er gegen die Limette.
Geht auch Rum?
Ja, dann heißt der Drink allerdings Caipirissima und schmeckt anders. Weißer Rum ist milder und süßlicher, ihm fehlt die grasige Kante des Cachaça.
Die verbreitete Erklärung, Cachaça werde aus Zuckerrohrsaft und Rum aus Melasse gemacht, trifft es nicht ganz. Auch Rum darf aus Zuckerrohrsaft gebrannt werden, und einige französische Sorten werden es auch. Der Unterschied liegt in der Herkunft und in den Vorschriften, die für den jeweiligen Namen gelten.
Welches Eis
Die offizielle Rezeptur nennt grob zerstoßenes Eis, und das ist ein guter Mittelweg. Es kühlt schneller als Würfel und verwässert langsamer als feines Crushed Ice.
Feines Crushed Ice macht die Caipirinha schnell eiskalt und wässert sie ebenso schnell. Das ist kein Nachteil, wenn du sie zügig trinkst, und genau so wird sie in Brasilien serviert.
Eiswürfel halten am längsten durch, kühlen aber langsamer, und die Limette schwimmt obenauf statt sich zu verteilen. Wenn du Würfel nimmst, rühr zwischendurch noch einmal um.
Crushed Ice ohne Maschine
Ein sauberes Geschirrtuch, ein Handtuch darüber und ein Nudelholz reichen aus. Füll die Würfel ein, schlag ein paarmal darauf und öffne das Tuch.
Wichtig ist, dass das Eis trocken ist. Würfel direkt aus dem Gefrierfach zerspringen sauber, angetaute geben Wasser ab und kleben zusammen.
Welches Glas passt
Ein Tumbler mit rund 35 cl, also ein gerades Glas mit schwerem Boden. Die offizielle Rezeptur nennt ein Double Old Fashioned Glas, und das ist genau diese Form.
Der schwere Boden hat einen praktischen Grund: Beim Stoßen drückst du mit Kraft nach unten, und ein dünnwandiges Glas kann dabei springen. Ein Longdrinkglas eignet sich ebenfalls schlecht, weil der Stößel nicht bis zum Boden kommt.
Wenn sie nicht schmeckt
Schmeckt sie bitter, wurde die Limette zu fest gedrückt oder der Strunk blieb drin. Beides setzt Bitterstoffe aus der weißen Haut frei, und dagegen hilft nur ein neuer Versuch mit weniger Kraft.
Ist sie zu sauer, fehlt Zucker, und der löst sich im fertigen Glas kaum noch. Rühr einen halben Teelöffel in wenig heißem Wasser an und gib ihn dazu.
Schmeckt sie nur nach Alkohol, war zu wenig Eis im Glas. Die Caipirinha soll randvoll sein, denn das Schmelzwasser gehört zum Drink und ist kein Makel.
Wie stark sie ist
Eine Zahl steht fest, und es ist nicht die Prozentzahl. In einem Glas stecken 24 ml reiner Alkohol, das sind 18,9 Gramm oder 1,7 Standardgläser. Diese Menge ändert sich nicht, egal wie viel Eis schmilzt.
Bei der Prozentzahl wird es unschärfer. Rechnet man nur Cachaça und Zucker, kommt man auf 30 % Vol. Im Glas liegt der Wert darunter, weil der Limettensaft dazukommt und das Eis schmilzt, während du trinkst. Wie weit darunter, hängt an der Limette und an deinem Tempo.
Praktisch heißt das: Eine Caipirinha entspricht etwa anderthalb Gläsern Wein, und sie tut das in einem Glas, das kaum größer aussieht als ein Wasserglas. Genau darin liegt ihre Tücke.
Wie viele Kalorien drin sind
Zwei Zutaten tragen bei, und beide lassen sich rechnen. Der Alkohol liefert 7 Kilokalorien je Gramm, bei 18,9 Gramm also rund 132. Vier Teelöffel Rohrzucker wiegen etwa 18 Gramm und bringen bei 4 Kilokalorien je Gramm weitere 72 mit.
Zusammen landet ein Glas bei rund 204 Kilokalorien. Die Limette steuert praktisch nichts bei.
Wer sparen will, hat beim Zucker den größeren Hebel, sollte ihn aber nicht unter drei Teelöffel drücken. Dann kippt der Drink ins Saure.

Als Bowle für die Runde
Zehn Caipirinhas einzeln zu stoßen dauert eine halbe Stunde, und die Bowle nimmt dir das ab. Sie ist allerdings kein einfaches Hochrechnen, weil das Stoßen im großen Gefäß nicht funktioniert.
Nimm zehn Limetten, schneide sie in Achtel und entferne die Strünke. Stoße sie portionsweise mit dem Zucker in einem Becher an, immer zwei Limetten mit acht Teelöffeln, und gib sie dann in die Schüssel. So löst sich das Schalenöl, und die übrigen Zutaten bleiben liegen, wo sie sind.
Den Cachaça gießt du gleich dazu, 60 cl für zehn Gläser, und stellst alles kalt. Das Eis kommt erst in die Gläser, wenn eingeschenkt wird. In der Schüssel würde es schmelzen und die Bowle verwässern, lange bevor der letzte Gast sein Glas hat.
Was du dafür einkaufst
Für zehn Gläser kaufst du das hier ein:
- 1 Flasche Cachaça zu 0,7 Litern
- 10 Limetten, unbehandelt
- 200 g feiner Rohrzucker
- gut 1,5 Kilo Eis
Von der Flasche bleibt wenig übrig, denn zehn Gläser brauchen 60 cl. Bei den Limetten lohnt es sich, unbehandelte zu nehmen, weil die Schale mitgestoßen wird.
Varianten
Mit Wodka statt Cachaça wird daraus eine Caipiroska. Sie schmeckt neutraler, weil dem Wodka die Zuckerrohrnote fehlt, und ist dadurch näher an purer Limette. Die Mengen bleiben gleich.
Mit Erdbeeren stoßt du vier Beeren zusammen mit der Limette an und gehst beim Zucker auf drei Teelöffel zurück. Maracuja funktioniert genauso, dort reicht eine halbe Frucht.
Für den Winter gibt es sie auch warm: Limette und Zucker wie gewohnt anstoßen, dann mit heißem Wasser statt Eis auffüllen und den Cachaça zuletzt dazugeben. Er darf nicht mitkochen, sonst verfliegt der Alkohol und mit ihm das Aroma.
Caipirinha und Mojito
Beide bauen auf Limette, Zucker und Eis, und damit hören die Gemeinsamkeiten auf. In der Caipirinha steckt Cachaça, im Mojito weißer Rum, dazu Minze und Sodawasser.
Der praktische Unterschied ist die Stärke. Der Mojito wird aufgefüllt und kommt auf 10,3 % Vol., die Caipirinha bleibt unverdünnt und liegt deutlich darüber. Mehr zum Vergleich steht beim Mojito.
Ohne Alkohol
Ohne Cachaça bleiben Limette, Zucker und Eis, und aufgefüllt wird mit Ginger Ale. Die Technik ändert sich nicht, der Zucker wird dafür halbiert, weil Ginger Ale eigene Süße mitbringt. Das Rezept steht bei der Virgin Caipirinha.
Häufige Fragen zum Caipirinha
Was ist Cachaça?
Ein Brand aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft, der nur in Brasilien hergestellt werden darf. Gesetzlich hat er dort zwischen 38 und 48 % Vol.
Kann ich Rum statt Cachaça nehmen?
Ja, dann heißt der Drink Caipirissima. Weißer Rum ist milder, ihm fehlt die grasige Note des Cachaça.
Wie viel Alkohol hat eine Caipirinha?
In einem Glas stecken 24 ml reiner Alkohol, also 18,9 Gramm oder 1,7 Standardgläser. Das entspricht etwa anderthalb Gläsern Wein.
Warum wird die Limette mit Schale gestoßen?
In der Schale sitzen die ätherischen Öle, die der Caipirinha ihren Duft geben. Der Zucker holt sie beim Stoßen heraus.
Warum wird meine Caipirinha bitter?
Meist wurde zu fest gedrückt oder der weiße Strunk blieb in der Limette. Beides setzt Bitterstoffe aus der weißen Haut frei.
Weißer oder brauner Rohrzucker?
Beides geht, entscheidend ist die Körnung. Feiner Zucker löst sich im kalten Glas, brauner bringt zusätzlich eine Melassenote mit.
Wie viele Kalorien hat eine Caipirinha?
Rund 204 Kilokalorien, davon 132 aus dem Alkohol und 72 aus dem Zucker.
Welches Glas brauche ich?
Einen Tumbler mit rund 35 cl und schwerem Boden. Dünnwandige Gläser können beim Stoßen springen.
Was ist der Unterschied zur Caipiroska?
In der Caipiroska steckt Wodka statt Cachaça. Sie schmeckt neutraler, weil die Zuckerrohrnote fehlt.
Kann ich Caipirinha vorbereiten?
Limetten, Zucker und Cachaça kannst du portionsweise anstoßen, zusammengeben und kalt stellen. Das Eis kommt erst beim Einschenken in die Gläser.