11,3 % Vol. 1,2 Standardgläser Longdrinkglas (30 cl)

Bloody Mary

Irgendwann am späten Vormittag steht jemand auf, während alle anderen beim Kaffee sitzen, und will etwas Herzhaftes. Die Bloody Mary ist der Drink für diesen Moment und der einzige in dieser Sammlung, zu dem man etwas isst. Dieses Bloody Mary Rezept folgt der Rezeptur der International Bartenders Association und zeigt dir jede Zutat samt ihrer Aufgabe, die Technik dahinter und den Weg, sie für eine ganze Runde vorzubereiten.

Bloody Mary als Illustration

Zutaten

Für 1 Glas · Longdrinkglas (30 cl)
4,5 cl Wodka
9 cl Tomatensaft
1,5 cl Frisch gepresster Zitronensaft
2 Spritzer Worcestershiresauce
6 Eiswürfel fürs Glas, etwa 150 g
Tabasco, Selleriesalz, Pfeffer (nach Geschmack)

Garnitur: Selleriestange und Zitronenspalte (optional)

Leg den Drink in den Party-Planer. Dort stehen alle Zutaten auf einer Einkaufsliste, umgerechnet auf Flaschen und Packungen.

So wird er gemixt

1

Das Longdrinkglas zu zwei Dritteln mit Eiswürfeln füllen, das sind etwa sechs.

2

Wodka, Tomatensaft, Zitronensaft und Worcestershiresauce darübergeben.

3

Vorsichtig rühren, bis sich alles verbunden hat, etwa zehn Umdrehungen.

4

Mit Tabasco, Selleriesalz und Pfeffer abschmecken.

5

Mit Selleriestange und Zitronenspalte garnieren.

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Warum das funktioniert

Die Bloody Mary lebt davon, dass sich vier Geschmacksrichtungen gegenseitig halten. Der Tomatensaft bringt Körper und Süße, die Zitrone die Säure, Worcestershiresauce und Selleriesalz das Herzhafte, und der Tabasco legt die Schärfe darüber. Der Wodka bindet das Ganze, ohne selbst zu schmecken. Verschiebt sich eine dieser Größen, schmeckt der Drink sofort nach kaltem Tomatensaft oder nach Suppe.

Was in eine Bloody Mary gehört

Fünf Zutaten, und jede hat ihren Platz: 4,5 cl Wodka, 9 cl Tomatensaft, 1,5 cl frisch gepresster Zitronensaft, zwei Spritzer Worcestershiresauce und Tabasco, Selleriesalz und Pfeffer nach Geschmack. Damit liegen wir auf der Rezeptur der International Bartenders Association.

Das Verhältnis 1 zu 2 zwischen Wodka und Tomatensaft ist der Punkt, an dem viele abweichen. Mehr Wodka macht den Drink dünn, weil ihm die Säure und die Würze dann nicht mehr entgegenhalten. Weniger geht gut, und wenn du ganz darauf verzichtest, bist du bei der Virgin Mary.

Die Selleriestange ist mehr als Deko. Du rührst mit ihr um, und während du trinkst, gibt sie ein wenig von ihrem Geschmack ab.

Wie viel Eis ins Glas kommt

Das Glas wird zu zwei Dritteln mit Eiswürfeln gefüllt, etwa sechs Stück. Das klingt nach viel, ist aber der Grund, warum der Drink kalt bleibt, ohne zu verwässern: Viel Eis schmilzt langsamer als wenig. Zwei einsame Würfel in einem großen Glas sind nach fünf Minuten weg, und was übrig bleibt, ist lauwarmer Tomatensaft.

Nimm große Würfel, wenn du welche hast. Gestoßenes Eis hat zu viel Oberfläche und wässert den Drink in kurzer Zeit.

Welcher Tomatensaft

Nimm einen Direktsaft ohne Zuckerzusatz, am besten einen, der im Glas verkauft wird und beim Schütteln sichtbar dickflüssig bleibt. Dünne Säfte aus Konzentrat ergeben einen Drink, der im Glas nach unten absackt und wässrig schmeckt.

Wichtiger ist das Salz. Die meisten Tomatensäfte sind bereits gesalzen, manche kräftig, und dazu kommen bei dir noch Selleriesalz und Worcestershiresauce. Schmeck den Saft deshalb pur ab, bevor du würzt. Schmeckt er schon deutlich salzig, lässt du das Selleriesalz zunächst weg und entscheidest am Ende.

Gekühlt sollte er sein, und zwar richtig. Kalter Saft braucht weniger Eis, und weniger Eis heißt weniger Schmelzwasser im Glas.

Welcher Wodka

Ein neutraler Wodka aus dem mittleren Preisbereich reicht vollkommen. Die feinen Unterschiede, für die man bei einem guten Wodka bezahlt, gehen gegen Tomate, Tabasco und Worcestershiresauce unter.

Spannender wird es, wenn du bewusst einen aromatisierten nimmst. Ein Wodka mit Pfeffer passt zum herzhaften Ton und spart dir einen Teil der Schärfe, die sonst aus der Flasche kommt. Zitronenwodka zieht den Drink in die frische Richtung.

Worcestershiresauce, und was sonst geht

Sie ist die Zutat, die aus Tomatensaft einen Cocktail macht. In der Flasche steckt eine über Monate gereifte Mischung aus Essig, Melasse, Tamarinde, Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen, und genau diese Tiefe fehlt, wenn du sie weglässt.

Ein Punkt, der selten dabeisteht: Das Original von Lea & Perrins enthält Sardellen, ist also kein vegetarisches Produkt. Wer darauf achtet, greift zu einer der veganen Worcestersaucen, die es inzwischen von mehreren deutschen Herstellern gibt.

Hast du gar keine im Haus, kommst du mit einem Spritzer Sojasauce und einem Tropfen Balsamico erstaunlich weit. Das ist nicht dasselbe, liefert aber den salzig-dunklen Grundton, um den es geht.

Warum nicht geschüttelt wird

Tomatensaft besteht aus feinen Fruchtteilchen, die in der Flüssigkeit schweben. Im Shaker schlägst du Luft hinein, der Saft wird schaumig und verliert die Sämigkeit, die den Drink ausmacht. Übrig bleibt ein blasser, leicht schaumiger Tomatensaft mit Alkohol.

Für eine einzelne Portion genügt vorsichtiges Rühren im Glas, etwa zehn Umdrehungen mit dem Barlöffel. Die Würze verteilt sich dabei vollständig, und die Konsistenz bleibt, wie sie sein soll.

Mischt du mehrere Gläser, lohnt sich das Rollen: Du gießt die fertige Mischung ein paarmal zwischen zwei Gläsern hin und her, bis alles verbunden ist. Das durchmischt kräftiger als der Löffel und bringt trotzdem keine Luft hinein.

Bloody Mary im Glas mit Selleriestange, daneben Tabasco, Worcestershiresauce, Zitrone und Salz

Die Würze macht den Drink

Vier Zutaten sorgen für den herzhaften Ton, und jede hat ihre eigene Aufgabe. Worcestershiresauce bringt den Grundton, Tabasco die Schärfe, Selleriesalz verbindet Tomate und Salz, und der Zitronensaft hält das Ganze frisch.

Die Reihenfolge hilft beim Abschmecken: erst Zitronensaft und Worcestershiresauce, dann umrühren und probieren, danach Tabasco und zum Schluss Selleriesalz und Pfeffer. So schmeckst du jede Stufe einzeln und merkst, wo es kippt.

Wenn sie nicht schmeckt

Zu scharf ist der häufigste Fall, und dagegen hilft nur Verdünnen. Gib einen Schuss Tomatensaft nach, rühr um und probier erneut. Milch oder Sahne, wie man sie beim Essen gegen Schärfe nimmt, funktionieren im Glas nicht.

Schmeckt sie zu salzig, bringt dich Zitronensaft weiter. Säure überdeckt Salz besser als zusätzliche Flüssigkeit, und sie passt ohnehin ins Bild.

Wirkt sie flach und dünn, fehlt meistens die Säure und nicht die Schärfe. Ein halber Zentiliter Zitronensaft mehr hebt den ganzen Drink an. Erst wenn das nichts bringt, lohnt ein weiterer Spritzer Worcestershiresauce.

Karaffe mit Bloody Mary und drei vorbereitete Gläser mit Selleriestangen, das Eis steht daneben

Für eine Runde vorbereiten

Die Bloody Mary verträgt es gut, vorab gemischt zu werden, weil sie weder Kohlensäure noch Schaum braucht. Für sechs Gläser rührst du 27 cl Wodka, 54 cl Tomatensaft und 9 cl Zitronensaft in einer Karaffe zusammen, dazu zwölf Spritzer Worcestershiresauce und die Gewürze.

Die Karaffe kommt ohne Eis in den Kühlschrank und darf dort ruhig ein paar Stunden stehen. Je länger sie zieht, desto runder schmeckt sie, weil sich die Gewürze verteilen. Das Eis kommt erst beim Einschenken ins Glas, sonst steht am Ende verdünnter Saft auf dem Tisch.

Tabasco würzt du besser pro Glas. Was dem einen zu lasch ist, ist dem nächsten zu viel, und aus der Karaffe bekommst du die Schärfe nicht wieder heraus.

Wie stark sie ist

4,5 cl Wodka auf 150 ml ergeben 16,9 ml reinen Alkohol und 11,3 % Vol. im Rezept, nach dem Rühren rund 9,4 % im Glas. Das entspricht 1,2 Standardgläsern.

Damit liegt sie im Mittelfeld dieser Sammlung. Sie trinkt sich allerdings langsamer als die meisten anderen Drinks, weil sie sättigt.

Was mit den Kalorien los ist

Getränke über 1,2 % Vol. sind von der Nährwertkennzeichnung ausgenommen, geregelt in Anhang V der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Rechnen lässt es sich hier gut, weil nur drei Zutaten etwas beitragen.

Der Alkohol liefert 7 Kilokalorien je Gramm, so steht es in Anhang XIV derselben Verordnung, und bei 13,3 Gramm sind das rund 93. Tomatensaft und Zitronensaft bringen zusammen etwa 20 dazu. Ein Glas landet damit bei rund 115 Kilokalorien, deutlich weniger als die meisten süßen Cocktails.

Der einzige nennenswerte Hebel ist der Wodka. Wer ihn weglässt, ist bei rund 20 Kilokalorien und trinkt eine Virgin Mary.

Woher der Name kommt

Als Erfinder gilt der Barkeeper Fernand Petiot, der den Drink in den zwanziger Jahren in einer Pariser Bar gemischt haben soll und ihn später in New York bekannt machte. Belegt ist das nicht abschließend.

Beim Namen kursieren mehrere Erklärungen: die englische Königin Maria I., eine Bekannte des Komikers George Jessel und eine Dame namens Mary Brown Warburton, der das Glas umgekippt sein soll. Welche davon stimmt, weiß niemand sicher. Zu Halloween passt er jedenfalls besser als jeder andere Klassiker, weshalb er bei unseren Halloween-Rezepten dabei ist.

Varianten

Tausch den Wodka gegen Tequila, und du hast eine Bloody Maria, die durch den Agaventon erdiger schmeckt. Mit Gin heißt sie Red Snapper und wird durch den Wacholder kräuteriger.

In Mexiko trinkt man die Michelada, bei der helles Bier mit Limette, Salz und Würzsaucen zusammenkommt. Sie ist leichter und erfrischender als die Bloody Mary, und mit einem Schuss Tomatensaft wird sie ihr ziemlich ähnlich.

Bloody Mary ohne Alkohol

Die Bloody Mary ist der Drink, der ohne Alkohol am wenigsten verliert, weil Tomate, Säure und Würze ihn allein tragen. Der Wodka fällt ersatzlos weg, und der Tomatensaft übernimmt sein Volumen. Ein halber Teelöffel frisch geriebener Meerrettich bringt sogar die Schärfe zurück, die sonst vom Alkohol kommt. Das Rezept steht bei der Virgin Mary.

Für Kinder ist allerdings auch die alkoholfreie Variante nichts, weil der Tabasco bleibt. Was für sie geht, steht bei den Kinder-Cocktails.

Häufige Fragen zum Bloody Mary

Was ist eine Bloody Mary?

Ein herzhafter Cocktail aus Wodka, Tomatensaft, Zitronensaft und Würze. Er wird gerührt im Longdrinkglas serviert, mit Selleriestange und Zitronenspalte.

Was gehört in eine Bloody Mary?

4,5 cl Wodka, 9 cl Tomatensaft, 1,5 cl Zitronensaft, zwei Spritzer Worcestershiresauce sowie Tabasco, Selleriesalz und Pfeffer nach Geschmack.

Was färbt eine Bloody Mary rot?

Der Tomatensaft. Er macht den größten Teil des Drinks aus und gibt ihm Farbe, Körper und Süße.

Welcher Wodka gehört in eine Bloody Mary?

Ein neutraler aus dem mittleren Preisbereich reicht, weil feine Unterschiede gegen Tomate und Würze untergehen. Ein Pfefferwodka passt zum herzhaften Ton.

Warum wird die Bloody Mary nicht geschüttelt?

Weil Tomatensaft dabei schaumig wird und seine Sämigkeit verliert. Vorsichtiges Rühren reicht, bei mehreren Gläsern das Rollen zwischen zwei Gläsern.

Was nehme ich statt Worcestershiresauce?

Einen Spritzer Sojasauce und einen Tropfen Balsamico. Wer die Sauce aus anderen Gründen meidet: Das Original enthält Sardellen, vegane Alternativen gibt es im Handel.

Wie scharf soll sie sein?

Zwei Spritzer Tabasco sind der Ausgangspunkt. Nachwürzen geht immer, zurücknehmen nicht.

Wie viel Alkohol hat eine Bloody Mary?

Im Rezept sind es 11,3 % Vol., im Glas rund 9,4 %. Das entspricht 1,2 Standardgläsern.

Wie viele Kalorien hat eine Bloody Mary?

Rund 115 Kilokalorien pro Glas, davon 93 aus dem Wodka. Ohne Alkohol bleiben etwa 20 übrig.

Hilft eine Bloody Mary gegen Kater?

Nein. Alkohol am Morgen schiebt die Beschwerden nur auf und verlängert sie, darauf weist das US-Institut NIAAA ausdrücklich hin. Gegen einen Kater hilft Zeit.