8,7 % Vol. 1,2 Standardgläser Weinglas (50 cl)

Hugo Rezept

An einem warmen Abend auf dem Balkon, wenn das Glas beschlägt und die Minze duftet, bevor du überhaupt getrunken hast: Dafür ist der Hugo gemacht. Er ist leicht, in zwei Minuten fertig und gelingt auch dann, wenn du noch nie einen Cocktail gemixt hast. Nur gibt es ihn in zwei Rezepten, die beide ihre Berechtigung haben.

Hugo als Illustration

Zutaten

Für 1 Glas · Weinglas (50 cl)
15 cl Prosecco, gut gekühlt
2 cl Zitronenmelissensirup
7 Eiswürfel fürs Glas, etwa 175 g
Frische Minzblätter
2 cl Sodawasser zum Auffüllen, im größeren Glas etwas mehr

Garnitur: Zitronenscheibe

Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.

So wird er gemixt: Originalrezept

1

Weinglas mit Eiswürfeln füllen.

2

Zitronenmelissensirup zugeben.

3

Minzblätter kurz zwischen den Handflächen anschlagen und ins Glas legen.

4

Mit gut gekühltem Prosecco auffüllen und einen Schuss Sodawasser zugeben.

5

Mit einer Zitronenscheibe garnieren.

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Ein Drink, zwei Rezepte

Angefangen hat alles mit Zitronenmelissensirup. Der Barkeeper, der den Hugo 2005 erfunden hat, mixte ihn genau so, und erst später setzte sich Holunderblüte durch. Heute meinen die meisten Leute die Holunderblüte, wenn sie Hugo sagen.

Wir zeigen dir beide Rezepte. Die Mengen unterscheiden sich kaum, im Grunde wechselt nur der Sirup. In der heutigen Rezeptur kommt noch Limette dazu, während das Original schlicht bei Sirup, Minze, Prosecco, Soda und einer Zitronenscheibe bleibt.

Prosecco für den Hugo ins Weinglas mit Eis und Minze gießen

Welcher Schaumwein passt

Nimm einen trockenen Prosecco und schau dabei kurz aufs Etikett. Dort steht entweder brut oder extra dry, und ausgerechnet das extra dry ist die süßere der beiden Angaben. Wenn du es spritzig magst, greifst du also zu brut.

Sekt funktioniert genauso gut, Cava und Crémant ebenfalls, weil Sirup und Minze den Ton angeben und der Schaumwein vor allem für die Perlage da ist. Um richtig guten Champagner wäre es dagegen schade, sein Aroma verschwindet im Sirup.

Und falls überhaupt kein Schaumwein im Haus ist, kommt ein trockener Weißwein mit etwas mehr Sodawasser erstaunlich nah heran. Die Perlage fehlt dir dann, der Geschmack aber nicht.

Der Sirup entscheidet über die Süße

2 cl Sirup auf 15 cl Prosecco klingen nach wenig, und genau so ist es gemeint. Der Hugo soll spritzig bleiben und nicht wie Limonade schmecken.

Falls er dir zu herb ist, gib 0,5 cl nach und probier noch einmal. Andersherum wird es schwieriger, denn zu süß bekommst du nur mit mehr Schaumwein wieder hin, und irgendwann ist das Glas eben voll.

Holunderblüte oder Zitronenmelisse

Holunderblüte ist blumig und etwas süßer, Zitronenmelisse frischer und eine Spur herber. Wenn du beides im Schrank hast, nimm von jedem 1 cl, das ergibt einen schönen Zwischenton.

Achte nur darauf, dass du wirklich Sirup kaufst und nicht Likör. Holunderblütenlikör bringt eigenen Alkohol mit und macht aus dem leichten Aperitif einen ziemlich kräftigen Drink.

Woher der Sirup kommt

Holunderblütensirup steht im Supermarkt bei den Getränkesirupen. Zitronenmelissensirup ist seltener, den findest du eher im Bioladen oder im Hofladen.

Selbst ansetzen kannst du ihn nur im Frühjahr, solange der Holunder blüht. Du legst die Blüten mit Zucker, Wasser, Zitrone und etwas Zitronensäure an, lässt alles zwei Tage ziehen und kochst es nach dem Abseihen kurz auf. Wer das einmal gemacht hat, kauft danach ungern wieder welchen.

Die Minze nur anschlagen

Dass der Hugo im großen Weinglas serviert wird, hat übrigens einen Grund. Es lässt Platz für viel Eis und gibt der Minze Raum, sodass du sie bei jedem Schluck riechst, bevor du überhaupt schmeckst.

Eis, Glas und die Reihenfolge

Füll das Glas zu zwei Dritteln mit Eis und lass dich nicht von dem Gefühl täuschen, das sei zu viel. Viel Eis schmilzt langsamer als wenig, dein Drink bleibt also länger so, wie er gedacht war. Große Würfel halten dabei besser durch als kleine.

Wenn du daran denkst, stell das Glas vorher zehn Minuten in den Kühlschrank. Das macht mehr aus, als man glaubt.

Danach kommt alles der Reihe nach hinein: erst Eis, dann Sirup, dann die Minze, zuletzt Prosecco und ein Schuss Soda. Der Schaumwein bleibt bis zum Schluss, damit die Kohlensäure im Glas bleibt und nicht schon beim Rühren verschwindet. Gerührt wird dann höchstens einmal, ganz sanft.

Wenn eine Zutat fehlt

Keine Limette im Haus? Dann nimm eine Zitrone, die ist in der Säure etwas milder und macht sich gut. Und statt Sodawasser tut es jedes Mineralwasser, solange es ordentlich Kohlensäure mitbringt.

Frische Minze lässt sich dagegen nicht ersetzen. Getrocknete schmeckt im kalten Glas nach Tee, deshalb lässt du sie lieber ganz weg. Der Hugo trägt sich auch ohne sie.

Und wenn der Schaumwein fehlt, hilft ein trockener Weißwein mit etwas mehr Soda.

Gläser für mehrere Hugo vorbereiten: Eiswürfel, Minze und Sirup im Weinglas

Hugo für zehn Gäste

Vormischen kannst du den Hugo nicht, dafür hält die Kohlensäure einfach nicht lange genug durch. Vorbereiten lässt sich dagegen der ganze Boden des Drinks.

Gib Sirup und die angeschlagene Minze schon am Nachmittag in die Gläser und stell sie kalt. So ziehen die Minzöle in den Sirup, und am Abend bleibt dir nur noch das Aufgießen. Das Eis lässt du bis dahin im Gefrierfach, denn im bereitstehenden Glas schmilzt es und verwässert den Hugo, bevor der erste Gast ihn in der Hand hält.

Wenn es losgeht, kommt Eis in die Gläser und du füllst nur noch auf. Zehn Gläser in zwei Minuten, und du verbringst nicht die halbe Feier in der Küche.

Den Prosecco stellst du rechtzeitig kalt, am besten drei Stunden vorher. Aufgemacht wird er erst, wenn eingeschenkt wird.

Was du dafür einkaufst

Für zehn Gläser kaufst du das hier ein:

  • 3 Flaschen Prosecco zu 0,75 Litern
  • 1 Flasche Holunderblütensirup zu 0,7 Litern
  • 1 Flasche Sodawasser
  • 10 Limetten
  • 2 Töpfchen Minze
  • gut 1 Kilo Eis

Vom Sirup gehen dabei nur 20 cl weg, die Flasche reicht also für mehrere Abende.

Wie stark ein Hugo ist

Der Hugo wirkt harmloser, als er ist. 15 cl Prosecco mit mindestens 11 % Vol. ergeben auf 190 ml Drink 16,5 ml reinen Alkohol, also 8,7 % Vol. Das entspricht 13 Gramm Alkohol oder 1,2 Standardgläsern.

Die heutige Rezeptur liegt mit 16 cl Prosecco auf 180 ml etwas höher, nämlich bei 9,8 % Vol. und 13,9 Gramm. Das sind 1,3 Standardgläser.

Beide Werte gelten vor dem Schmelzwasser, im Glas verdünnt sich der Drink also noch, während du ihn trinkst. Zum Vergleich: Ein großes Bier mit einem halben Liter und 5 % Vol. kommt auf rund 1,8 Standardgläser.

Ab welchem Alter Hugo erlaubt ist

Weil im Hugo Schaumwein steckt und sonst nur alkoholfreie Zutaten, gilt für ihn die Grenze von 16 Jahren. Unter 16 darf er in Gaststätten, in Läden und sonst in der Öffentlichkeit weder ausgeschenkt noch getrunken werden, so steht es in § 9 des Jugendschutzgesetzes.

Eine Ausnahme gibt es allerdings. Ist ein Jugendlicher von einer personensorgeberechtigten Person begleitet, also von den Eltern oder einem Sorgeberechtigten, greift die Grenze nicht mehr. Das gilt ab 14 und nur für Bier, Wein und Schaumwein, eine beliebige erwachsene Begleitung reicht dafür nicht.

Sobald Spirituosen dazukommen, sind es 18 Jahre. Für den Hugo spielt das keine Rolle, solange nur Schaumwein, Sirup und Wasser im Glas sind.

Das ist die Lage in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln, und im Zweifel zählt das, was vor Ort gilt.

Woher der Hugo kommt

Den ersten Hugo mixte Roland Gruber, ein Barkeeper aus Naturns in Südtirol, im Herbst 2005. Er suchte damals nach einer Alternative zum Aperol Spritz, der in jeder Bar stand, und den Namen wählte er nach eigener Aussage einfach so.

Sein Rezept bestand aus 15 cl Prosecco, 2 cl Zitronenmelissesirup, ein paar Blättern Minze und einem Spritzer Soda, dazu Eiswürfel und eine Zitronenscheibe. Genau das findest du hier als Originalrezept.

Ab dem Sommer 2010 bekam man ihn dann in ganz Deutschland.

Ohne Alkohol

Ohne Prosecco funktioniert der Hugo genauso gut, weil sein Geschmack ohnehin aus dem Sirup kommt. Sodawasser übernimmt die Rolle des Schaumweins, Holunderblüte und Limette machen den Rest. Und wenn dir die Weinnote fehlt, nimmst du alkoholfreien Schaumwein statt Soda. Das ganze Rezept steht beim alkoholfreien Hugo.

Zwei Abwandlungen, die es wirklich gibt

Im Winter wird aus dem Hugo ein Heißgetränk: Statt Prosecco kommt trockener Weißwein in den Topf, während Sirup und Limette bleiben. Das Rezept dafür steht beim heißen Hugo.

Und wenn du deine Gäste kurz zum Staunen bringen willst, gibst du 2 cl Blue Curaçao dazu. Der Drink leuchtet dann türkis und schmeckt zusätzlich nach Orange, weil der Likör genau das ist. Wie das geht, steht beim blauen Hugo.

Häufige Fragen zum Hugo

Was ist ein Hugo?

Der Hugo ist ein leichter Aperitif aus Prosecco, Sirup, frischer Minze und einem Schuss Soda. Serviert wird er im großen Weinglas auf viel Eis.

Was kommt in einen Hugo?

In den Hugo kommen Prosecco, Holunderblüten- oder Zitronenmelissensirup, frische Minze, Sodawasser und Eis. In der heutigen Rezeptur ist zusätzlich Limette dabei.

Wie macht man einen Hugo?

Fülle das Weinglas mit Eis und gib den Sirup dazu. Die Minze schlägst du kurz zwischen den Handflächen an und legst sie hinein. Zum Schluss füllst du mit kaltem Prosecco auf und gibst einen Schuss Soda obendrauf.

Wie viel Prozent hat ein Hugo?

Das Originalrezept kommt auf 8,7 % Vol., die heutige Rezeptur auf 9,8 % Vol. Beides entspricht gut einem Standardglas.

Holunderblüte oder Zitronenmelisse?

Beides ist richtig. Ursprünglich Zitronenmelisse, heute meist Holunderblüte. Beide Rezepte stehen auf dieser Seite.

Wie viel Sirup kommt in einen Hugo?

2 cl auf 15 cl Prosecco. Mehr macht den Drink süß und nimmt ihm die Spritzigkeit.

Welcher Prosecco passt in den Hugo?

Nimm einen trockenen. Auf dem Etikett steht dafür brut oder extra dry, wobei brut der trockenere von beiden ist.

Geht auch Weißwein statt Prosecco?

Ja, das geht. Nimm einen trockenen Weißwein und etwas mehr Sodawasser. Die Perlage fehlt dann, der Geschmack stimmt trotzdem.

Ab welchem Alter darf man Hugo trinken?

In Deutschland ab 16, weil er aus Schaumwein mit alkoholfreien Zutaten besteht. In Begleitung der Eltern ab 14.

Kann man Hugo für viele Gäste vormischen?

Besser nicht, die Kohlensäure hält das nicht durch. Stell stattdessen die Gläser mit Sirup und angeschlagener Minze kalt. Das Eis kommt erst dazu, wenn eingeschenkt wird, weil es im bereitstehenden Glas schmilzt.

Wie viele Kalorien hat ein Hugo?

Gut 150 Kilokalorien mit trockenem Prosecco. Rund 90 davon kommen aus dem Alkohol, der Rest aus dem Sirup. Bei süßerem Schaumwein wird es mehr.