8,3 % Vol. 1,4 Standardgläser Glühweinbecher (25 cl)

Punsch

Schwarzer Tee, brauner Rum, Orange und ein paar Gewürze: Punsch ist der wärmste Drink, den man mit drei Handgriffen hinbekommt. Er ist kein Glühwein ohne Wein, sondern eine eigene Gattung, und genau deshalb lässt er sich in jede Richtung drehen.

Punsch nach dem Rezept im Glasbecher mit Orangenscheibe und Zimtstange

Zutaten

Für 4 Gläser · Glühweinbecher (25 cl)
50 cl Schwarzer Tee stark aufgebrüht
20 cl Brauner Rum kommt zum Schluss
15 cl Frisch gepresster Orangensaft
5 cl Frisch gepresster Zitronensaft
6 cl Zuckersirup Zucker und Wasser 1:1
1 Stk. Zimtstange
4 Stk. Gewürznelken
4 Scheiben Orange unbehandelt

Garnitur: Eine frische Orangenscheibe je Becher

Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.

So wird er gemixt

1

Einen halben Liter schwarzen Tee stark aufbrühen und nach vier Minuten die Blätter herausnehmen.

2

Den Tee mit Orangen- und Zitronensaft, Zimtstange, Nelken und Orangenscheiben in den Topf geben.

3

Sanft erwärmen, bis es dampft, und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen.

4

Gewürze herausnehmen, den Rum einrühren und mit dem Zuckersirup abschmecken.

5

In vorgewärmte Becher füllen und je eine frische Orangenscheibe hineingeben.

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Warum das funktioniert

Der Tee gibt dem Punsch den Rücken, den beim Glühwein der Wein liefert: etwas Herbes, an dem sich Süße und Frucht abarbeiten können. Deshalb brauchst du hier weder viel Zucker noch viele Gewürze. Der Rum kommt zum Schluss in den Topf, denn er soll wärmen und nicht verdampfen.

Zutaten für Punsch: Glaskanne mit schwarzem Tee, eine Flasche brauner Rum, Orangen- und Zitronenhälften, Zimtstangen und Nelken

Was in einen Punsch gehört

Vier Bausteine, und jeder hat eine Aufgabe: Tee als Grundlage, Rum als Spirituose, Zitrusfrucht für die Säure und Zucker als Gegengewicht. Die Gewürze kommen dazu, weil wir Winter haben.

Im Topf stehen 50 Zentiliter Tee auf 20 Zentiliter Rum und 20 Zentiliter Saft. Das ergibt vier Becher, und der Tee macht die Hälfte aus. Genau das ist der Unterschied zu einem heißen Rum-Saft: Der Tee bringt Gerbstoffe mit, an denen sich die Süße bricht.

Mehr Rum macht den Punsch nicht besser. Ab einem Drittel schmeckt er scharf, und das ist der Punkt, an dem die Orange verschwindet.

Was Punsch eigentlich ist

Punsch ist keine feste Rezeptur, sondern eine Gattung. Darunter fällt alles, was warm ist und aus Tee oder Saft, einer Spirituose, Säure und Süße besteht.

Der Name kam über das englische „punch“ zu uns und geht wahrscheinlich auf das Hindi-Wort für fünf zurück, als Hinweis auf fünf Grundbestandteile. Welche fünf das waren, zählen alte Darstellungen allerdings unterschiedlich: mal Wasser, Tee, Arrak, Zitrone und Zucker, mal mit Gewürzen statt Wasser.

Eine Ur-Rezeptur, gegen die man ein Rezept prüfen könnte, gibt es also nicht. Was es gibt, ist eine Form, die seit Jahrhunderten funktioniert: Tee, Spirituose, Zitrusfrucht, Zucker.

Der Unterschied zum Glühwein

Die kurze Antwort: Glühwein baut auf Wein auf, Punsch ist offener.

Beim weißen Glühwein ist der Wein die Grundlage und gibt alles vor, Gewürze und Zucker kommen dazu. Für verkauften Glühwein ist das sogar europäisch geregelt, samt Mindestalkohol und dem Verbot, Wasser zuzusetzen.

Punsch kennt diese Enge nicht. Er kann auf Tee stehen wie unserer, auf Fruchtsaft, auf Wein, und die Spirituose ist frei wählbar. Deshalb gibt es ihn auch ohne Alkohol, ohne dass er dabei etwas anderes wäre.

Praktisch heißt das: Wer Glühwein zu schwer findet, nimmt Punsch. Er schmeckt leichter, weil der Tee weniger Eigengewicht hat als Wein.

Welcher Tee die Grundlage trägt

Ein kräftiger schwarzer Tee, Assam oder eine Ostfriesenmischung. Er soll sich gegen Rum und Orange behaupten, und ein zarter Darjeeling verschwindet dabei.

Brüh ihn stark auf, also mit der doppelten Menge Blätter, die du für eine Tasse nehmen würdest. Nach vier Minuten kommen die Blätter raus, denn danach lösen sich Gerbstoffe, die den Punsch bitter machen. Das ist der häufigste Fehler bei diesem Drink und der einzige, der sich hinterher nicht mehr korrigieren lässt.

Früchtetee geht auch und macht den Punsch fruchtiger und milder. Dann brauchst du weniger Saft, weil er selbst schon Säure mitbringt. Grüner Tee passt nicht, er wird in der Wärme schnell grasig.

Welcher Alkohol passt

Brauner Rum ist die naheliegende Wahl. Er bringt Vanille- und Karamellnoten mit, die zu Orange und Zimt passen, und davon steht in vielen Haushalten eine Flasche.

  • Arrak ist die historische Variante und schmeckt herber und anisartiger
  • Weinbrand macht den Punsch milder und runder
  • Weißer Rum funktioniert, bringt aber wenig eigenen Geschmack mit
  • Whisky passt nur bedingt, weil Rauch und Orange sich beißen

Zwanzig Zentiliter auf den Topf sind fünf je Becher. Wer es stärker mag, gibt den zusätzlichen Schuss lieber einzeln ins Glas, dann entscheidet jeder Gast selbst.

Der Rum kommt zuletzt

Erst wird der Topf vom Herd genommen, dann kommt der Rum hinein. In dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.

Der Grund ist einfach: Alkohol und Aromastoffe verdunsten gemeinsam, und zwar lange vor dem Siedepunkt. Je länger der Rum mitkocht, desto mehr von beidem ist weg. Ausführlich steht das beim weißen Glühwein, zusammen mit der Frage, warum Bläschen am Topfrand nichts über die Temperatur sagen.

Die Gewürze

Eine Zimtstange und vier Nelken auf den ganzen Topf, dazu die Orangenscheiben. Das reicht, und es ist weniger, als die meisten vermuten.

Nelken sind das kräftigste Gewürz im Topf. Ab sechs schmeckt der Punsch nur noch nach Nelke, und das überdeckt den Tee vollständig. Gemahlene Gewürze bleiben draußen, sie lösen sich nicht und machen den Punsch trüb.

Nach zehn Minuten kommen sie heraus. Länger ziehen heißt nicht würziger, sondern bitterer, und die Orangenschale zieht als Erste nach.

Süßen und abschmecken

Gesüßt wird am Schluss, wenn Tee und Gewürze fertig sind. Vorher weißt du nicht, wie viel Süße der Punsch überhaupt braucht.

Wir rechnen mit sechs Zentilitern Zuckersirup aus gleichen Teilen Zucker und Wasser. Fang mit der Hälfte an, rühr um und probier, denn Wärme lässt Süße stärker wirken, als sie beim Abschmecken scheint.

Honig passt gut zu Tee und Orange, ist aber kein Tausch eins zu eins. Er ist süßer und bringt eigenen Geschmack mit, deshalb rechne mit einem knappen Esslöffel je Becher und rühr ihn erst ein, wenn der Topf vom Herd ist.

Wie stark er ist

20 Zentiliter brauner Rum mit 40 Prozent ergeben 80 Milliliter reinen Alkohol. Auf die knapp 96 Zentiliter im Topf gerechnet sind das 8,3 Prozent.

Auf vier Becher verteilt bleiben je Becher rund 16 Gramm Alkohol. Bei 11 Gramm je Standardglas, mit denen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rechnet, sind das 1,4 Standardgläser je Becher.

Die Zahl gilt für das, was in den Topf kommt. Weil der Rum erst nach dem Erwärmen hineinkommt, bleibt hier mehr davon übrig als bei einem Glühwein, der mit dem Alkohol im Topf warm wird.

Wie viele Kalorien drin sind

Ein Becher liegt bei rund 170 Kilokalorien, und sie verteilen sich auf drei Posten.

  • 5 cl brauner Rum: etwa 111, die allein aus dem Alkohol kommen
  • 1,5 cl Zuckersirup: etwa 30
  • 5 cl Säfte: etwa 25
  • Tee: nichts

Wer sparen will, hat beim Zucker den einzigen Hebel. Mit der Hälfte Sirup landest du bei rund 155, und oft merkt man es nicht einmal, weil die Orange schon Süße mitbringt.

Punsch für Gäste vorbereitet: Thermoskanne, zwei gefüllte Becher, ein leerer Becher und Orangenscheiben

Für eine ganze Runde

Punsch ist das dankbarste Getränk für viele Gäste, weil ein Topf eine Runde bedient und nichts einzeln gemixt werden muss.

Rechne mit zwei bis drei Bechern je Gast. Für zehn Gäste sind das gut fünf Liter: dreieinhalb Liter Tee, anderthalb Liter Rum, einen Liter Saft, dazu fünf Zimtstangen, zwanzig Nelken und vier Orangen.

Die Thermoskanne ist der eigentliche Trick. Setz den Punsch ohne Rum an, füll ihn heiß in die Kanne und gib den Rum erst dazu, wenn eingeschenkt wird. So bleibt er stundenlang heiß, ohne dass Alkohol und Aroma weiterziehen.

Ohne Alkohol und verwandte Drinks

Punsch ohne Alkohol ist kein Verzicht, sondern eine eigene Richtung: Früchtetee statt Schwarztee, mehr Saft, etwas Ingwer gegen die fehlende Wärme des Rums. Die Mengen dafür stehen beim Punsch ohne Alkohol.

Die beiden anderen warmen Drinks bei uns sind der weiße Glühwein mit Wein als Grundlage und der heiße Hugo, der ohne Gewürze auskommt und floral schmeckt.

Zwei Verwandte fehlen uns noch, und beide sind eigene Drinks statt Varianten: die Feuerzangenbowle, bei der ein Zuckerhut über dem Topf abbrennt, und der Eierpunsch mit Eigelb und Sahne. Beide kommen später.

Häufige Fragen zum Punsch

Wie mache ich Punsch selber?

Einen halben Liter starken schwarzen Tee aufbrühen, mit Orangen- und Zitronensaft und Gewürzen sanft erwärmen, zehn Minuten ziehen lassen, Gewürze herausnehmen und zum Schluss 20 cl braunen Rum einrühren.

Was ist Punsch?

Eine Gattung warmer Getränke aus Tee oder Saft, einer Spirituose, Säure und Süße. Der Name geht wahrscheinlich auf das Hindi-Wort für fünf zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Punsch und Glühwein?

Glühwein baut auf Wein auf, Punsch ist offener und steht oft auf Tee oder Saft. Punsch kann ebenfalls Wein enthalten, Glühwein dagegen nichts anderes.

Was gehört nicht in einen Punsch?

Eine feste Antwort gibt es nicht, weil es keine gesicherte Ur-Rezeptur gibt. Praktisch unpassend sind gemahlene Gewürze, grüner Tee und zu lange gezogener Schwarztee, weil alle drei den Punsch bitter oder trüb machen.

Welcher Alkohol kommt in Punsch?

Brauner Rum ist die naheliegende Wahl, historisch war es Arrak. Weinbrand macht ihn milder, Whisky passt nur bedingt.

Wann kommt der Rum in den Punsch?

Erst nachdem der Topf vom Herd ist. Alkohol und Aroma verdunsten gemeinsam und lange vor dem Siedepunkt.

Welcher Tee eignet sich?

Ein kräftiger schwarzer Tee, stark aufgebrüht und nach vier Minuten abgeseiht. Früchtetee macht den Punsch milder, grüner Tee wird grasig.

Wie viel Alkohol hat ein Becher Punsch?

Rechnerisch 8,3 Prozent und rund 16 Gramm reiner Alkohol je Becher, also 1,4 Standardgläser.

Wie halte ich Punsch warm?

In einer Thermoskanne, und zwar ohne den Rum. Der kommt erst beim Einschenken dazu, dann bleibt er erhalten.

Kann ich Punsch am Vortag machen?

Den Teil aus Tee, Saft und Gewürzen ja, gekühlt hält er zwei Tage. Wärm ihn langsam wieder auf und gib Rum und Zucker erst danach dazu.