lustige schwäbische Sketch-Effekt-Handlung Richter gegen Maurerpolier:
Richter gegen Maurerpolier Bätzner – Sehr lustige schwäbische Sketch-Effekt Handlung, an besten mit einem Schwaben vortragen oder gut üben! Viel Spass dabei:
Personen: Richter
Ewald Bätzner Maurerpolier
Programmansager
Zubehör: Richterhammer, Richterrobe, eventuell ein etwas abgehobenes Pult, Maurerkleidung. Schreibmaschine und Tipper (um den ganzen ein bisschen Gerichtsfeeling zu geben. In Klammer Ansagen!
Ansager: Es kommt zum Aufruf der Fall: Mühsamer gegen Bätzner. Bitte eintreten!
Richter: (nimmt Platz, Bätzner auf der Anklagebank) Sie sind der Maurerpolier Gothilf Bätzner?
Bätzner: Zu Befehl Herr Amtmann.
Richter: Antworten Sie bitte mit Ja oder Nein, wir sind hier nicht beim Militär – (militärisch) Verstanden?
Bätzner: Jawohl Herr Amtshof
Richter: Ihr Alter?
Bätzner: Isch gstorbe.
Richter: Wie alt habe ich gefragt.
Bätzner: Mit 85 Jahr – isch er gestorbe.
Richter: Ich meine doch Sie.
Bätzner: Ich leb no.
Richter: Ich möchte wissen, wie alt Sie sind?
Bätzner: Ich werd morga fuffzig.
Richter: Ich habe Sie nicht gefragt, wie alt Sie werden, sondern wie alt Sie heute sind.
Bätzner: Heut? Ha, i bin halt übermorga 49 gwe.
Richter: In der Anklageschrift heißt es, Sie sollen am 22. Dezember vergangenen Jahres Ihren Arbeitskollegen, den ledigen Maurergesellen Karl Mühsamer, aus einem Neubaugebäude zum 4ten Stockwerk durchs Fenster hinausgeworfen haben.
Bätzner: Scho verloga.
Richter: Wieso?
Bätzner: Weil es net des 4te Stockwerk war, sondern das 5te.
Richter: Umso schlimmer.
Bätzner: I han bloß dees do, was der von mir verlangt hat.
Richter: Sie wollen doch dem Gericht nicht weismachen, dass der Kläger mit diesem Rohheitsdelikt einverstanden war.
Bätzner: S – isch ihm ja nix passiert, der schafft scho lang wieder. Der isch zäh wie e Katz.
Richter: Ob der Kläger dabei körperlichen Schaden davontrug, steht hier nicht zur Debatte. Heute geht es darum festzustellen, was Sie zu dieser Tat veranlasst hat. Erzählen Sie uns also ganz genau, wie sich der Fall am 22. Dezember zugetragen hat.
Bätzner: Ha, dees isch glei verzählt, Herr Richter.
Richter: Also fangen Sie an.
Bätzner: Von vorne? – Also i be an sellem Tag, so gege dreiviertel Zwölfe, auf em Bau gwe – im 5te Stock drobe und hang wartet.
Richter: Auf was haben Sie gewartet?
Bätzner: Auf’s zwölfe schlage! Und der Mühsamer Karle isch danebe gschtande und hot mir gholfe. I sag zu ihm: Karle, dess da kann i jetzt vollends allei mache, Du gescht jetzt runter und holscht en Kübel Speis ruf! Ond do hot der a freche Gosch ghet.
Richter: Ein freches – vorlautes Mundwerk wollen Sie wohl sagen?
Bätzner: Ja, so kann mr au sage. Ich hab mir das von Ihm verbete und hab gsagt: Karle, wenn dei Gosch net haltscht, no schlag i dir eins an Ruessel na.
Richter: (energisch) So geht das auf keinen Fall weiter –
Bätzner: Ja dees han i au gsagt; i han gsagt, i geb dir jetzt den dienstlichen Befehl, dass du den Kübel nimmscht und Speis raufholscht.
Richter: Weiter
Bätzner: Er hat no ebbes bruddelt
Richter: Bitte?
Bätzner: Bruddelt hat er, – er hat noch etwas geprudelet – isch na und wie-ner nach 10 Minute wieder rufkommt, hat er wieder e freche Gosch ghet. Bürschle han i zu ihm gsagt, wenn die Bruddlerei net ufhört, schlag i dir d’Wasserwaag uf die Kürbis nuf.
Richter: Das kann doch kein Mensch protokollieren, sprechen Sie doch deutsch!
Bätzner: Ich lege dir mit Windeseile die Wasserwaage auf deinen Kürbis oben druff. – No isch er mit em Speiskübel auf mi losgange – und i han em glei en Fußtritt verpasst, dass er mitsamt em Kübel in d’Wanne nei’gfloge ischt und darauf na hat er eine Beleidigung ausgestoße übelster Art
Richter: Wieso, was hat er denn gesagt?
Bätzner: Er hat gsagt: Ich könn! Ihn ….. ich soll ihn………..
Richter: Was?
Bätzner: Ha den Wandspruch vom Uhland hat er halt gsagt – vom Götz von Berlichinge.
Richter. (lacht) Ach, Sie meinen das Zitat des Götz von Berlichingen. Das ist aber nicht vom Uhland, sondern vom Goethe.
Bätzner: Ja dees han i nemme untersuche könne. I han jedenfalls gsagt, wenn er dees noch einmal zu mir sagt, no pack ich ihn vorne am Krawättle und heb ihn mit em steife Arm zum Fenster naus.
Richter: Und dann?
Bätzner: No hat er’nomal gsagt – und no han en gnomme, Herr Amtsrat. Mit beide Fäust han i’n packt, vorne am Krawättle und han ihn mit em steiffe Arm zum Fenster nausghobe.
Richter: Weiter – weiter!
Bätzner: Jetzt hat er natürlich gschrie’e, godslästerlich hat er gschrie’e
Richter: Was hat er denn geschrieen?
Bätzner: „Loslasse“, hat er gschrie’e „loslassen, loslasse!“
Richter: Ja und dann?
Bätzner: Dann han en l o s g l a s s e.
Eingesendet von User Michael B. aus R. Vielen Dank






Am 31. Januar 2008 um 20:21 Uhr
Wer jemals mit einem Schwaben zusammen war -und ich HATTE diese Ehre!!!!!!!!! – der weß, das DAS die bittere Realität ist!!!
Köstlich, einfach köstlich
Am 8. Februar 2008 um 13:42 Uhr
[...] die schwäbische Mundart spricht, versteht oder gar liebt, sollte sich diese “Gerichtsverhandlung” einmal “neizieha” (zu Gemüte führen): Hinweis: Alle Blogeinträge [...]