Mojito
Es gibt Drinks, an denen sich zeigt, ob eine Bar ihr Handwerk versteht, und der Mojito ist einer davon. Zu Hause brauchst du dafür trotzdem nichts weiter als ein Glas und einen Löffel, keinen Shaker und kein Zubehör. Alles hängt an der frischen Minze und an zwei Entscheidungen, die viele gar nicht als Entscheidung wahrnehmen.
Zutaten
| 4,5 cl | Weißer kubanischer Rum |
| 2 cl | Frisch gepresster Limettensaft |
| 6 Stk. | Minzzweige |
| 2 TL | Weißer Rohrzucker |
| 10 cl | Sodawasser |
| 6 | Eiswürfel |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Minzzweige, Rohrzucker und Limettensaft ins Glas geben und verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Die Minze dabei nur bewegen, nicht zerstoßen.
Einen Schuss Sodawasser zugeben und das Glas mit Eis füllen.
Rum aufgießen und mit Sodawasser auffüllen.
Einmal kurz umrühren, damit sich alles verbindet, und mit Minzzweig und Limettenscheibe garnieren.
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Warum das funktioniert
Der Mojito lebt vom Zusammenspiel dreier Dinge, die sich gegenseitig in Schach halten. Die Limette bringt Säure, der Zucker fängt sie auf, und die Minze legt sich als Duft darüber. Der Rum hält das Ganze zusammen, ohne sich vorzudrängen, und das Sodawasser macht daraus ein Getränk, das man auch bei dreißig Grad austrinken mag.
Das Verhältnis, und warum es so aussieht
Ins Glas kommen 4,5 cl Rum, 2 cl frischer Limettensaft und 2 TL weißer Rohrzucker, dazu sechs Minzzweige und Sodawasser zum Auffüllen. Damit liegen wir auf der Rezeptur der International Bartenders Association.
Die 4,5 cl Rum sind der Punkt, an dem viele nach oben abweichen. Mehr Rum drückt die Limette weg, und der Drink schmeckt danach nach Alkohol statt nach Minze. Weniger geht ebenfalls, dann fehlt ihm allerdings der Körper und er wirkt wie Limonade.
Beim Zucker hat das Verhältnis einen praktischen Grund. Zwei Teelöffel gleichen die Säure von 2 cl Limettensaft fast genau aus, und alles darüber legt sich als Süße über die Minze. Wenn deine Limetten besonders sauer sind, nimm lieber einen halben Löffel mehr Zucker als weniger Saft.
Limettensaft statt Limettenstücke
In vielen Rezepten werden Limettenachtel ins Glas gelegt und zusammen mit dem Zucker zerdrückt. Das sieht gut aus, hat aber einen Haken: In der weißen Haut zwischen Fruchtfleisch und Schale sitzen Bitterstoffe, und die kommen beim Drücken mit heraus.
Deshalb pressen wir die Limette und geben nur den Saft ins Glas. Der Geschmack bleibt sauber, und nach zwanzig Minuten wird der Drink nicht bitter, nur weil die Stücke darin liegen.
Eine Limette gibt je nach Größe 2 bis 3 cl Saft, für ein Glas brauchst du also etwa eine halbe. Roll sie vorher mit der Handfläche fest über die Arbeitsplatte, dann löst sich der Saft leichter.
Zucker oder Sirup
Weißer Rohrzucker ist die klassische Wahl, hat aber einen Haken: Im kalten Glas löst er sich schlecht, und was sich nicht löst, liegt am Boden und fehlt oben.
Deshalb kommt er zuerst ins Glas, zusammen mit dem Limettensaft, und wird gerührt, bis die Körner verschwunden sind. Erst danach kommen Minze, Eis und Rum dazu.
Zuckersirup nimmt dir diesen Schritt ab und löst sich sofort. Rechne mit 2 cl Sirup für 2 TL Zucker. Brauner Zucker schmeckt kräftiger nach Karamell und passt besser zu dunklem Rum als zu weißem.

Die Minze richtig behandeln
Minze gibt ihr Aroma über ätherische Öle ab, die dicht unter der Blattoberfläche sitzen. Ein sanfter Druck öffnet diese Zellen, und schon der reicht aus.
Wer die Blätter dagegen im Glas zerreibt, zerstört das Blattgrün. Dann lösen sich Chlorophyll und Bitterstoffe, der Drink wird trüb und schmeckt grasig. Drücken statt reiben ist deshalb der wichtigste Handgriff am ganzen Rezept.
Praktisch heißt das: Leg die Zweige in die Hand und klatsch einmal kurz mit der anderen Handfläche darauf. Du riechst sofort, ob es gereicht hat.
Welche Minze passt
Am besten Nana-Minze, die marokkanische Teeminze. Sie schmeckt mild und süßlich und hat wenig von der Schärfe, die man aus Zahnpasta kennt.
Pfefferminze funktioniert auch, ist aber deutlich kräftiger, weil sie mehr Menthol enthält. Nimm davon lieber vier Zweige statt sechs. Im Supermarkt steht meistens einfach Minze auf dem Topf, und was drin ist, erkennst du am Geruch.
Welcher Rum gehört hinein
Ein weißer Rum mit 40 % Vol., und zwar ein kubanischer, wenn du ihn bekommst. Havana Club 3 Años ist der Klassiker für diesen Drink und in jedem größeren Supermarkt zu haben.
Der Grund liegt im Stil: Kubanischer Rum wird leichter gebrannt als jamaikanischer und bringt weniger eigenen Geschmack mit. Genau das will man hier, weil Limette und Minze vorne stehen sollen.
Brauner Rum macht den Mojito schwerer und holziger. Das ist kein Fehler, es ist ein anderer Drink. Wenn du es probieren willst, nimm braunen Zucker dazu, dann passt es zusammen.
Eis, Glas und Sodawasser
Ein Longdrinkglas mit rund 30 cl ist die richtige Größe. Es ist hoch genug für die Minzzweige und schmal genug, dass das Eis nicht zu schnell schmilzt.
Beim Eis hast du die Wahl. Crushed Ice kühlt schneller und sieht aus wie in der Bar, verwässert den Drink aber auch schneller. Normale Würfel halten länger durch. Wichtig ist in beiden Fällen, dass das Glas randvoll ist, denn wenig Eis schmilzt schneller als viel.
Das Sodawasser sollte frisch geöffnet sein und kräftig sprudeln. Eine Flasche, die seit gestern offen im Kühlschrank steht, bringt keine Kohlensäure mehr mit, und dann fehlt dem Mojito genau die Spritzigkeit, für die man ihn trinkt.
Wenn er nicht schmeckt
Schmeckt er bitter, lag es fast immer an der Limette oder an der Minze. Zerdrückte Limettenstücke geben Bitterstoffe aus der weißen Haut ab, zerriebene Minzblätter aus dem Blattgrün.
Ist er wässrig, war zu wenig Eis im Glas oder der Drink stand zu lange. Ein Mojito wird in zwei Minuten gemixt und danach getrunken, er wartet nicht.
Schmeckt er nur nach Rum, fehlt Säure. Gib 0,5 cl Limettensaft nach und rühr einmal durch. Ist er dagegen zu sauer, hilft ein halber Löffel Zucker mehr, und zwar aufgelöst in wenig Wasser, damit er sich im kalten Glas noch verteilt.
Wie stark er ist
Im Glas stehen 4,5 cl weißer Rum mit 40 % Vol., dazu Limettensaft und Sodawasser. Auf die 175 ml, die zusammenkommen, macht das 10,3 % Vol.
Das sind 14,2 Gramm reiner Alkohol und damit 1,3 Standardgläser, also etwas mehr als ein Glas Wein. Der Wert gilt vor dem Schmelzwasser, im Glas verdünnt sich der Mojito weiter, während du ihn trinkst.
Verglichen mit anderen Drinks dieser Sammlung liegt er im Mittelfeld: über dem Aperol Spritz mit 9,2 % Vol. und weit unter dem Espresso Martini mit 20,6 %.
Was mit den Kalorien los ist
Getränke über 1,2 % Vol. sind von der Nährwertkennzeichnung ausgenommen, geregelt in Anhang V der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Rechnen lässt es sich hier trotzdem gut, weil der Mojito nur zwei Zutaten hat, die etwas beitragen.
Der Alkohol liefert 7 Kilokalorien je Gramm, so steht es im Anhang XIV derselben Verordnung, und bei 14,2 Gramm sind das rund 99. Dazu kommen die 2 TL Zucker mit etwa 9 Gramm, also gut 36 Kilokalorien. Zusammen landet ein Glas bei rund 135 Kilokalorien.
Wer sparen will, hat genau einen Hebel, und das ist der Zucker. Ein Teelöffel weniger nimmt 18 Kilokalorien heraus, beim Rum zu sparen würde dagegen den Drink verändern.

Für eine Runde vorbereiten
Zehn Mojitos einzeln zu mixen dauert zwanzig Minuten, und so lange will niemand in der Küche stehen. Das meiste lässt sich vorziehen.
Press die Limetten am Nachmittag aus und misch den Saft gleich mit dem Zucker ab, bis er sich gelöst hat. Für zehn Gläser sind das 20 cl Saft, also etwa fünf Limetten, und 20 TL Zucker. Stell die Mischung kalt und schlag die Minzzweige erst kurz vorher an, damit sie ihr Aroma nicht schon vorher verliert.
Wenn deine Gäste kommen, gibst du je 4 cl der Mischung und die Minze ins Glas, füllst Eis darauf, gießt den Rum darüber und füllst mit Soda auf. Eis und Soda kommen dabei wirklich erst zum Schluss, denn im vorgefüllten Glas ist das Eis nach wenigen Minuten Wasser.
Was du dafür einkaufst
Für zehn Gläser kaufst du das hier ein:
- 1 Flasche weißer Rum zu 0,7 Litern
- 6 Limetten
- 100 g weißer Rohrzucker oder 20 cl Zuckersirup
- 3 Töpfchen Minze
- 2 Flaschen Sodawasser zu je einem Liter
- gut 1 Kilo Eis
Von der Rumflasche bleibt etwas übrig, denn zehn Gläser brauchen 45 cl. Bei der Minze lohnt es sich, großzügig zu rechnen, weil pro Glas sechs Zweige hineingehören und noch einer als Garnitur obendrauf.
Mojito und Caipirinha
Die beiden werden oft verwechselt, und das liegt an den Limetten, die in beiden stecken. Sonst haben sie wenig gemeinsam.
Im Mojito ist weißer Rum, im Caipirinha dagegen Cachaça, ein brasilianischer Brand aus frischem Zuckerrohrsaft statt aus Melasse. Der schmeckt kräftiger und erdiger.
Der zweite Unterschied ist die Bauweise. Der Mojito bekommt Minze und wird mit Sodawasser aufgefüllt, der Caipirinha kommt ohne beides aus und bleibt damit kleiner und deutlich stärker. Wer den Mojito mag, weil er leicht ist, wird beim Caipirinha überrascht.
Woher der Mojito kommt
Kuba ist gesichert, alles Weitere weniger. Rezepte, die dem heutigen Mojito entsprechen, sind ab Anfang der dreißiger Jahre dokumentiert, unter anderem auf der Karte einer Bar in Havanna.
Die beiden Geschichten, die man am häufigsten liest, halten einer Prüfung nicht stand. La Bodeguita del Medio gilt vielen als Geburtsort, die Bar eröffnete allerdings erst 1942 und damit nach den ersten Rezeptbelegen. Und der berühmte Spruch von Ernest Hemingway an ihrer Wand stammt nach Einschätzung von Hemingway-Forschern nicht von ihm.
Bleibt der Name. Er geht vermutlich auf das spanische Wort für Würzsauce zurück, also auf etwas, das mehrere Zutaten mischt.
Varianten
Mit Erdbeeren wird aus dem Mojito ein anderer Drink, und zwar ein süßerer und fruchtigerer. Weil die Frucht Süße mitbringt, ändern sich Zucker- und Sodamenge, und die Erdbeeren werden püriert statt zerdrückt. Das Rezept steht beim Erdbeer-Mojito.
Mango und Maracuja funktionieren genauso, am besten als Püree oder Direktsaft statt als Nektar. Rechne mit 3 cl und nimm dafür etwas weniger Soda.
Für den Winter gibt es den Mojito auch mit braunem Rum und einer Scheibe Ingwer im Glas. Der Ingwer kommt zusammen mit der Minze hinein und wird mit ihr angedrückt.
Mojito ohne Alkohol
Ohne Rum bleiben Limette, Zucker, Minze und Soda, und das ergibt einen Drink, der für sich steht. Damit er nicht nach Limonade schmeckt, kommt etwas mehr Limette hinein. Das Rezept steht beim Virgin Mojito.
Häufige Fragen zum Mojito
Welcher Rum gehört in einen Mojito?
Weißer Rum mit 40 % Vol., am besten ein kubanischer wie Havana Club 3 Años. Er ist leichter gebrannt als jamaikanischer Rum und lässt Limette und Minze vorne.
Muss die Minze zerstoßen werden?
Nein, ein kurzer Druck reicht. Die Öle sitzen dicht unter der Blattoberfläche, und wer die Blätter zerreibt, löst Bitterstoffe aus dem Blattgrün.
Welche Minze ist die richtige?
Nana-Minze schmeckt am mildesten und passt deshalb am besten. Pfefferminze geht auch, ist aber kräftiger, davon nimmst du besser vier Zweige statt sechs.
Limettensaft oder Limettenstücke?
Saft. In der weißen Haut der Limette sitzen Bitterstoffe, die beim Zerdrücken mit ins Glas kommen. Eine halbe Limette gibt ungefähr die 2 cl, die du brauchst.
Wie viel Alkohol hat ein Mojito?
Er kommt auf 10,3 % Vol. bei 175 ml, das sind 14,2 Gramm reiner Alkohol oder 1,3 Standardgläser. Damit liegt er etwas über einem Glas Wein.
Wie viele Kalorien hat ein Mojito?
Rund 135 Kilokalorien, davon 99 aus dem Alkohol und 36 aus dem Zucker. Ein Teelöffel Zucker weniger spart 18 davon.
Was ist der Unterschied zwischen Mojito und Caipirinha?
Im Mojito ist weißer Rum, im Caipirinha Cachaça aus frischem Zuckerrohrsaft. Dazu kommen beim Mojito Minze und Sodawasser, wodurch er leichter wird.
Brauche ich Crushed Ice?
Es sieht aus wie in der Bar und kühlt schneller, verwässert den Drink aber auch schneller. Normale Eiswürfel funktionieren genauso, solange das Glas randvoll ist.
Kann ich einen Mojito vorbereiten?
Limettensaft und Zucker kannst du Stunden vorher abmischen und kalt stellen. Minze, Eis und Sodawasser kommen erst beim Servieren dazu.
Warum wird mein Mojito bitter?
Meist wurden Limettenstücke oder Minzblätter zu kräftig zerdrückt. Aus der weißen Limettenhaut und dem Blattgrün lösen sich dabei Bitterstoffe.