Long Island Ice Tea
Fünf Flaschen stehen für diesen Drink auf dem Tisch, und am Ende schmeckt er nach Eistee. Der Long Island Ice Tea ist der bekannteste Trick der Barwelt: Nichts davon ist Tee, und trotzdem erkennt ihn jeder an der Farbe. Was er wirklich an Alkohol mitbringt, unterschätzen die meisten.
Zutaten
| 1,5 cl | Wodka |
| 1,5 cl | Tequila (100 % Agave) |
| 1,5 cl | Weißer Rum |
| 1,5 cl | Gin |
| 1,5 cl | Cointreau |
| 2,5 cl | Frisch gepresster Zitronensaft |
| 3 cl | Zuckersirup |
| 10 cl | Cola |
| 6 | Eiswürfel |
Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.
So wird er gemixt
Longdrinkglas mit sechs Eiswürfeln füllen.
Alle Zutaten außer der Cola direkt ins Glas geben.
Mit Cola auffüllen.
Einmal vorsichtig umrühren, kräftiges Rühren treibt die Kohlensäure aus.
Mit einer Zitronenscheibe garnieren.
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Was drin ist und was nicht
Wodka, Tequila, weißer Rum, Gin und Cointreau, dazu Zitronensaft, Zuckersirup und ein Schuss Cola. Das ist alles.
Tee kommt in keinem einzigen Schritt vor. Die Farbe macht die Cola, und der Name beschreibt, wie der Drink aussieht, nicht was drin ist. Wer ihn blind probiert, tippt trotzdem oft auf Eistee, weil Zitrone und Süße in dieselbe Richtung ziehen.
Cointreau ist ein Orangenlikör und bringt als einzige der fünf Flaschen eine klare eigene Note mit. Die anderen vier halten sich gegenseitig in Schach, und genau daraus entsteht dieser unbestimmte Geschmack.
Fünf Flaschen, aber kein Shot
Hier kommen Leute ins Grübeln: Fünf Spirituosen klingen nach einer Menge, aber von jeder gehen nur 1,5 Zentiliter ins Glas. Das ist weniger als die Hälfte eines üblichen Schnapsglases.
Zusammen sind es 7,5 Zentiliter reiner Spirituosen, und das entspricht ungefähr anderthalb normalen Longdrinks. Der Unterschied liegt nur darin, dass die Menge auf fünf Sorten verteilt ist statt auf eine.
Abmessen lohnt sich deshalb doppelt. Wer bei fünf Flaschen jeweils großzügig eingießt, landet schnell beim Doppelten.
Cointreau oder Triple Sec
Die offizielle Rezeptur nennt Cointreau, eine Marke von Triple Sec aus Frankreich. Ein anderer Triple Sec funktioniert genauso, schmeckt meist etwas süßer und weniger klar nach Orange.
Blue Curaçao solltest du hier nicht nehmen, auch wenn er ebenfalls ein Orangenlikör ist. Er färbt den Drink grünlich, und die Eistee-Farbe ist beim Long Island Ice Tea der halbe Spaß.
Hast du gar keinen Orangenlikör im Haus, lass ihn weg und gib einen halben Zentiliter Zuckersirup mehr dazu. Der Drink wird dann flacher, bleibt aber trinkbar.
Zuckersirup im Verhältnis 1 zu 1
Drei Zentiliter Zuckersirup stecken im Rezept, und das ist eine Menge, bei der das Mischungsverhältnis zählt. Gemeint ist gleich viel Zucker wie Wasser, jeweils nach Gewicht.
Du gibst also zum Beispiel 200 Gramm Zucker und 200 Gramm Wasser in einen Topf und rührst beim Erwärmen, bis die Flüssigkeit klar ist. Kochen solltest du ihn nicht, sonst wird er dick und schmeckt karamellig.
Abgekühlt hält er sich im verschlossenen Glas mehrere Wochen im Kühlschrank. Fertigen Sirup gibt es zwar auch, aber er ist eine der wenigen Barzutaten, bei denen Selbermachen nichts kostet außer fünf Minuten.
Gebaut, nicht geschüttelt
Das Glas kommt voll Eis, dann gibst du alle Zutaten außer der Cola direkt hinein. Zum Schluss füllst du mit Cola auf und rührst einmal vorsichtig um.
Einen Shaker brauchst du nicht. Der Drink enthält nichts, was sich schlecht verbindet, und das Schütteln würde die Cola flach machen.

Welches Glas und wie viel Eis
Ein Longdrinkglas mit 40 Zentilitern. Die Größe ergibt sich aus der Rechnung: Im Glas landen 23 Zentiliter Flüssigkeit, dazu kommen sechs Eiswürfel mit rund 150 Gramm, die noch einmal gut 16 Zentiliter einnehmen. Zusammen sind das 39 Zentiliter.
In einem 30-cl-Glas geht das nicht aus. Dort bliebe nach dem Eis kaum Platz für die Spirituosen, von der Cola ganz zu schweigen.
Große Würfel sind besser als kleine. Sie schmelzen langsamer, und bei einem Drink, den man über zwanzig Minuten trinkt, macht das den Unterschied zwischen kalt und wässrig.
Wie viel Cola dazugehört
Die offizielle Rezeptur sagt nur „mit Cola auffüllen" und nennt keine Menge. Wir rechnen mit 10 Zentilitern, weil das im 40-cl-Glas die Lücke füllt, ohne den Drink zu ertränken.
Wer weniger nimmt, bekommt einen kräftigeren, weniger süßen Drink. Wer mehr nimmt, verlängert ihn.
Ein Punkt dazu, der oft untergeht: Mehr Cola senkt den Alkoholanteil in Prozent, aber nicht die Alkoholmenge im Glas. Du trinkst denselben Alkohol, nur verdünnter.
Wie stark er ist
Fünf Spirituosen zu je 1,5 cl ergeben 22,8 Gramm reinen Alkohol. Auf die 230 Milliliter, die zusammenkommen, macht das 12,6 % Vol.
In Standardgläsern gerechnet sind das 2,1. Ein Standardglas entspricht dabei 11 Gramm reinem Alkohol, so zählt es die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Zwei Standardgläser sind ungefähr zwei kleine Bier, und die stecken hier in einem einzigen Longdrink.
Innerhalb dieser Sammlung ist das viel, aber nicht die Spitze: Der Zombie kommt auf 3,6 Standardgläser. Dass der Long Island Ice Tea trotzdem als besonders starker Drink gilt, liegt daran, dass man ihm nichts anmerkt. Er schmeckt süß und spritzig, und die fünf Flaschen verstecken sich gut.
Wie viele Kalorien drin sind
Getränke über 1,2 % Vol. brauchen keine Nährwertkennzeichnung, geregelt in Anhang V der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Rechnen lässt es sich trotzdem.
Der Alkohol liefert 7 Kilokalorien je Gramm, so steht es im Anhang XIV derselben Verordnung, und bei 22,8 Gramm sind das rund 160. Dazu kommen die 3 cl Zuckersirup mit etwa 100 und die Cola mit gut 40. Ein Glas landet damit bei rund 310 Kilokalorien.
Der Hebel ist der Sirup, nicht die Cola. Ein Zentiliter weniger spart rund 35 Kilokalorien, und das merkt man am Drink kaum.
Für eine Runde vorbereiten
Die fünf Spirituosen, Zitronensaft und Zuckersirup lassen sich vormischen und kalt stellen. Für zehn Gläser sind das je 15 cl aus den fünf Flaschen, dazu 25 cl Zitronensaft und 30 cl Zuckersirup.
Das ergibt anderthalb Liter Vormischung, von der du je Glas 13 Zentiliter abmisst. Cola und Eis kommen erst ins einzelne Glas, sonst ist die Kohlensäure weg, bevor der erste Gast da ist.
Den Zitronensaft presst du am besten frisch, und zwar erst am Tag der Party. Er verliert über Nacht seine klare Säure und schmeckt dann muffig.
Was du dafür einkaufst
Fünf Flaschen zu 0,7 l reichen für 46 Gläser, die kaufst du also einmal und hast sie lange. Zitronen rechnest du mit zwei Gläsern je Frucht, für zehn Drinks brauchst du fünf Stück. Eine 1,5-Liter-Flasche Cola reicht für fünfzehn Gläser.
Woher der Name kommt
Long Island ist eine Insel vor New York, und dort soll der Drink in den siebziger Jahren entstanden sein. Erzählt wird die Geschichte von Robert Butt, einem Barkeeper aus Oak Beach, der ihn für einen Wettbewerb gemixt haben will.
Eine zweite Spur führt in die Zeit der Prohibition und nach Long Island in Tennessee, wo ein Drink mit ähnlicher Idee kursiert haben soll. Belegen lässt sich keine der beiden Varianten sauber, und das ist bei Cocktailgeschichten eher die Regel als die Ausnahme.
Im Deutschen findest du beide Schreibweisen. Long Island Ice Tea ist hierzulande die häufigere, die offizielle Rezeptur führt ihn als Long Island Iced Tea. Gemeint ist derselbe Drink.
Fertig gemischt aus dem Handel
Es gibt ihn als Fertigmischung in Flaschen und Dosen, meist mit deutlich weniger Alkohol als im Original und mit Aroma statt echtem Zitronensaft.
Für eine Party lohnt sich das selten. Fünf Flaschen Spirituosen sind eine einmalige Anschaffung, und ab dem dritten Glas bist du günstiger dran als mit Fertigware.
Long Island Ice Tea ohne Alkohol
Fünf Spirituosen einzeln zu ersetzen wäre teuer und würde wenig bringen. Stattdessen übernimmt schwarzer Pfirsich-Eistee die Aufgabe, weil er Körper und eine leichte Bitterkeit mitbringt.
Das Rezept steht beim alkoholfreien Long Island Ice Tea.
Häufige Fragen zum Long Island Ice Tea
Ist Tee im Long Island Ice Tea?
Nein, Tee ist keiner drin. Die Farbe kommt von der Cola, und der Name beschreibt nur das Aussehen.
Was ist im Long Island Ice Tea drin?
Je 1,5 cl Wodka, Tequila, weißer Rum, Gin und Cointreau, dazu 2,5 cl Zitronensaft, 3 cl Zuckersirup und 10 cl Cola.
Wie viel Alkohol hat ein Long Island Ice Tea?
12,6 % Vol. bei 230 ml, also 22,8 Gramm reiner Alkohol oder 2,1 Standardgläser. Das entspricht ungefähr zwei kleinen Bier.
Warum heißt er Ice Tea, wenn kein Tee drin ist?
Wegen der Farbe. Mit Cola aufgefüllt sieht der Drink aus wie Eistee, und durch Zitrone und Süße schmeckt er auch in diese Richtung.
Heißt es Ice Tea oder Iced Tea?
Beides meint denselben Drink. Im Deutschen ist Long Island Ice Tea üblicher, die offizielle Rezeptur führt ihn als Long Island Iced Tea.
Kann ich eine der fünf Flaschen weglassen?
Am ehesten den Cointreau, dann gibst du einen halben Zentiliter Zuckersirup mehr dazu. Fällt eine der klaren Spirituosen weg, verschiebt sich der Geschmack deutlich.
Geht auch Triple Sec statt Cointreau?
Ja, Cointreau ist selbst ein Triple Sec. Andere Marken schmecken meist etwas süßer und weniger klar nach Orange.
Welches Glas brauche ich?
Ein Longdrinkglas mit 40 cl. In ein kleineres passen die 23 cl Flüssigkeit und das Eis nicht zusammen hinein.
Wie viele Kalorien hat ein Long Island Ice Tea?
Rund 310 Kilokalorien, davon etwa 160 aus dem Alkohol und 100 aus dem Zuckersirup. Der Sirup ist der Hebel, wenn du sparen willst.
Geht der Long Island Ice Tea auch ohne Alkohol?
Ja, mit schwarzem Pfirsich-Eistee statt der fünf Spirituosen. Er bringt Körper und eine leichte Bitterkeit mit.
