Kir Royal Rezept: Champagner und Crème de Cassis
Zwei Zutaten, zehn Sekunden, kein Werkzeug: ein Schluck Crème de Cassis ins Sektglas, Champagner darauf. Der Kir Royal, oft auch Kir Royale geschrieben, ist der Drink für den Moment, in dem die Gäste zur Tür hereinkommen, und er sieht dabei aus wie viel mehr Aufwand.
Zutaten
| 1 cl | Crème de Cassis |
| 9 cl | Champagner brut |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Die Sektflöte und beide Flaschen vorher kalt stellen.
Einen Zentiliter Crème de Cassis in das Glas geben.
Das Glas schräg halten und den Champagner langsam am Rand entlang eingießen.
Sofort servieren. Bleibt der Cassis unten liegen, einmal behutsam durchziehen.
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Warum das funktioniert
Der Cassis hat hier eine einzige Aufgabe: dem trockenen Schaumwein so viel Süße und Frucht zu geben, dass er zugänglich wird, ohne ihn zu übertönen. Deshalb ist das Verhältnis so knapp. Ein Zentiliter auf neun klingt nach wenig, reicht aber, weil Crème de Cassis mehr Zucker enthält als fast jede andere Flasche in der Hausbar.

Was in einen Kir Royal gehört
Zwei Zutaten, und eine davon ist Champagner.
Ein Zentiliter Crème de Cassis kommt zuerst ins Glas. Das ist ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren, dunkelrot, sehr süß und mit rund 20 Prozent nicht besonders stark.
Neun Zentiliter Champagner brut füllen das Glas. Crémant und trockener Sekt gehen genauso, dazu gleich mehr.
Sonst nichts. Kein Eis, kein Sirup, keine Garnitur. Eis hätte in einer Sektflöte ohnehin keinen Platz, und es würde den Schaumwein nur verwässern. Stattdessen kommen beide Flaschen und das Glas vorher in den Kühlschrank, das ist der einzige Vorbereitungsschritt, den dieser Drink hat.

Das Verhältnis und wie du eingießt
Ein Teil Cassis auf neun Teile Champagner, so steht es in der Rezeptur der International Bartenders Association. In einer 20er-Sektflöte sind das 1 Zentiliter Cassis und 9 Zentiliter Champagner.
Es gibt aber nicht das eine richtige Verhältnis. Der Dijoner Hersteller Lejay-Lagoute, der den Likör seit dem 19. Jahrhundert macht, empfiehlt deutlich cassisbetonter: 2,5 Zentiliter auf 12. Wer es fruchtiger mag, geht also in diese Richtung. Fang mit einem Zentiliter an und gieß beim zweiten Glas großzügiger ein, wenn es dir zu trocken war.
Der Cassis kommt zuerst ins Glas, der Champagner danach. Umgekehrt schäumt es über, weil der dickflüssige Likör durch die Kohlensäure nach unten sinkt und sie dabei freisetzt.
Halte das Glas beim Eingießen schräg und lass den Champagner am Rand hinunterlaufen. So bleibt mehr Kohlensäure drin. Rühren musst du normalerweise nicht, das erledigt der Champagner beim Aufgießen. Liegt der Cassis doch unten, zieh ihn einmal behutsam mit einem langen Löffel durch.
Champagner, Crémant, Sekt oder Prosecco
Champagner ist das Original, aber für einen Drink, in dem Likör steckt, ist er nicht zwingend.
Crémant ist die naheliegende Wahl. Er wird nach demselben Verfahren hergestellt, kommt aus anderen französischen Regionen und kostet deutlich weniger. Ein Crémant de Bourgogne passt besonders gut, weil der Cassis aus derselben Gegend kommt.
Trockener Sekt funktioniert ebenfalls. Prosecco auch, er bringt aber eine weichere, fruchtigere Art mit und weniger feine Perlage.
Worauf du bei jeder Flasche achtest, ist das Wort auf dem Etikett, und das wird regelmäßig falsch verstanden: Brut ist trockener als Extra Dry. Die Angaben beim Prosecco:
| Etikett | Zucker je Liter | Für den Kir Royal |
|---|---|---|
| Brut | unter 12 g | die richtige Wahl |
| Extra Dry | 12 bis 17 g | geht noch |
| Dry | 17 bis 32 g | wird süßlich |
Weil der Cassis schon sehr viel Süße mitbringt, greif zu Brut. Mit einem halbtrockenen Sekt wird der Drink klebrig.
Was Crème de Cassis ist und was sonst geht
Crème de Cassis ist ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren, nicht aus Kirschen. Die Verwechslung passiert oft, weil Cassis französisch klingt und dunkelrot aussieht.
Das Wort Crème hat ebenfalls nichts mit Sahne zu tun. Es ist eine geschützte Likörkategorie, und sie sagt etwas über den Zucker: Crème de Cassis muss nach EU-Recht mehr als 400 Gramm Zucker je Liter enthalten und mindestens 15 Prozent Alkohol haben. Die gängigen Flaschen aus Dijon liegen bei 17 bis 20 Prozent.
Wenn du keinen Cassis da hast: Johannisbeersirup ist der nächste Ersatz, dann wird der Drink etwas schwächer und eine Spur weniger herb. Ein Himbeerlikör ergibt einen anderen Drink, der einen eigenen Namen hat.
Eine angebrochene Flasche Cassis hält sich lange, weil Zucker und Alkohol konservieren. Kühl und dunkel stehend bleibt sie etwa ein Jahr frisch, danach verliert die Farbe allmählich ihr Leuchten.
Kir, Kir Royal, Kir Impérial und Communard
Vier Namen, ein Prinzip: Cassis und etwas Wein. Was sich ändert, ist meist der Wein.
| Name | Likör | Wein |
|---|---|---|
| Kir | Crème de Cassis | trockener Weißwein |
| Kir Royal | Crème de Cassis | Champagner |
| Communard | Crème de Cassis | Rotwein |
| Kir Impérial | meist Himbeerlikör | Champagner |
Der Impérial ist dabei der einzige, bei dem nicht der Wein getauscht wird, sondern der Likör.
Beim Kir bleibt es bei demselben Zentiliter Cassis, dazu kommen neun Zentiliter trockener Weißwein statt Champagner. In Burgund nimmt man dafür traditionell einen Bourgogne Aligoté, einen schlanken, säurebetonten Weißwein. Er ist leichter als der Kir Royal und wird im Weinglas statt in der Flöte serviert.
Benannt ist beides nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon nach dem Zweiten Weltkrieg, der die Mischung bei Empfängen ausschenken ließ und damit bekannt machte.
Mit Rosé statt weißem Schaumwein
Nimm einen Rosé-Champagner oder einen Rosé-Crémant brut und gieß ihn genauso auf den Zentiliter Cassis. Das Ergebnis ist kräftiger in der Farbe, von Lachsrosa bis fast Himbeerrot, und schmeckt eine Spur runder, weil Rosé-Schaumweine oft etwas mehr Körper haben.
Das ist etwas anderes als der Kir Impérial. Hier bleibt der Cassis und der Wein wechselt, dort bleibt der Champagner und der Likör wechselt.
Für ein Sommerfest im Garten ist die Rosé-Variante die hübschere, weil die Farbe im Glas sofort auffällt.
Wie stark er ist
12,8 Prozent, also ungefähr so viel wie ein Glas Wein. Damit ist der Kir Royal einer der leichtesten Drinks dieser Sammlung, weit unter dem Negroni mit 25,8 oder dem Old Fashioned mit 33,1 Prozent.
Der Grund ist einfach: Neun Zehntel des Glases sind Champagner mit rund 12 Prozent, und der eine Zentiliter Likör mit 20 Prozent hebt den Wert kaum an.
In Gramm gerechnet enthält ein Glas 10,1 Gramm reinen Alkohol, also knapp ein Standardglas. Das klingt harmlos, und genau darin liegt die Tücke: Ein Kir Royal ist in zwei Minuten getrunken, und bei einem Empfang stehen schnell drei davon auf der Rechnung. Drei Gläser sind so viel wie ein doppelter Whiskey.
In die Rechnung gehen ein Champagner mit 12 Prozent und ein Cassis mit 20 ein. Nimmst du einen Sekt mit 11 Prozent, sinkt der Wert leicht.
Wie viele Kalorien drin sind
Rund 90 pro Glas, und sie verteilen sich ungleich.
- 9 cl Champagner brut: etwa 65, fast nur aus dem Alkohol
- 1 cl Crème de Cassis: etwa 25, überwiegend aus Zucker
Der eine Zentiliter Likör macht also rund ein Viertel der Kalorien aus, obwohl er nur ein Zehntel des Glases füllt. Das liegt an den mehr als 400 Gramm Zucker je Liter.
Verglichen mit anderen Partydrinks ist das wenig. Ein Aperol Spritz liegt höher, weil mehr im Glas ist.
Für eine Runde vorbereiten
Der Kir Royal ist der schnellste Empfangsdrink, den es gibt, und er lässt sich gut vorbereiten, ohne dass etwas schal wird.
Stell die Gläser auf ein Tablett und gib in jedes vorher einen Zentiliter Cassis. Das geht in Ruhe, bevor die ersten Gäste da sind. Wenn es losgeht, gießt du nur noch auf. Zehn Gläser sind damit in zwei Minuten fertig.
Eine 0,75-Liter-Flasche reicht für sieben bis acht Gläser, dazu brauchst du etwa acht Zentiliter Cassis. Für zehn Gäste also zwei Flaschen Schaumwein und eine kleine Flasche Likör, die danach noch lange hält.
Was du nicht machst: den Drink in einer Karaffe vormischen. Der Schaumwein verliert darin innerhalb einer halben Stunde seine Kohlensäure.
Ohne Alkohol und verwandte Drinks
Für einen Kir Royal ohne Alkohol müssen beide Zutaten ersetzt werden, nicht nur der Champagner. Der Cassis-Likör enthält selbst rund 20 Prozent.
Es funktioniert so: ein Zentiliter Johannisbeersirup statt des Likörs, dazu neun Zentiliter alkoholfreier Schaumwein. Weil Sirup süßer ist als Likör, fang mit einem halben Zentiliter an und schmeck nach. Eine eigene Seite hat diese Variante nicht, sie ist in zwei Sätzen erklärt.
Verwandt sind der Bellini mit Pfirsichpüree und Prosecco, der Hugo als langer Sommerdrink mit Holunder und Minze, und der Virgin Bellini, wenn es ganz ohne Alkohol sein soll.
Häufige Fragen zum Kir Royal
Was ist ein Kir Royal?
Ein Schaumweincocktail aus einem Zentiliter Crème de Cassis und neun Zentilitern Champagner, direkt in der Sektflöte aufgegossen.
Welches Verhältnis von Cassis und Champagner?
Ein Teil Cassis auf neun Teile Champagner. Wer es fruchtiger mag, geht auf zwei Teile hoch, so empfiehlt es auch der Hersteller Lejay-Lagoute.
Geht auch Sekt oder Prosecco statt Champagner?
Ja. Crémant kommt dem Champagner am nächsten, trockener Sekt und Prosecco gehen ebenfalls. Nimm immer Brut, weil der Cassis schon viel Süße mitbringt.
Was ist Crème de Cassis?
Ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren mit mehr als 400 Gramm Zucker je Liter und meist 17 bis 20 Prozent Alkohol. Mit Sahne hat das Wort Crème hier nichts zu tun.
Kann ich Crème de Cassis ersetzen?
Johannisbeersirup kommt am nächsten, macht den Drink aber schwächer und etwas süßer. Mit Himbeerlikör entsteht ein Kir Impérial.
Muss ich den Kir Royal rühren?
Meistens nicht, der Champagner mischt beim Aufgießen von selbst. Bleibt der Cassis unten liegen, zieh ihn einmal behutsam durch.
Was ist der Unterschied zwischen Kir und Kir Royal?
Der Wein. Im Kir steckt trockener Weißwein, im Kir Royal Champagner. Mit Rotwein heißt derselbe Drink Communard.
Wie viel Alkohol hat ein Kir Royal?
12,8 Prozent, ungefähr so viel wie ein Glas Wein. Das sind 10,1 Gramm reiner Alkohol oder knapp ein Standardglas.
Geht der Kir Royal ohne Alkohol?
Ja, aber beide Zutaten müssen getauscht werden: Johannisbeersirup statt Likör und alkoholfreier Schaumwein statt Champagner.


