10,2 % Vol. 1,7 Standardgläser Glühweinbecher (25 cl)

Jagertee

Heißer schwarzer Tee mit Inländerrum, Rotwein und Zitrone: Der Jagertee ist der kräftigste der warmen Drinks und kommt aus Österreich. Geschrieben wird er auch Jägertee oder Jagatee, gemeint ist dasselbe. Was du hier findest, ist unsere Hausvariante für den eigenen Topf, nicht der gleichnamige Likör aus dem Handel.

Jagertee im Glasbecher mit Zitronenscheibe und Zimtstange, daneben eine halbe Zitrone

Zutaten

Für 4 Gläser · Glühweinbecher (25 cl)
50 cl Schwarzer Tee stark aufgebrüht
20 cl Inländerrum 40 % Vol., zum Schluss
10 cl Trockener Rotwein
6 cl Zuckersirup Zucker und Wasser 1:1
4 cl Frisch gepresster Zitronensaft
1 Stk. Zimtstange
4 Stk. Gewürznelken
4 Scheiben Zitrone unbehandelt

Garnitur: Eine frische Zitronenscheibe je Becher

Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.

So wird er gemixt

1

Einen halben Liter schwarzen Tee stark aufbrühen und nach vier Minuten die Blätter herausnehmen.

2

Tee, Rotwein, Zitronensaft, Zimtstange, Nelken und Zitronenscheiben in den Topf geben.

3

Sanft erwärmen, bis es dampft, und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen.

4

Gewürze und Zitronenscheiben herausnehmen, den Inländerrum einrühren und mit dem Zuckersirup abschmecken.

5

In vorgewärmte Becher füllen und je eine frische Zitronenscheibe hineingeben.

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Warum das funktioniert

Der Inländerrum gibt diesem Drink seinen Charakter: Er schmeckt kräftig nach Vanille und ist damit mehr als nur der Alkohol im Tee. Der Rotwein macht den Jagertee dunkler und runder, die Zitrone hält dagegen, damit das Ganze nicht süß und schwer wird. Wie beim Punsch kommt der Rum erst in den Topf, wenn der vom Herd ist.

Zutaten für Jagertee: Glaskanne mit schwarzem Tee, eine Flasche Inländerrum, eine geöffnete Rotweinflasche, Zitronenhälften, Zimtstange und Nelken

Was in einen Jagertee gehört

Vier Dinge tragen diesen Drink: schwarzer Tee als Grundlage, Inländerrum als Spirituose, Rotwein für Farbe und Tiefe und Zitrone als Gegengewicht. Gewürze kommen dazu, aber sparsam.

Im Topf stehen 50 Zentiliter Tee auf 20 Zentiliter Rum und 10 Zentiliter Wein. Der Tee macht damit die Hälfte aus, und genau das hält den Jagertee trinkbar: Er ist kräftig, aber kein heißer Schnaps.

Das Rezept ergibt vier Becher und ist unsere Hausvariante. Ein verbindliches Originalrezept gibt es nicht, und was im Handel Jagertee heißt, ist etwas anderes. Dazu gleich mehr.

Was Jagertee eigentlich ist

Hier lohnt es sich, genau zu sein, denn der Name meint zwei verschiedene Dinge.

Im Handel ist „Jägertee, Jagertee, Jagatee“ eine geschützte geografische Angabe. Dahinter steht ein österreichischer Likör mit mindestens 22,5 Prozent Alkohol, der aus Tee, Spirituose und Gewürzen hergestellt und heiß verdünnt ausgeschenkt wird. Produziert werden darf er nur in Österreich.

Zu Hause mischt man dagegen frisch: Tee aufbrühen, Rum und Wein dazu, fertig. Das ist das, was die meisten meinen, wenn sie nach einem Rezept suchen, und das ist auch, was auf dieser Seite steht.

Beides schmeckt ähnlich, und beides ist richtig. Nur sollte man wissen, dass die Flasche im Regal ein fertiges Erzeugnis mit eigener Vorschrift ist und nicht die abgefüllte Version unseres Topfs.

Was Inländerrum ist

Auch das ist eine geschützte österreichische Spirituose, und sie ist der Grund, warum ein Jagertee anders schmeckt als ein Tee mit Rum.

Inländerrum hat mindestens 38 Prozent, sein Alkohol stammt vollständig aus Rum, und sein kräftiges Vanillearoma kommt von der Inländerrumessenz. Die verbreitete Beschreibung „Neutralalkohol mit Rumaroma“ trifft es nicht.

Du bekommst ihn in jedem größeren Supermarkt bei den Spirituosen, meist in 40 oder 80 Prozent. Wenn du keinen findest, nimm einen kräftigen braunen Rum. Der Drink wird dann weniger vanillig und etwas trockener, bleibt aber gut.

Warum die Stärke im Rezept steht

Inländerrum gibt es in zwei sehr verschiedenen Stärken, und das entscheidet über den ganzen Drink.

Mit 40 Prozent, wie im Rezept, liegt ein Becher bei rund 10,2 Prozent. Mit einem 80er wäre derselbe Topf bei gut 19 Prozent, also fast doppelt so stark.

Wenn du einen 80er im Haus hast, nimm die halbe Menge und gleich den Rest mit Tee aus. Dann stimmt die Stärke, und am Geschmack ändert sich wenig.

Fertiges Konzentrat oder selbst ansetzen

Beides ist verbreitet, und beides hat seine Berechtigung.

Das Konzentrat aus der Flasche wird mit heißem Wasser oder Tee verdünnt, meist eins zu zwei oder eins zu drei. Das geht schnell, schmeckt gleichbleibend und ist auf dem Weihnachtsmarkt die Regel. Die Angabe auf der Flasche ist dabei genauer als jede Faustregel.

Selbst angesetzt bestimmst du Tee, Süße und Stärke selbst. Das lohnt sich, wenn Gäste kommen, denn ein Topf ist nicht aufwendiger als vier Becher einzeln.

Was die beiden nicht sind: dasselbe in anderer Form. Das Konzentrat ist ein fertiges Erzeugnis mit eigener Rezeptur, unser Topf eine frische Mischung.

Welcher Tee und wie lange er zieht

Ein kräftiger schwarzer Tee, Assam oder eine Ostfriesenmischung. Brüh ihn mit der doppelten Menge Blätter auf, die du für eine Tasse nehmen würdest.

Nach vier Minuten kommen die Blätter heraus. Danach lösen sich Gerbstoffe, und die machen den Jagertee bitter. Das ist der einzige Fehler bei diesem Drink, den du hinterher nicht mehr ausbügeln kannst.

Früchtetee geht auch und macht ihn milder und fruchtiger. Dann brauchst du weniger Zucker, weil die meisten Mischungen von sich aus süß schmecken.

Gehört Rotwein hinein?

Er ist verbreitet, zwingend ist er nicht. Beide Wege sind üblich, und die Entscheidung ändert den Drink spürbar.

Mit Rotwein wird der Jagertee dunkler, runder und etwas schwerer. Die zehn Zentiliter im Rezept sind eine zurückhaltende Menge, die den Tee nicht überdeckt.

Ohne Rotwein schmeckt er klarer, und der Inländerrum steht deutlicher vorn. Nimm dann zehn Zentiliter Tee mehr, damit die Menge stimmt.

Ein einfacher trockener Roter reicht völlig. Ein schwerer Barrique-Wein bringt Holznoten mit, die sich mit der Vanille des Rums beißen.

Der Rum kommt zuletzt

Erst den Topf vom Herd nehmen, dann den Rum einrühren. Alkohol und Aromastoffe verdunsten gemeinsam und lange vor dem Siedepunkt, und beim Inländerrum wäre gerade das Aroma der Verlust.

Warum das so ist und warum Bläschen am Topfrand nichts über die Temperatur sagen, steht ausführlich beim Punsch und beim weißen Glühwein.

Wie stark er ist

20 Zentiliter Inländerrum mit 40 Prozent und 10 Zentiliter Rotwein mit 12 ergeben zusammen 92 Milliliter reinen Alkohol. Auf die 90 Zentiliter im Topf gerechnet sind das 10,2 Prozent.

Auf vier Becher verteilt bleiben je Becher rund 18 Gramm Alkohol. Bei 11 Gramm je Standardglas, mit denen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rechnet, sind das 1,7 Standardgläser je Becher.

Mit einem 80-prozentigen Inländerrum verdoppelt sich der Wert fast. Deshalb steht die Stärke im Rezept, und deshalb lohnt der Blick auf die Flasche, bevor du eingießt.

Jagertee für Gäste vorbereitet: Thermoskanne, zwei gefüllte Becher, ein leerer Becher, Zitronenscheiben und eine Zimtstange

Für eine ganze Runde

Ein Topf bedient vier Becher, und für Gäste rechnest du mit zwei bis drei je Person. Für zehn Gäste sind das rund sechs Liter: vier Liter Tee, anderthalb Liter Inländerrum, knapp einen Liter Rotwein, dazu fünf Zitronen, fünf Zimtstangen und zwanzig Nelken.

Setz ihn ohne Rum an und füll ihn heiß in die Thermoskanne. Der Rum kommt erst in den Becher, wenn eingeschenkt wird. So bleibt die Kanne stundenlang heiß, ohne dass Alkohol und Aroma weiterziehen.

Das hat noch einen Vorteil: Wer weniger Alkohol möchte, bekommt einfach weniger, und wer fährt, nimmt den Tee pur.

Die anderen warmen Drinks

Der Jagertee ist der kräftigste von vieren, und die Unterschiede sind klein, aber spürbar.

  • Der Punsch steht ebenfalls auf schwarzem Tee, nimmt aber braunen Rum statt Inländerrum und kommt ohne Wein aus. Er schmeckt dadurch fruchtiger und weniger vanillig
  • Der weiße Glühwein baut auf Wein statt auf Tee und ist der leichteste mit Gewürzen
  • Der heiße Hugo lässt Gewürze ganz weg und schmeckt floral nach Holunderblüte und Minze

Ohne Alkohol wird aus dem Jagertee ein gewürzter Tee mit Zitrone, und das ist ein anderer Drink. Wer in diese Richtung sucht, findet beim Punsch den Verweis auf die alkoholfreie Variante.

Häufige Fragen zum Jagertee

Wie mache ich Jagertee selber?

Einen halben Liter starken schwarzen Tee aufbrühen, mit 10 cl Rotwein, Zitronensaft und Gewürzen sanft erwärmen, zehn Minuten ziehen lassen und zum Schluss 20 cl Inländerrum einrühren.

Was ist Jagertee?

Zwei Dinge: im Handel ein geschützter österreichischer Likör mit mindestens 22,5 Prozent, der heiß verdünnt wird, und zu Hause eine frisch gemischte Runde aus Tee, Rum und Gewürzen.

Heißt es Jagertee oder Jägertee?

Beides, dazu Jagatee. Alle drei Schreibweisen sind geschützt und meinen dasselbe. In Österreich ist Jagertee gebräuchlicher.

Was ist Inländerrum?

Eine geschützte österreichische Spirituose mit mindestens 38 Prozent. Ihr Alkohol stammt vollständig aus Rum, das kräftige Vanillearoma kommt von der Inländerrumessenz.

Geht es auch ohne Inländerrum?

Ja, nimm einen kräftigen braunen Rum. Der Drink wird weniger vanillig und etwas trockener.

Gehört Rotwein in den Jagertee?

Er ist verbreitet, aber nicht zwingend. Mit Wein wird er dunkler und runder, ohne klarer. Lass ihn weg und nimm dafür 10 cl Tee mehr.

Wie stark ist ein Becher?

Rechnerisch 10,2 Prozent und rund 18 Gramm reiner Alkohol, also 1,7 Standardgläser. Mit 80-prozentigem Inländerrum fast das Doppelte.

Was ist der Unterschied zum Punsch?

Beide stehen auf schwarzem Tee. Der Jagertee nimmt Inländerrum und Rotwein, der Punsch braunen Rum und mehr Zitrusfrucht.

Kann ich fertiges Konzentrat nehmen?

Ja. Es wird mit heißem Wasser oder Tee verdünnt, die Angabe auf der Flasche ist dabei genauer als jede Faustregel.

Wie halte ich Jagertee warm?

In der Thermoskanne, und zwar ohne den Rum. Der kommt erst in den Becher, dann bleibt sein Aroma erhalten.