Liebe Verwandte, Bekannte und Freunde,
ich bin zwar kein Fan von Massenmails, aber mein momentaner Gesundheitszustand erlaubt mir nicht jedem alles wiederholt von Anfang an zu erzählen. Dies strengt mich in meiner momentanen Situation zu sehr an. Deswegen möchte ich hier für jeden zugänglich einmal zusammenfassen wie es mir die letzten Wochen ergangen ist. Angefangen hat alles am 15.05.2010, als ich mich mit Grippesymptome und Schmerzen beim Atmen meinem Hausarzt vorstellte, der mir dann Antibiotika verschrieb, wie es bei einer Grippe so üblich ist. Samstags gings mir dann wesentlich schlechter und ich lag den ganzen Tag im Bett, trotz Antibiotika. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht einschätzen in welchem akuten Zustand ich mich befand. Frei nach dem Motto „Dass wird schon wieder“, danach habe ich den Sonntag ebenfalls im Bett verbracht, wobei sich gegen Abend mein Zustand so massiv verschlechtert hatte, dass es in letzter Minute war als ins Krankenhaus kam. Der diensthabende Arzt in Tübingen diagnostizierte anfangs nur eine Magen-Darm-Infektion und sah alles soweit ganz locker.
Eine Stunde später im Krankenhaus sah es allerdings für mich sehr kritisch aus, mein Herz hatte so gut wie die Arbeit aufgegeben, mitsamt der Leber und der Nieren. Ich war so vollgepumpt mit Morphium, damit die Schmerzen einigermassen erträglich waren. Die nächsten Tage auf der Intensivstation in Tübingen, habe ich aufgrund der vielen Schmerzmittel nur noch wage in Erinnerung. Freitag stand dann die Verlegung nach Heidelberg im Raum, da sich mein Zustand noch nicht gebessert hatte. Letztendlich wurde ich Samstag Nachmittag mit dem Hubschrauber nach Heidelberg geflogen, wo ich dann auch weiter auf der Intensivstation behandelt wurde. Sofort wurde ich dort auch wieder an die Dialyse angeschlossen. Die ich bereits schon In Tübingen auch bekommen habe. Außerdem bekam ich Medikamente zur Herzunterstützung und parallel dazu eine Therapie zum Wiederaufbau der Niere, da diese durch die Minderdurchblutung so geschädigt war, weil mein Herz nur so schwach pumpt. Nach einer Woche hatten sich die Entzündungswerte etwas reduziert, allerdings bekam ich dann noch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Dies hat mich eine Woche zurückgeworfen, in der ich nichts zu essen bekam und starkes Schmerzmittel benötigte.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben sich meine Entzündungswerte weiter gebessert, aber ich fühle mich noch sehr geschwächt und sogar dass Aufstehen strengt mich total an, da dass Herz noch viel zu schwach ist und sich noch nicht wirklich gebessert hat. Deshalb ist mir telefonieren und simsen auch noch zu anstrengend, bitte habt Verständnis dafür, dass ich zur Zeit nur meine Eltern, Freundin um mich herum haben möchte. Sobald es mir wieder besser geht dürft ihr mich auch gerne besuchen.
Da jedoch vermutlich noch eine Herztransplantation ansteht, kann ich noch nicht voraussagen wann dies sein wird. Die Herztransplantation wird nochmal ein Stresstest für alle um mich herum. Ich muss ½ Jahr sehr vorsichtig sein und darf nur mit gesunden Menschen Kontakt halten und auch nur eingeschränkt. Eine erneute Infektion kann ich mir dann nicht leisten. Da werden wir uns wahrscheinlich nur ganz kurz sehen und großartig weggehen zusammen ist leider auch nicht drin.
Vielen Dank für Eure Genesungswünsche, es sind alle angekommen. Worüber ich mich auch sehr gefreut habe. Bitte habt Verständinis dafür, dass ich mich in dieser Situation nicht früher und nicht persönlich bei jedem Einzelnen bedanken und melden kann.
Bitte habt auch für meine Eltern und Freundin Verständnis, dass diese nicht ständig Grüsse weiterleiten können und diese auch sehr belastet sind durch die dauernden anhaltenden Nachfragen nach meinem aktuellen Gesundheitszustand. Bitte entlastet diese diesbezüglich, falls es irgendwelche Änderungen gibt, erfahrt Ihr diese hier auf party-spiele.com.
Frequently asked questions (Faq)
Warum ist das Ganze passiert?
Darauf gibt es wohl keine vernünftige Antwort. Ich würde einfach auf Schicksal tippen. Aber man zieht seine Konsequenzen daraus. Man nimmt das Leben nun mit ganz anderen Augen wahr und erkennt erst jetzt wie kostbar es doch ist. Ich würde auch nie wieder eine einfache Grippe dermaßen unterschätzen! Ich hoffe ihr auch nicht.
Wie lange dauert das denn noch?
Kann mir leider niemand sagen. Es kann Monate bis Jahre dauern. Bisher habe ich 1,5 Monate hinter mir und hoffe dass sich nochmal alles ohne Herztransplantation beheben lässt. Meine Ärzte hier geben dem alten Herzen aber wenig Chance, deshalb bin ich bereits gelistet auf der normalen Transplantationsliste, was mir noch einen kleinen Zeitrahmen für Besserungen gibt. Ein Kunstherz lehnen die Ärzte ab wobei es am 25.06. plötzlich wieder zur Diskussion stand. Es ist zwar kein reines Kunstherz, man bezeichnet es als assist device, welches das Herz kurfristig zur seiner Genesung entlasten soll und in Notfällen bis zum Spenderherz Zeit überbrücken soll.
Wie gut ist die Klinik in Heidelberg?
Ich würde sagen sehr gut, die haben hier schon über 300 Herzen erfolgreich transplantiert. Sogar auch einige Leute aus Tübingen und Umgebung. Die Ärzte machen einen professionellen Eindruck und sind menschlich ziemlich nett eingestellt. Sogar der Professor hier ist ein ganz netter und als ich das erstemal aufstehen durfte und im Gang etwas hin und herlaufen, hat er sich richtig gefreut. Er arbeitet wohl fast jeden Tag 12 Stunden und nimmt sich für jeden Patienten Zeit, was ich sehr beeindruckend finde. In manch anderer Klinik kommt der Prof. rein sagt „Hallo“ und „Tschüss“ und das wars! Wo bleibt dabei die Menschlichkeit?
Wie ist das Essen in Heidelberg?
Das Essen ist OK, allerdings bin ich noch auf leichte Kost eingestellt und bekomme dadurch meist nur irgendwie Grießbrei (bäh), aber meistens dann eine 2. Suppe auf Wunsch, so dass ich nicht ganz verhungere. Ich darf seit heute 15.06.10 wieder normal Essen und bis aufs Abendessen, welches immer auf eine Brotzeit rausläuft, ist es bisher immer gut gewesen. Leider hat der Koch hier einen Karottentick, ich glaub nach der Klinik kann ich keine Karotten mehr sehen. Zu jeder Mahlzeit ist irgendwas karottiges dabei.
Warum man hier in Heidelberg Nachts in der Klinik nicht schlafen kann?
Die Fenster lassen sich sehr gut schließen was Geräuschedämmung angeht, aber im Hochsommer steht die Luft im Zimmer, also Fenster wieder auf und Punkt zur Abendämmerung gehts los “QUAAAAK” “QUAAAAAAAAAK” nonstop. Der Teich ist Tagsüber recht gut anzusehen, wirkt schön ruhig und friedlich und ein bisschen als Lückenfüller, aber wehe es wird Nacht. Des weiteren fehlen richtige Rolläden dass man die Zimmer auch mal ganz dunkel machen kann. Ich kann eigentlich bei den vielen Lichtern von aussen, z. B. andere Zimmer auf der Gegenseite des U,s, sowie der vielen Beleuchtungen der anderen Gebäude nicht schlafen. Die Vorhänge im Zimmer sind noch zu lichtdurchlässig. Die von der Klinik müssen hier ja nicht übernachten, aber das Froschkonzert muss aufhören, es behindert die Heilung der Patienten und dessen gesunden Schlaf. Ich schlage vor mal den Teich für mehrere Monate im Sommer komplett stillzulegen. Im Prinzip war das Teil reine Geldverschwendung und ist eine Qual für alle Patienten.
Update Dienstag 15.06.2010: Ich soll wieder was normales zum Essen bekommen. Wenn ihr mich sehen könnte die ganzen Kräfte sind geschwunden, aus mir ist ein richtiger Spargeltarzan geworden.
Was mir in der schweren Zeit am meisten geholfen hat:
Meine Freundin Sabrina war Stunden- und Tagelang für mich da auch wenn ich durch Schmerzmittel das nicht wirklich mitbekommen habe. Ebenso meine und Ihre Eltern. Sie hat sogar ihre 2 Urlaubswochen hier bei mir in Heidelberg verbracht. Auch die vielen Genesungswünsche von meinem Freunden, Verwandten, Bekannten und Feuerwehrkameraden haben mich aufgebaut, weil ich wusste, dass ihr alle mir ganz fest die Daumen drückt. Drückt weiterhin so fleißig und es wird mir sicherlich helfen. Ich danke euch von tiefsten Herzen, welches gerade auf einem Zylinder statt auf 8 Zylindern läuft. Aber Kopf hoch mein Zustand ist jetzt soweit stabil.
Es kam die Frage auf ob Ihr irgendetwas für mich tun könnt?
Momentan trage ich den ganzen Kampf mit meinem Körper aus. Es hilft mir schon zu wissen, dass ihr stehts hinter mir steht und sobals ich mal wieder in den nächsten 2-3 Monaten fitter oder sogar fitt bin für den Besuchempfang, wäre es toll euch mal wieder zu sehen. Wenn das alte Herz wieder in mir pumpt. Ansonsten bin ich ein knappes halbes Jahr unter Quarantäne nach ner Herztransplantation. Ach nen Zwiebelrostbraten (vom Rudel in Hirschau) oder ne Pizza wäre dann au mal net schlecht.
Wie verbringe ich so meinen Tag kam als nächste Frage auf:
Der Tag ist unterschiedlich verplant hier in der Klinik. Meist gehen um 6 Uhr in der Früh die Zimmertüren auf und man macht Blutdruckmessungen, Blutabnahme und Gewichtmessen (letzter Wert Sa 26.06 – 82,4 Kg. Zu anfangs des ganzen Dilemmas hatte sich in meinem Körper über ein Haufen Wasser angesammelt und auf die Organe gedrückt, da waren es noch 97 Kg). Da die Nieren nicht mehr arbeiten, zumindest nicht mehr so gut wie bei einem normalen Menschen, muss ich regelmäßig zur Dialyse, auch heute Di 15.06. Mittag ab 13 Uhr wieder. Wenn ich das nicht machen würde könnte ich nur ganz schlecht atmen da das Wasser auf Lunge und alle andere Organze drückt und diese in Ihrer Funktion blockieren würde. Die Dialysemaschine zieht 400 ml Wasser in der Stunde wenn der Blutdruck mitmacht. Also häng ich da ziemlich oft mit mal 6 h, mal 8 h, mal 10 h rum. Nebenher ists totlangweilig. Ich lass mir manchmal Zeitschriften bringen, aber was fang ich schon mit Freundin und Brigitte an? Nach der Dialyse ist man ziemlich fertig mit der Welt, da mein Blut dann dutzende male in der Maschine umgewälzt und Flüssigkeit entzogen wird. Aber ohne das Verfahren würde ich heute nicht mehr Leben.
Da hätten wir dann als nächstes ca. 8 Uhr Frühstück dann ab ca.: 8:30 Stuhlgang. Zähneputzen, Gesichtwaschen und ab und an mit dem Oberkörper unter die Dusche, dabei muss ich aufpassen, dass mein Sheldon (Ein Katheder am Hals über den die Dialyse und die Infusionen laufen) nicht nass wird. Das ist ein sehr schmerzhafter verlegter Zugang zum komplexen Blutkreislaufsystem direkt am bzw. im Hals angebracht. Darüber werden mir Medikamente angehängt und die Dialyse abgewickelt. Nach dem ganzem frisch machen, ist so ca. 10 Uhr. Dann beginnt der eigentliche Marathon: Untersuchungen, Visite, Röntgen, Ultraschall und vieles mehr. Mit etwas Glück bin ich rechtzeitig wieder um 12:30 auf Station, damit ich was Essen kann. Danach gehts weiter meist 13:00 – 14:00 Uhr zur Dialyse das neu angesammelte Wasser wieder aus dem Körper zu ziehen. 5-6 h im Schnitt. Jetzt ist wieder Abendessenzeit also ab auf Zimmer bei trocken Brot und nein leider kein Wein, Tee!
Nun hab ich den Alltag so gut wie gemeistert, wieder ab ins Bad frisch machen, Bettfertig machen, Zähneputzen. Und ab ein wenig ins Internet oder Minifernseher einschalten und gucken was kommt. Wenn ich nicht noch wegen Verzögerungen hier in der Klinik irgendwo festhänge. Wenn ich nur den fürchterlichen Husten in Griff bekommen könnte, dann könnte ich auch mal wieder richtig gut schlafen. Die letzten zwei Nächte Sa-So und So-Mo waren die Hölle, kein Auge zugemacht wegen dem vielen Wassers übers Wochenende in der Lunge.
Mein aktueller Gesundheitszustand:
Stabil aber ich kann Nachts nicht gut schlafen, was aber an der Gesamtsituation hängt und ich kaum Bewegung habe. Die Entzündungswerte in meinem Kreislauf sind gut rückläufig, wenn das so weiter geht, dann stehen die Chancen für die Nieren und Leber recht gut. Das Herz ist leider nochmal ein anderes Kapitel, aber man darf die Hoffnung nie aufgeben.
Danke dass ihr so zahlreich an mich denkt:
Euer Michael
Ab hier beginnt mein Tagebuch aus der Klinik, um sich später bei Fragen noch selbst, das erlebte in Erinnerung rufen zu können:
Update Donnerstag 17.06.2010:
Bis auf diesen nervigen Husten fühle ich mich so weit gut mein Blutdruck hat sich etwas gebessert und ich war schon den 2. Tag nicht mehr an der Dialyse. Die Nieren fördern am Tag schon nen ganzen Liter. Ich hoffe das werden bald noch 2 Liter am Tag soviel ists bei einem gesunden Menschen. Ich muss nur aufpassen dass ich nicht mehr Flüssigkeit zu mir nehme, als wieder rauskommt. Das Herz ist leider unverändert kann aber erst richtig behandelt werden sobald die Nieren wieder richtig entgiften. Heute war die Sabrina den ganzen Tag bei mir und hat mich fürstlich behandelt. Soviel Massage hatte ich noch nie. Aber nach fast 5 Wochen ans Bett gefesselt, tut einem auch alles weh. Kommt Zeit kommt Rat. Langsam scheint es voran zu gehn!
Update Freitag 18.06.2010:
Heute ist wieder ein bescheuerter Tag, ich muss husten bis mir die Lunge wehtut. Bei der Sonogaphie hat man einen 8 cm dicken Spalt Wasser in meiner Lunge gefunden. Ich werde heute abend noch an der Stelle punktiert und das Wasser wird entzogen. Ich hoffe mir gehts dann morgen schon wieder etwas besser.
Update Samstag 19.06.2010:
Punktation war erfolgreich, allerdings nicht ganz so schmerzfrei, wie die mir versprochen hatten. Hab noch eine kleine Novalgininfusion gebraucht. Die haben da 1 Liter gelbliche Flüssigkeit rausgeholt, klar das das auf die Lunge gedrückt hat und mir das Atmen schwer gemacht hat. Leider ist der Husten nicht vollständig weg aber etwas beruhigter. Ich habe zum Erstenmal seid ich hier bin, gut geschlafen.
Update Sonntag 20.06.2010:
Danke für eure vielen Glückwünsche. Heute ist irgendwie nicht mein Tag, wer mal sone richtige Verstopfung hatte, weiss wie sich so ein Bauch aufblähen kann. Leider hat das Absetzen des Lasix (für die Nieren) nicht den gewünschten Erfolg gebracht, die Nieren wollen unter Einzelkämpferarbeit noch nicht funktionieren. Darum wird vermutlich heute das Lasix wieder eingesetzt. Oder auch nicht, habe ich gerade erfahren, man muss den Körper jetzt 1 Woche mal schonen. Und der Zugang im Hals ist auch schon wieder eine Woche alt und muss dann spätestens morgen gewechselt werden. Das ist was häßliches sag ich euch, tut saumäßig weh trotz Betäubung und die 4 Zugänge baumeln immer der Schwerkraft entgegen und ziehen an diesem sogennanten Sheldon-Zugang. Zumal die Betäubungsspritze das letzte Mal einen Nerv getroffen hat, der mir Schmerzen in der kompletten Zahnreihe links oben und unten und tierische Kopfschmerzen links verursacht hat. Solange die Nieren net wollen brauch ich leider diesen Art des Zugangs für die Dialyse!
Update Montag 21.06.2010:
Heute beginnt mein Tag schon früh, ab halb 6 konnt ich nichtmehr schlafen. Allgemein war die Nacht durchwachsen. Bis um 24 Uhr habe ich ohne Hilfsmittelchen von selbst geschlafen und dann kam noch ein neuer Zugang. Wie wenns das net auch am nächsten Morgen getan hätte. Prompt stand ich wieder im Bett. Ab 2 Uhr kehrte dann Ruhe rein, keine Pfleger mehr in der Nähe. Nun galt es noch die richtige Einschlaflage auszumachen und weiterzuschlafen mit einem ganz leichten Einschlafmittelchen. Bis um 5:30 dann stand ich wieder im Bett. Heute werde ich nochmal richtig geplagt, mal schauen wann ich den Bericht erweitern kann. Heute steht mal wieder ne Dialyse an die Nieren weigern sich noch immer. Bis jetzt immer noch nichts von der Dialyse gehört, sehr seltsam, das wird wieder spät heute Abend.
Update Dienstag 22.06.2010:
Gestern Abend bekam ich doch noch eine Dialyse. Um 22:30 Uhr war ich wieder zurück auf dem Zimmer. Gegen 23 Uhr gings dann ins Bett. Die Dialyse zu so später Stund hat mir gutgetan. Ich habe endlich mal wieder gut und fast an einem Stück bis heute morgen um 5 Uhr durchgeschlafen. Hier gibts halt keinen Rolladen sobald die Sonne aufgeht bin ich wach. Heute war wenig los aber mein husten bringt mich noch in Grab. Sabrina und Ihre Schwester waren zu Besuch bei mir wir haben zusammen ein Eis in der Cafeteria gegessen. Ansonsten gibts nicht viel neues: Herz und Nieren sind weiter nicht funktionionstüchtig!
Update Mittwoch 23.06.2010:
Heute wars keine gute Nacht, habe fast nicht geschlafen. Musste Husten wie blöd und habe dann ne ACC akut bekommen, dann ging es mir etwas besser aber an schlaf war nicht zu denken, ich hatte Bauchweh und wieder mal Verstopfung. Heute morgen dann um 8 hat mir mein Zugang am Hals (Sheldon) saumäßig wehgetan. So dass dieser heute noch entfernt wurde und um laufe des Tages erhalte ich auf der anderen Seite noch einen neuen gelegt, das wird wieder sehr schmerzhaft.
Update Donnerstag 24.06.2010:
Wieder mal gar nicht gut geschlafen, heute früh um 7 Uhr gings zuerst los mit Blutabnehmen. Dann zum Herzkatheder und dann zur Dialyse. Dann wurde ich noch auf die Transplantationsstation Wunderlich verlegt, bis alles zusammengepackt war, war ich fix und alle. Jetzt muss ich mich erstmal vom Auspacken erholen. Der Herzkatether war zum Glück nur ein kleiner und den Druckverband durfte ich schon wegmachen. Heute gehts um das Listing, ob ich auf Hochdringlichkeitsliste mit meinem kaputten Herzen komme oder nicht. Morgen stehen dann dutzend Untersuchungungen an. So ruh mich jetzt mal aus, machts gut!
Update Freitag 25.06.2010:
Der Husten hat mich die ganze Nacht wach gehalten und auch heute ist er wieder unaufhaltsam. Ein paar kleinere Untersuchungen waren schon, aber bei der Visite heute morgen haben die Ärzte noch gemeint, es wäre noch nicht entschieden ob ich nun auf die (HU) high urgency- Herzspenderliste komme oder nicht. Sie würden das noch mit Ihren Professoren besprechen und meinten aber, dass 6 Wochen Zeit bisher für das alte Herz nicht genug gewesen ist. Es bestehe ja noch die Möglichkeit, dass es sich wieder erholen könnte, was wir ja mit einer Herztransplantation dann nicht mehr erfahren würden. Da gibt es wohl auch solche Assistant Device, welche das Herz nach und nach wieder auf Leistung bringen sollen. D.h. Das Herz wird durch das Gerät unterstützt und die Pumpleistung wird wieder erhöht. Wenn das nichts bringt könne man immernoch transplantieren, meinten die Experten hier. Jetzt lass ich mich mal überraschen was noch alles hier auf mich zukommt.
Update Samstag 26.06.2010:
Das weitere Vorgehen ist immernoch nicht klar, die Professoren wollten sich nochmal mit meinen Oberärzten und dem Chirurgenteam beraten. Bis nächste Woche wirds sich das wohl entscheiden. Ansonsten die Nacht war ein Dilemma Husten bis zum geht nicht mehr mein armer Zimmernachbar! Dann bekam ich Tropfen wobei ich aber wusste dass die mir auf den Magen gehen. Der Arzt hat mir dazu noch was für den Magen gegeben, aber leider hat das nicht gewirkt, die Folge war ein Blähbauch. Erst gegen 12 Uhr nachts und vielen weiteren Mittelchen haben wir das in den Griff bekommen. So gegen 1 Uhr bin ich endlich eingeschlafen. Heute morgen gings gleich um 7: 30 Uhr los ab zur Dialyse. Dann kam Sabrina zu Besuch gegen 11 Uhr. Um 12:30 Uhr war dann die Dialyse zu Ende. Und Sabrina hat mir eine leckere Pizza vom Italiener nebenan mitgebracht. Endlich mal was anderes zu Essen. Heute Mittag waren wir schon in der Cafeteria einen Nachtisch (Eis) zu uns zunehmen. Wie man sieht ich werd wieder mal königlich verwöhnt mit Massage und so weiter.
Update Sonntag 27.06.2010:
Heute hab ich wieder nicht gut geschlafen, aber wenigstens ist Sonntag, da wird man nicht so arg geplagt in der Klinik. Welches Verfahren nun zum Einsatz kommt, kann ich immernoch nicht sagen, das entscheidet sich nächster Woche. Der Husten ist leider auch noch nicht besser, aber die Nieren haben mal wieder was ausgeworfen, die scheinen langsam in Gang zu geraten.
Update Montag 28.06.2010:
Heute ist wieder kein guter Tag, als ich heute morgen aufwachte hat mir der Halskatheder (Sheldon) geschmerzt ohne Ende. Daraufhin haben die Ärzte ihn entfernt und mich zum Ultraschall geschickt. Es stellte sich heraus, dass dort eine Trombose darunter ist. Auch auf der linken Halsseite, wo mein Zugang letzte Woche war, wurde ebenfalls eine Trombose entdeckt. Heute Mittag soll ein neuer Halskatheder verlegt werden. Die Ärzte haben noch nichts neues herausgelassen, wie sie weiter mit dem Herzen verfahren wollen. Ich hoffe, die entscheiden sich bald. Ohje ich darf gar net an den neuen Katheder denken, das wird wieder saumäßig schmerzhaft. So Katheder überstanden, diesmal ins Schlüsselbein und nicht in den Hals. Aber schmerzhaft wars trotzdem ohne Ende. Mein Husten ist wieder schlimmer geworden ich hoffe ich kann heut Nacht wenigstens etwas schlafen.
Update Dienstag 28.06.2010:
Die Nacht war wieder mal durchwachsen und heute morgen bin ich schon um Punkt 7 :00 Uhr von den Schwestern aus dem Bett gejagt worden. Wie immer das gleiche Spiel: Wiegen, Blutdruckmessen, etc. Kurz darauf gings zur Dialyse um 7:30 Uhr. Fertig war ich dann gegen 12:30 Uhr und dann kams Mittagsessen auf dem Zimmer. Danach hab ich Besuch von meiner Schwester und meiner Mutter erhalten. Wir waren in der Cafeteria einen Nachtisch essen. Heute Abend kam dann endlich der Chirurg der diese Assist Device (Kunstherz) implantiert und hat mir das Ganze vorgestellt. Er meinte wenns nichts bringt kann man immer noch ein neues Herz einsetzen. Aber so kann ich zumindest die Wartezeit überbrücken und wer weiss in seltenen Fällen soll sich das eigene Herz auch wieder erholt haben. Wens interessiert das Gerät heisst: INCOR. Infos dazu gibts auf www.berlinheart.com. Ich würde sogar gleich am Freitag drankommen mit der OP. D.h. zwei Tage danach verbringe ich wohl im Koma. und vielleicht in ein paar Wochen darf ich dann wieder heim!
Update Mittwoch 30.06.2010:
Heute Nacht war die Hölle, es war heiss ohne Ende, trotz offenem Fenster und draußen dieser furchtbare Teich. Daraus kam ein Froschquaken die ganze Nacht lang bis ich schier verrückt geworden bin. Ich hab höchstens 30 Minuten geschlafen. So ein Teich ist eine Zumutung, vor allem weil man das Hauptgebäude in U-Form darum gebaut hat. Ich glaube dass die andere Patienten ebenfalls so leiden wie ich unter diesen dutzend Fröschen aus dem Teich. Heute morgen ist bei mir wenig los, heute mittag gehts gegen 15:40 Uhr zum Ultraschall vom Herzen.
Update Donnerstag 01.07.2010:
Um 7 Uhr gings rund, ab zur Dialyse. Ich hatte kaum die Augen auf. Leider hat der Sheldon etwas gesponnen, es war kein gescheiter Blutfluss zu bekommen, dann haben die da eine Stunde lang rumgemacht bis es endlich lief. Heute ist mein letzter Tag in der Medizinischen Klinik, ich werde demnächst verlegt in die Chirurgische Klinik und melde mich deshalb mit diesem letzten Bericht für die nächsten Tage ab. Ich bekomme morgen Freitag 02.07.10 dieses Kunstherz (Assist Device) implantiert. Und werde dann einige Tage im Koma verbringen und danach mich von der OP etwas erholen. Ich hoffe, dass alles gutgeht und darf mein eigenes Herz erstmal behalten.
Update Freitag 09.07.2010
Jetzt habe ich es mal wieder online geschafft in der neuen Klinik bzw. alten Chirurgischen Klinik online zu gehen:
Zu Klinik selbst: Es hält sich um ein älteres Gebäude und die chirurgische Technik und das Wissen sind aber brandaktuell. Den Chirurgen hier schenke ich mein volles Vertrauen. Auch die Schwestern und Pfleger sind überwiegend nett und kümmern sich immer um einen. Die Zimmer sind ebenfalls von verateter Technik, es gibt nur keine Fernseher an den Stationsbetten bzw. nur auf der Intensivstation eine einigermaßen funktionierende Klimanlage. Hier auf der Wachstation als ich gestern Abend noch mein Bett auf der Intensivstation verlassen musste, ist es im Sommer kaum auszuhalten bis zu 40° steht die Luft im Zimmer, das ist selbst für das Pflegepersonal zuviel. Ein moderner Arbeitsplatz sieht anders aus.
Ein bisschen was zur OP: Es war eigentlich recht schmerzfrei während der OP. Ich durfte am Sa sogar noch das Fussballspiel halb ausm Delirium angucken. Die hatten recht gute Mittel mich ausm Verkehr zu ziehen. Den Beatmunsgschlauch, den spüre ich übrigends heute noch beim Schlucken von Essen. Denn mein Hals ist dort besonders gereizt und das Essen hat einen seltsamen Beigeschmack. Gestern Abend habe ich mir mal einen Döner kommen lassen, pfui teifel, des hat mich wieder daran erinnert: Warum ich das seit Jahren schon nicht mehr gegessen habe! War so ein wir liefern alles Pizza Döner-Igitt-Lieferervice. Danach hats mir nicht nur den Magen komplett umgedreht, sondern auch sämtliche Bauchregionen waren gereizt. Das war nur noch mit Schmerzmittel auszuhalten. Seit ich das neue Herzsystem in mir Trage fühle ich mich allgemein etwas fitter, aber leider stören noch die ganzen Schläuche, welche zur Zeit meinen Bauch bewohnen. Diese dienen hauptsächlich zum Abführen von Wundflüsssigkeit. Wenn ich die los habe solls nochmal bergauf gehen, hab ich mir sagen lassen. Die Schläuche bleiben noch ca. 1 Woche drin oder bis weniger als 100 ml Wundflüssigkeit proTag gefordert werden. So jetzt gibts hier bald Frühstück, (kommt glaub alles aus einer Großküche). Wahrscheinlich 1 Brötchen 1. Weissbrot bisserl Marmelade und Nutelle und eine Butter). Das übliche halt.
Gesundheitlich gehts mir mal besser mal schlechter kommt drauf , was die mir wieder alles reinpumpen an Mittelchen und wie ich dann, das Essen vertrage. Ich habe noch furchbare Schmerzen durch die Drainage, die die Wundflüssigkeit ablässt. Liegen ist auch ganz schlecht möglich, ich hab Rückenschmerzen wie ein Tier. Am liebsten würde ich im stehen schlafen. Allgemein das Schlafen ging gestern etwas, aber mir hatte es alle 1-2 Stunden ganz häßlich in Rücken und an den Drainagen reingezogen, zum Glück gibts hier gute Schmerzmittel dagegen. Die letzte Woche über hab ich gar net Nachts geschlafen, keine Minurte auf der Inensivstation. Entweder ist jede Stunde einer mit ner Spritze gekommen und wollte eine Blutprobe oder es hat gepipst, im Gang haben Leute rumgelärmt, der Nachbar war wach und hat geschrieen vor Schmerzen und und und… (Intensivstation ist schrecklich) (Aber die haben hier wenigstgens keinen nerftötenden Froschteich).
Was mich am meisten ärgert ich darf mit dem Kunstherzen nicht schwimmen, also weder Baden, Freibad, Hallenbad, Thermalbad, keine Freizeitparks mehr bzw. Achterbahnen besuchen
, Strand sollte ich wegen dem feinen Sand auch meiden, also so langsam werden meine Urlaubspläne für die kommenden Jahre eng geschnürt.
Was aber der Vorteil sein könnte, nach 3-4 Jahren könnte sich mein Herz etwas bzw. ziemlich erholen. Mit ein wenig Glück kann ich dann auf ein Spenderherz verzichten und mein eigenes wieder in Betrieb nehmen, also habe ich nichts unversucht gelassen! Und je nachdem wie das Kapitel in meinem Leben ausgehen sollte, werde ich mit 35-40 wahrscheinlich wieder schwimmen dürfen.
Update Samstag 10.07.2010
Schlafen bei der Hitze ist unmöglich, also wenn jemand in eine chirugische Klinik muss, muss er sich das gut überlegen, ob das gerade in Heidelberg sein muss. Wenn man auf die Ärzte angwiesen ist, wie ich kann ich die Klinik nur weiterempfehlen. Aber wehe man ist aus der Intensivstation draußen. Hier gibt es nirgendwo Klimanagen, die Besuchszeiten sind absolut bescheuert, vor allem wenn die Leute von weiterweg hierher kommen. Selbst das Pflegepersonal leidet sehr unter der Hitze. Wenn man dann noch Wasser eingelagert hat und nur ganz ganz wenig trinken darf, ist ein Tag wie gestern und heute die Hölle als Patient. Ich komme mir komplett dehydriert vor. So wie es aussieht kommen nächste Woche die hautklammern von der Brust weg. Und mit etwas Glück auch diese vielen Drainagen, die mich bald noch ins Grab bringen.
Frühstück war wieder nix ein Wecken halt.
Update Sonntag 11.07.2010
Sonntags gibts nicht viel zu berichten da herrscht hier tote Hose, es wird mal nen Verbandwechsel und ein Wasser zum sich selbst Waschen hingestellt. Das Frühstück war wie immer das Mittagessen solala. Da man mir ne Getränkeinfuhrbeschränkung verhängt hat weil ich angeblich noch soooviel Wasser in der Lunge habe, sitz ich wie ein Fisch auf dem Trockenen. Zum Glück konnte ich mir hier einen Fernseher leihen und hab ein wenig Abwechslung. Wobei wenn da Mineralwasserwerbung läuft und ein Spitzensportler ne 1,5l auf ex sauft, dann frustierts wieder. Jetzt sinds schon 2 Monate seit das Unheil seinen Lauf genommen hat. Ich hab langsam echt ein wenig heimweh und möche mal wieder in mein eigenes Bett reinliegen. Hier in der Klinik mach ich immer noch kein Auge zu.
Update Dienstag 13.07.2010:
Gestern hatte ich keine Lust, hier zu schreiben. Ich hatte den ganzen Tag über ganz üble Rückenschmerzen und die Drainagen haben auch ziemlich geschmerzt. Gestern habe ich noch 2 Drainagen herausbekommen. Aber solang noch nicht alle 4 draußen sind, werd ich wohl keine Ruhe haben. Eigentlich hab ich Trinkmengenbeschränkung, aber irgendwie halte ich gerade meine 82 Kilogramm. Die Doktorin meinte Sie würde mich gerne bei 74 Kilo sehen. Stellt euch das mal vor, ich bin ja jetzt schon ein halbes Hemd. Ich komme hier noch als Skelett raus. Das war die sparsame Nacht Mo auf Di, was das Schmerzmittel anbelangt, ich hätte gleich n Platzebo schlucken und können mir mitm Holzhammer aufm Kopf hauen. Ansonsten gibts über Montag nicht viel zu berichten, ausser dass ich ne Krankenschwester die mich richtig blöd angezickt hat, mal in der Luft zerissen habe. Sie hatte mir trotz dass ich ans Bett durch die vielen Schläuche gefesselt bin, verweigert etwas zu trinken zu holen und mich saudumm angefahren. Sie meinte wörtlich: ”Sie sei net meine persönliche Fernbedieung!” Was Sie wohl wirklich meinte ist, dass Sie net meine persönliche Bedienstete ist. Aber was macht denn eine Krankenschwester denn dann wenn Sie sich nicht um Ihre Patienten kümmert. Die Tussi ist hier absolut falsch im Beruf und völlig überfordert. Oder soll ich etwa mir die Schläuche und Kabel rausziehen und mein Sprudel selber holen? Bei Gelegenheit kann ich gern mal die Story bei nem gemütliche Bier mit euch durchsprechen. Es kann sich nur noch um Monate handeln bis ich hier raus bin und Reha hinter mir habe.
Kommen zum heutigen Tag: Heute morgen wurde noch eine Drainage entfernt jetzt ist nur noch eine vorhanden, was noch genug schmerzen verursacht. Der Rücken ist wie immer im Eimer, ich liege ja jetzt über 8 Wochen schon darauf. Der Sport kam bisher viel zu kurz meine ganzen Muckis sind alle weg, leider. Sobald die letzte Drainage weg ist, darf ich auch mal wieder herumlaufen. Bin schon 8 Wochen in Heidelberg und habe von der Stadt selbst noch gar nichts gesehen. Wenn ich soweit fitt und auf Normalstation liege sowie mal ein bissle raus darf, würde ich mich über eure Besuche freuen. Wann das genau sein wird, werde ich noch durchgeben. Es kann aber auch sein, das ich recht zügig in Reha verlegt werde. Schaun mer mal.
Mittwoch 14.07.2010 - Zusatz:
Letzte Drainage wurde doch noch gezogen, der Pinkelkatheter ebenfalls und der Sheldon ebenfalls, das heisst ich bin vogelfrei und hab meinen ersten Spaziergang innerhalb der Station schon hinter mir. Mal gespannt wann die Tacker ausm Brustkorb rauskommen, das haben sie hier bisher vergessen. Die ersten Tackerklammern hätten Montag schon rausgehört. Fitt muss ich aber erst noch werden, wie gesagt bin nur noch ein halbes Hemd, selbst mein Schwesterherz hat inzwischen mehr Muckis an den Oberarmen als ich. Das geht ja mal gar net.
Update Donnerstag 15.07.2010:
Gestern Abend hab ich einen neuen Zimmergenossen bekommen und das Einschlafen machte mir etwas Mühe. Schließlich bin ich doch noch für 6 Stunden eingeschlafen. Heute gehts wieder auf Tour, eigentlich wollte ich mal einen alten Zimmergenossen, welcher jetzt 4 Monate auf sein Herz warten musste, kurz nach seinem Geburtstag eins bekommen hat und auch in der Chirurgischen Klinik Intensivstation nun liegt, besuchen. Da er aber erst Montag operiert wurde, verschiebe ich das nochmal. Damit er sich noch etwas erholen kann. Das war einer meiner angenehmsten Zimmergenossen in der ganzen Zeit meines Klinikaufenthalts. Kein Schnarchen, kein geschrei usw…
Die Hälfte der Klammern sind gezogen und die Fäden von den Drainagen ebenfalls.Jetzt geht es langsam aber sicher aufwärts.
Update Freitag 16.07.2010:
Heute hab ich wenigstens etwas mehr Narrenfreiheit bekommen, ich darf meinen noch einzig laufenden Perfusor abbauen, die Leitung kappen und dann mal herumlaufen auf der Station und auch aufn Balkon raussitzen. Des weiteren darf ich den Monitor abklemmen und auf Standby schalten. Leider bin ich immer noch auf dieser Wachstation mit den bescheuerten Besuchszeiten. Frau Dr. meinte am Montag vorraussichtlich dürfte ich auf Normalstation. Das Kunstherz hat sich gut angepasst, bzw ich komme gut damit klar, ein wenig Einstellungen sind noch zu tätigen. Wenn ich nur schlafen könnte, nachts ist das hier eine Tortur, ich hab gestern kein Auge zugetan. Überall blinkts, piepst und laufend steht ein anderer im Zimmer… Ansonsten gehts mir gut ich mach halt mittags ein bis zwei Stündle Siesta zum Erholen.
Update Samstag 17.07.2010:
Endlich mal gut ausgeschlafen, ich weiss jetzt worans lag und zwar ist das Bett schuld an meinen furchtbaren Rückenschmerzen, wenn ich ganz flach liege sind sie wie weggeblasen. Heute steht nicht viel auf dem Programm ist ja schließlich Wochenende. Es gab nur einmal Röntgen und eine neue Braunüle, ansonsten liege ich immer noch auf der Wachstation, wo man nur sehr beschränkt und nur die Angehörigen besuchen dürfen. Leider hat mit ein Zug in der Nacht erfasst und ich habe leicht Fieber bekommen, huste, schnupfe und fröstel.
Update Sonntag 18.07.2010:
Wieder einmal furchtbar geschlafen, laufend hats gepiepst und jemand kam herein. Dann noch das Fieberund tierische Kopfschmerzen dazu und schon war der Tag perfekt. Meine Eltern und Sabrina haben mir dann am Nachmittag für etwas Ablenkung gesorgt, das Fieber war durch den Mittagsschlaf von 11:00 bis 13:00 wieder weg. Gegen Abend dann wars wieder soweit, kalt, heiß, kalt, heiß. Irgendwie konnte sich mein Körper net entscheiden. Zum Glück hat Sabrina mir das Abendessen etwas versüßt und mir meinen Lieblingsburger (Rib) mitgebracht. Danach gings wenigstens meinem Magen wunderprächtig! Der Arzt hat mir heute versprochen, dass es morgen auf Normalstation geht und ich zum Geburtstag vorraussichtlich schon in die Kur darf. Das sind doch mal gute Nachrichten!
Update Montag 19.07.2010 - 06:30 Uhr:
Bin wieder mal schweißgebadet aufgewacht. Die neue Braunüle tut richtig weh irgendwie streift die am Knochen oder so ähnlich. Ich hoffe, dass bald ein Arzt auftaucht und diese woanders neu setzt. Arzt war da und hat die Kanüle versetzt. Bis mittag gings mir gut, dann kamen plötzlich wieder die grippesymptome zurück und tierische Kopfschmerzen ich habe am Montag nichts mehr großartig machen können. Meine Verlegung auf Normalstation musste wegen Bettmangels verlegt werden auf morgen.
Update Dienstag 20.07.2010
Heute habe ich ganz schlecht geschlafen, es war Chaos angesagt auf der Wachstation, laufend hats gepiepst die Schwestern sind auf dem Gang rumgesprungen und von dort kam dann der Lärm ins die Zimmer, welche ja immer offen stehen müssen. Die Türe zum Gang wurde dann gegen später als die Nachtschicht reinschaute doch noch ausnahmsweise zugemacht. Danach war es etwas ruhiger aber auch die flackerten Monitore haben gestört. Auf einem Monitor in jedem Zimmer müssen immer alle Patienten durchlaufen, was eigentlich kein Problem wäre wenn nicht jedesmal deren Alarm in voller Lautstärke an unseren Zimmermonitoren losbrüllen würde. So an 2 Uhr bin ich dann eingeschlafen. Es hieß ich darf heute auf Normalstation. Morgens gabs das übliche Programm, Blutabnahme, Waschen, Frühstück und sogar heute auch mal wieder Haare waschen. Der Morgen ging schnell rum, mein Bett hatte noch den Geist aufgegeben, ich konnte es nicht mehr elektrisch verstellen und es blieb dooferweise in einer unmöglichen Sitzposition hängen, mein Rücken hats mir auch sofort gedankt. Es wurde dann eine Stunde später ausgetauscht. Dánn kam das Mittagessen und das Mittagsprogramm hat begonnen. Jetzt habe ich die zusage bekommen, dass ich um 15 Uhr verlegt werden soll auf die Normalstation. D.h. Ich darf jetzt auch Besuch empfangen! Da ich das kompletter Zimmer mit meinem Zeugs zugemüllt habe, ist der Umzug kein zuckerschlecken. 16:30 war soweit alles gelaufen. Ich muss jetzt auch nicht mehr Urin sammeln und die ml aufschreiben, sondern ich werd 3 mal gewogen und muss halt aufpassen, dass ich nicht zunehme. Ich hab jetzt wieder mein Normalgeicht von 78-79 kg erreicht. Allerdings auf auf Kosten vieler Muskelpartien, meine Arme sind schon wie früher erwähnt hauchdünn. Laut meinem Dr. darf ich noch vor meinem Geburtstag in die Reha, das ist doch mal was! Als Überraschungsgast kam noch Sabrina heute abend vorbei und hat mich mit Massage noch ein bisschen verwöhnt. Jetzt bin ich aber gespannt auf die Nacht, kein Lärm mehr ich müsste schlafen wie der Kaiser von China.
Update Mittwoch 21.07.2010:
Zwar nicht geschlafen wie der Kaiser von China, aber dennoch endlich mal wieder richtig ausgeschlafen. Fühl mich auch gleich wieder im einiges fitter heute morgen als sonst. Das Kunstherz funktioniert erste Sahne. Ich habe weder schmerzen noch spür ich körperlich dadurch eine Veränderung. Lediglich Aussenstehende würden mich damit für tot erklären, weil ich keinen Puls sondern einen Fluss durch die Pumpe in den Adern habe. Das einzige was mich am meisten ärgert ist, dass nach 9 Wochen rumliegen sämtliche Muskeln bis Nahe 0 zurückgegangen sind. Die 28 Jahre Muskelaufbau bis jetzt waren völlig für die Katz, jetzt kann ich wieder von vorne anfangen. Ich hoffe es geht bald in die Reha. Wer mich noch in der Chirurgischen Klinik in Heidelberg besuchen will, kann sich auf meinem Handy anmelden.
Update Donnerstag 22.07.2010
Habe wieder mal gut geschlafen nur schade, dass mein Perfusor mit dem Heparin heute morgen schon um 5 Uhr los- bzw. leerging. Hier ists so heiß in diesem Gummimatratzenbett, dass wenn man einmal aufwacht in seiner Schweißsoße, man nicht mehr einschlafen kann. Man kommt sich wie im Schwimmbad gefüllt mit dem eigenen Schweiß vor (Irgendwie eklig). Deshalb bin ich morgens auch immer einer der ersten ders Bad hier blockiert und mal ne Stunde fürs waschen investiert. Heute ist wieder das übliche Klinikprogramm, jetzt ist bald 7 Uhr dann gehts wieder rund, Blutabnehmen, Wundverband, usw. Heute mittag bekomm ich noch die Haare geschnitten. Jetzt mal abwarten, was der Tag so mit sich bringt. Denn heute sollte ich auch mehr Infos über die Reha erhalten. Ich habe schon einmal mir die Klinik angeguckt, da springen nur Alte rum 70+ auf den Fotos (Bad Schönborn Gottlieb-Schettler-Klinik) (Hilfeee)! Zum Glück kann ich meine Sabrina mit in Reha nehmen.
Update Freitag 23.07.2010
Heute habe ich wieder gut geschlafen, jetzt gehts aufs Wochenende zu. Heute wird wohl nicht viel untersucht werden. Außer 3 mal Blutabnehmen und die 3 Mahlzeiten ist heute nicht viel passiert. Meine neue Pumpe funktioniert einwandfrei. Vielleicht muss ich nochmal in die Medizinische Klinik hoch. Dort soll für mein defektes Herz noch eine Behandlung gemacht werden. Somit ist der Traum von der Reha erstmal geplatzt. Heute hab ich mir einen ruhigen Tag mit Mittagschlaf gegönnt und das war richtig erholsam. Zur Zeit bin ich sogar alleine in meinem normalerweise 2 Bettzimmer. Da werd ich heute richtig gut schlafen können.
Update Samstag 24.07.2010 und Sonntag 25.07.2010:
Es gibt nicht viel neues am Wochenende ist ja bekanntlich in den Kliniken der Hund begraben. Ich habe halt meine Medikamente und mein Antibiotika bekommen. Mehr gibt es leider auch nicht zu berichten, außer dass mir hier langsam richtig langweilig wird und ich keinen Plan habe, wie es weitergeht und was gerade eigentlich das Ziel ist, damit ich in die Medizinische Klinik wieder hochkomme, um meine Herzmedikamente einzustellen.
Update Montag 26.07.2010
Schwebe immer noch in der Luft und weiss grad gar net was los ist. Habe heute morgen schon beim Röntgen vorbeigeschaut und Verbandswechsel bekommen. Ansonsten war das Frühstück wieder eine Farse, keine Scheibe Wurst drauf, nur so Streichwurst die ich eh net mag. Vor lauter Ärger darüber hab ich das komplette Frühstück so wie es ist zurückgegeben. Vielleicht wird das Mittagessen besser, wenn nicht muss ich auf den Pizzalieferservice ausweichen. Mein Gewicht gerade ist 76 kg, also bald komme ich hier noch als Skelett raus. Aber wenigstens wurde jetzt das Lasik etwas reduziert, das Heparin ist weggefallen und ich bin auf Marcomar eingestellt. Laut Oberarzt darf ich vielleicht Ende, der Woche raus. Ich bin einer der wenigen der so schnell so fitt geworden ist und die Wunde wo das Steuerkabel für die Pumpe reingeht soll auch noch beobachtet werden. Na jetzt mal abwarten, kommt Zeit kommt Rat.
Update Dienstag 27.07.2010:
Heute habe ich einigermaßen gut geschlafen. Es gibt zum heutigen Tag eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass ich jetzt nur noch mein Kunstherz habe, keine Schläuche mehr und das Macromar für das Herz eingestellt ist. Heute kommt noch meine Sabrina zu Besuch und mit etwas Glück darf Sie bei mir im Zimmer übernachten, je nachdem, ob das zweite Bett noch belegt wird oder nicht. Die Schwester, die das managed meinte, es würde nur im äußersten Notfall belegt. Damit wir morgen reinfeiern können. machen Sie diesmal eine große Ausnahme. Gegen später kam dann ein Bett, hatte schon Bauchweh, dass jemand drinliegen könnte. War aber zum Glück leer. Gegen 19 Uhr kam dann die Sabrina und wir haben bis um 24 Uhr noch ein bisschen ferngesehen und danach mit den Nachtschwestern und Nachtpflegern ein wenig reingefeiert.
Update Mittwoch 28.07.2010
Um 7 Uhr war die Nacht schon rum, da wir ja keinen Rolladen hatten, sind wir mit dem Sonnenaufgang hier geweckt worden. Heute soll ich nochmal in die medizinische Klinik verlegt werden, ab 11 Uhr ist der Umzug angHeute habe ich einigermaßen gut geschlafen. Es gibt zum heutigen Tag eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass ich jetzt nur noch mein Kunstherz habe, keine Schläuche mehr und das Macromar für das Herz eingestellt ist. Heute kommt noch die Sabrina zu Besuch und mit etwas Glück darf Sie bei mir im Zimmer übernachten, je nachdem, ob das zweite Bett noch belegt wird oder nicht. Die Schwester, die das managed meinte, es würde nur im äußersten Notfall belegt, da ja morgen für mich ein besonderer Tag sei, machen Sie diesmal eine große Ausnahme. Gegen später kam dann ein Bett, schon mit Bauchweh, dass jemand drinliegen könnte,war aber dann nicht so. Es hiess um 11 Uhr ist Umzug, mal gespannt wie pünktlich das diesmal wird. Sabrina meinte wir müssten noch einen Umzugswagen bestellen, weil ich ja schon so halb hier eingezogen bin. Jetzt ist es 2 Uhr, die Sachen sind gepackt von meiner lieben Sabrina und immer noch kein Transport mit dem Krankenwagen ist da. Dann stoßen noch mein Schwesterherzle und meine Mutter dazu, die auch noch fleißig mithelfen durfen. Gegen 2:10 Uhr war dann der Transport endlich da und ich durfte umziehen in die Medizinische Klinik wieder zurück. Was ein stressiger Tag, auch wenn ich selber kaum was getan habe und meine fleißigen Helferlen alles ein- und ausgeräumt haben. Jetzt gegen Abend musste nun meine Helferlein wieder gehen und ich war zu müde zum Fernsehen, ich bin schon um 21 Uhr eingeschlafen.
Update Donnerstag 29.07.2010:
Heute steht an, ein Echo vom Herzen und eine Röntgenaufnahme, dies wurde auch gleich nachdem Aufstehen erledigt. So gegen 11 Uhr war ich zurück auf dem Zimmer. Gerade noch rechtzeitig zur großen Visite, der Herr Professor hat mit seinen Oberärzten und Ärzten mir einen Besuch abgestattet und sich gefreut, dass ich jetzt wieder viel gesünder aussehe. Er hat auch ein bisschen Hoffnung gemacht und gemeint, dass sich schon ein ganz ganz kleinwenig mein Herz erholt habe, zum Vergleich als ich eingeliefert wurde. Ab jetzt beginnen Sie gezielt mit den Medikamenten zur Herzinsuffienztherapie. Ansonsten ist heute nicht viel passiert, mein Gewicht ist weiter rückläufig. Ich habe auch bei der Visite darauf hingewiesen und die Ärzte haben zum Glück das Lasik und die Wassertabletten etwas reduziert.
Update Freitag 30.07.2010:
Ich habe ja schon öfters alleine geduscht und fühlte mich eigentlich auch fitt genug dazu. Aber als ich aufstand heute morgen und gleich ins Bad bin, ist es mir plötzlich schwindelig geworden und ich habe mich auf den Boden setzen müssen. Mein Kreislauf hat kurz völlig gesponnen, kurze Zeit später war ich dann wieder fitt. Vermutlich, weil ich noch nichts getrunken hatte und völlig dehydriert war. Zurück im Bett mithilfe des Pflegers habe ich dann erstmal richtig Wasser nachgeschüttet und mir gings dann zunehmend besser. Heute bekam ich Besuch vom Philipp und seiner neuen Freundin, die danach noch die Heidelberger Stadt unsicher gemacht haben. Ansonsten ist heute nicht viel passiert, mir gehts jetzt wieder gut und ich surfe ein wenig im Internet. Die ganze Zeit in Fernseher reinstieren macht nur blöd.
Update Samstag 31.07.2010:
Morgens das übliche Prozedere: Aufstehen, Waschen, Frühstücken, den Vampiren hier ne Ampulle Blut spendieren, Verbandswechsel und warten aufs Mittagsessen. Gegen 11 Uhr kams Schatzi an und hat mich auf Trab gebracht. Dann kams Mittagessen und ein Stündle Siesta, d.h. hinlegen und verdauungsschläfchen abhalten. Währenddessen ist mein Schatzi das Auto abholen gegangen, weil ich eine Überraschung geplant hatte. Die Nummer mit dem Krankenhausverlassen hat mein Schlaule glei rausgefunden, aber wohin konnte ich bis kurz davor geheimhalten. Gegen Abend dann sind wir in Richtung Heidelberger Altstadt gefahren und wollten beim Griechen Goldener Stern zu Abendessen. Leider ist es dort etwas verwinkelt so, dass wir es nicht gefunden haben. Aber schlau wie wir sind haben wir dann das nächste Taxi genommen, hat 5 Euro gekostet und wir wurden bis vor die Tür gebracht. Das Essen dort war richtig gut und reichlich, preislich lags im normalen Rahmen. Eine Stunde später gings dann wieder vollgestopft zurück in die Klinik. Am Abend gabs dann noch ne Runde fernsehen.
Update Sonntag 01.08.2010:
Morgens wie immer. Mein Schatz kam um 11 Uhr zu Besuch und meine Eltern kamen um 14 Uhr. Volles Haus sozusagen. Dann haben wir uns eine Weile in die Cafeteria gesetzt. Später haben wir dann auf dem Balkon noch eine runde Uno gespielt und dann wars schon wieder Zeit fürs Abendessen und alle sind gegangen.
Update Montag 01.08.2010:
Heute morgen das übliche Programm, es kam noch eine Visite mit alen Ärzten dazu. Prof. Zugck hat sich meinen Fragen angenommen, welche ich notiert hatte, um nichts zu vergessen. Darunter war unter anderem, wie es nun weiter geht mit Reha usw. Daraufhin antwortete er, dass jetzt mal das intravenöse Antibiotika abgesetzt wird, und meine Werte, die nächsten zwei Tage beobachtet werden. Gehen die Entzündungswerte und die weißen Blutkörperchen zurück, dann stehe der Reha nichts mehr im Wege. Da ich ja wegen dem Kunstherz jetzt immer Blutgerinnungsmittel nehmen muss, bekomme ich auch noch ein Gerät, welches CoaguCheck heisst, ist vom Prinzip her, wie Blutzucker messen und damit wird der INR-Wert bestimmt und ich kann mein Blutgerinnungsmittel das ich zu mir nehmen selbst dosieren. Morgen wird sich entscheiden, ob ich vor der Reha nochmal 3-4 Tage heim darf, um daheim mal wieder Ordnung zu schaffen und ein bisschen was von 3 Monaten hier aufzuarbeiten, was liegen geblieben ist. Heute kamen noch Flori und Hannah zu Besuch, daraufhin sind wir in die Cafeteria gegangen, um etwas zu essen. Leider für mich kein so ruhmreicher Tag, weil mir nach einer Stunde in der Sonne sitzen ein bisschen schwindelig geworden ist. Da hab ich wieder mal gemerkt ,wo meine Grenzen sind. Flori hat dann mir einen Rolli organsisiert und dann haben mich noch 2 Betreuer meiner Station, welche das mitbekommen hatten, ins Zimmer gebracht. Nach 5 Minuten liegen war der ganze Spuk wieder vorbei und ich war wieder soweit fitt. Flori und Hannah sind dann wieder aufgebrochen, um auch was von der schönen Stadt Heidelberg zu sehen. Das Wetter war ein wenig solala aber ich hoffe, die zwei hatten dennoch was von Heidelbergs Shoppingmeilen und seiner Altstadt. Bei mir war nun wieder das Abendessen an der Reihe und ich hab mir noch vom Chinesen 2 große Frühlungsrollen bestellt, da wir hier auf der Station fast jeden kennen und immer Sammelbestellung machen. Vollgestopft (auch die vielen Süßis über den ganzen Tag verteilt) gings dann ins Bett.
Update Dienstag 02.08.2010:
So vollgestopft wie es ins Bett ging, bin ich auf wieder aufgewacht. Aus Angst vor der morgentlichen Waage, bin ich noch schnell vor dem Wiegen auf die Toilette
. Allerdings hat dies auf der Waage den Kohl auch nicht mehr fett gemacht. Über Nacht habe ich zwei Kilo zugenommen. Nun ist es nur eine Frage der Zeit, wann ich wieder ein Lasiks wegen dem vielen Wasser im Körper verabreicht bekomme. Der Morgen ging wie üblich rum und gegen Mittag ist sogar noch mein Schatz eingetroffen und wir haben dann zusammen zu Mittag gegessen. Sie hat mir sogar extra Schupfnudeln mitgebracht, damit ich am Abend was anständiges zu essen habe. Die 2 Kilo zuviel auf den Rippen müssen nun irgendwie schnell wieder runter, wie schon angedeutet kam die Ärztin und hat mir eine Lasiktablette wegen dem Gewicht verpasst, da ich zuviel Wasser eingelagert hätte, was nicht gerade förderlich fürs Herz sei. Nachdem Mittagessen sind wir zwei noch in die Cafeteria und haben uns ein Eis gegönnt. Danach haben wir noch ein paar Spiele gespielt und gegen Abend gabs dann leckere frisch gemachte Schupfnudeln von meinem Schatzi. Sowie eine schöne Rückenmassage, hab ich auch noch verpasst bekommen, da gehts einem gleich wieder gut! Sie musste nun auch wieder los. Und der Abend ist ziemlich schnell verflogen. Jetzt ist es Zeit fürs Bett und abwarten was der morgige Tag für Überraschungen bietet.
FAQ-Erweiterung:
Wie lange bleibt das Kunstherz (heartware) drin und was passiert danach?
Das Kunstherz bleibt 5-10 Jahre drin, wenn sich nichts entzündet und/oder bis sich entweder mein Herz erholt hat oder die Zeit dafür abgelaufen ist. Dann würde doch noch eine Herztransplantation in Frage kommen.
Hast du Angst vor der Zukunft, z.B. wenn sich das eigene Herz nicht mehr erholt?
Nein, ich habe hier viele Menschen kennengelernt, die ebenfalls ein Herztransplant bekommen haben. Deren Verlauf war immer positiv und Sie sind alle damit mehr als zufrieden. Vor allem, wenn ich meinen alten Zimmergenossen den Walter sehe, habe ich überhaupt keine Angst davor. Gut mit den Einschränkungen muss man Leben, aber man kann nach schon einem halben Jahr wieder fast allen Tätigkeiten nachgehen und mit gesunder Ernährung und pflege des Herzens, kann man damit auch alt werden. Den Statistiken haben die Ärzte mir gesagt, darf man hierbei nicht unbedingt trauen. Denn viele Patienten die ein Herztransplant erhalten, haben schon ein hohes Lebensalter und damit ist bei manchen auch das natürliche Lebensalter von allen anderen Organen her schon früher erreicht, als das neue Herz könnte.
Update Mittwoch 03.08.2010:
Geschlafen wie immer im Krankenhaus, es wird Zeit, dass es mal einen Tapetenwechsel gibt. Heute soll sich entscheiden, ob oder wann ich heimdarf. Versprochen wurde mir ja schon mehrfach am Freitag. Aber ich Glaube erst daran, wenn ich im Auto heimwärts sitze. Ich würde ja gerne noch vor der Reha 3-4 Tage daheim verbringen und mal alles angehäufte wieder in Ordnung bringen. Laut Sozialdienst soll das ja kein Problem darstellen. Die Reha ist soweit auch schon organisiert. Heute morgen gehts nochmal zum Ultraschallen von Leber und Niere. Natürlich hat mir wieder hier keiner gesagt dass ich im Wartebereich 1,5h auf meine Behandlung warten muss, als die Meldung kam ich soll zum Ultraschallen. Die Folge war ich saß im Foyer und hab gefroren wie ein Schloßhund. Na auf jedenfall war ich zum Mittagessen wieder auf dem Zimmer. Gegen Mittag haben mich noch Sabrina und Tanja besucht. Wir haben uns noch einen gemütlichen Spielemittag gemacht. Nachdem Abendessen kam der Chirurg aus der Chirurgischen Klinik wo mich operiert hatte und hat sich mal die Wunden angeschaut. Leider hat er mr wieder alles vermiest ich müsse noch zur Beobachtung dableiben und dürfe net heim am Freitag. Somit ziehen die mich noch eine Weile durch die Klinik. Echt zum Mäusemelken, wie wenn man die Wundversorgung nicht auch in der Reha machen könnte. Da gibts ja keine Ärzte und Pfleger/innen die sowas könnten. Irgendwie kam mir das etwas suspekt vor. Und wie schon oben geschrieben, versprechen sind Schall und Rauch hier, ich glaube den Leuten hier erst noch was, wenn ich im Fahrzeug nach Hause oder in Reha sitze. Ansonsten sollen sie lieber stillschweigen und mir net laufend versuchen einen Bären auf die Nase zu binden.
Update Donnerstag 04.08.2010:
Es gibt nicht viel neues zu berichten das Frühstück und das Abendessen ist nicht besser geworden. Morgens wie schon öfters beschrieben das übliche Programm, bis auf einen Unterschied: Das Antibiotika wurde abgesetzt! Die Braunüle wurde gezogen und nicht mehr neu gesetzt. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, weil meine Venen schon alle ganz gestresst sind von dem vielen Antibiotika. Jetzt soll beobachtet werden, wie ich mich entwickle. Aufs Gewicht muss ich immernoch Acht geben. Ich habe hier bei der Visite angeregt, dass ich, wenn ich schon nicht heim darf und dann in Reha, wenigstens das Wochenende gerne daheim verbringen würde. Bin mal gespannt was dabei rauskommt. Da ich meine Sabrina damit überraschen will, kann ich das natürlich erst später hier so sorgenlos verkünden. Abends gings dann noch gegen 22 Uhr ins Bett.
Update Freitag 05.08.2010:
Wie sooft wurden heute meine Pläne heimzufahren zum Teil wieder durchkreuzt, ich darf maximal 2 Tage fernbleiben aus juristischen Gründen, damit mein Zimmer bzw. Bett nicht anderweitig vergeben wird. Das wäre natürlich Mist bei dem ganzen Kram, was sich in 3 Monaten hier angesammelt hat. Da bräuchte ich ja einen Umzugswagen. Ich habe, weils ja eine Überraschung werden soll, Sabrina’s Schwester (die Tanja) gefragt, ob sie mich hier am Samstag morgen gegen 8 Uhr mit meinem Peugeot abholen könne. Das hat dann auch geklappt, aber wie meine Sabrina halt schlauerweise ist hat sie den Braten bereits gerochen. Überraschungen kann man vor ihr ganz schlecht geheimhalten. Aber Sie hat sich ja trotzdem über den Überraschungsbesuch gefreut.
Update Samstag + Sonntag 06.08.2010 + 07.08.2010:
Ich bin übers Wochenende im Urlaub. Der Blog und die fehlenden Tagebucheinträge werden am Montag aktualisiert, ich verbringe jetzt erstmal ein schönes Wochenende mit meinem Schatzi. Am Sonntag Abend muss ich wieder in der Klinik einchecken.
Update Mo 08.08.2010:
So schnell das Wochenende kam war es auch wieder vorbei. Aber wir haben das Beste draus gemacht, da ich mich noch ein kleinwenig schonen musste. Natürlich bin ich zu fast nichts gekommen und mein Büro gleicht immer noch einer Rumpelkammer. Zu allem übel macht auch noch mein PC daheim schlapp, vermutlich eine der Festplatten im Eimer. Diese werde ich mal tauschen müssen. Ansonsten war der Tag eher langweilig, heute morgen habe ich erfahren, dass meine Entzündungswerte sich etwas gebessert haben, aber noch nicht so sind, wie die Ärzte sich das vorstellen. Na da werd ich noch eine Weile unter Beobachtung bleiben. Ansonsten der übliche Klinikalltag. Und das Essen wurde auch heute nicht besser, es gab gefüllte Paprikaschote, ohne Paprika wohlgemerkt. Also nur einen Hackfleischbollen in Soße und Reis. Dabei hab ich mich so auf eine leckere Rote Paprika gefreut. Na danke Klinikküche, erst einem das Wasser in Mund laufen lassen und dann sowas. Auch heute stehe ich weiterhin unter Beobachtung, eigentlich fehlt nur noch der Käfig drumherum und ein Hamsterlaufrad im Zimmer. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren und hoffen, dass alles in bälde besser wird.
Dienstag 09.08.2010 – Montag 16.08.2010:
Der Klinikalltag innerhalb dieses Zeitraums war eher ein Absitzen und Abwarten wie sich meine Entzündungswerte entwickeln und bis meine Freilassung in die Rehaklinik erfolgt. Die tägliche Blutabnahme und Kontrolle der offenen Wunde des Kunstherzens war die Hauptaufgabe in dieser Zeit. Am Montag, den 16.08.2010 war es dann soweit, alle Werte waren im grünen Bereich. Und selbst Sabrinas Rehaantrag wurde bewilligt. So dass wir nun gemeinsam in Bad Schönborn einziehen können. Der kleine Peugeot war trotz seiner Tieferlegung nun richtig tief gelegt. Wir haben hinten umgeklappt und kaum noch zum Rückspiegel hinausgesehen. Das Wochenende davor durfte ich nochmal 2 Tage die Klinik verlassen zum Koffer packen. Gesundheitlich fühle ich mich gut, wenn ich mich nicht überbelaste. Denn dann drückt der Brustkorb, welcher komplett offenen war und immernoch nicht ganz verheilt ist.
Dienstag 17.08.2010:
Heute um 9 Uhr ist Sabrina in Heidelberg eingetroffen. Mit Koffer packen in der Klinik und die letzten Abschlussuntersuchungen, welche noch gemacht wurden, haben wir uns etwas verspätet. Gegen 10:30 sind wir dann in Heidelberg gestartet. Nach ca. 15 Minuten Fahrt sind wir auch schon in Bad Schönborn eingetroffen. Bad Schönborn liegt sogar um ca. 30 km näher für meine Besucher als Heidelberg. Wir haben dann die ganzen Formalien ausgefüllt und eingecheckt. Das Mittagessen war auch noch mit drin. Hier wählt man das Essen einen Tag vorher und bekommt es Mittags an den Tisch gebracht. Abends und Morgens gibt es ein Selbstbedienungsbuffet, solange Vorrat reicht. Deswegen ist dort immer eine große Schlange. Nachdem Mittagessen musste ich noch einige Untersuchungen und Gespräche führen, damit die mir ein Programm zusammenstellen können. Sabrina hat die Termine schneller erledigt, schon die ganzen Koffer hochgeschleppt ins Zimmer und den Kleiderschrank gleich eingeräumt. Nachdem “Einziehen” haben wir die Reha etwas erkundet und sind mit dem Aufzug spazieren gefahren. Jetzt ist es Zeit für das Abendessen und wir haben auch gleich den Walter einen ehemaligen Zimmergenossen von mir aus der Reha getroffen. Danach sind wir dann bald ins Bett, der ganze Einzug war sehr anstrengend und am Mittwoch soll es schon um 06:30 Uhr wieder losgehen.
Mittwoch 18.08.2010:
Der erste Kurtag mit Programm beginnt um 06:30 Uhr. Zuerst gehts zur Blutabnahme um 7 Uhr. Danach kommt das Frühstücksbüffet und um 8 Uhr gehts zum ab jetzt täglichen Verbandswechsel. Danach dann gleich zur Blutgerinnungsmessung INR-Check mittels des Coagucheck-Geräts. Sowohl zur Blutdruckmessung via. Doppler-Glerät. Um 11:45 Uhr kam dann der Sportlehrer zum Aufnahmegespräch und wir gingen in den Kraftraum. Um 13:15 Uhr gabs dann eine entspannte Massage im Sitzen, auf den Bauch kann ich leider nicht liegen wegen dem Steuerkabel welches dort reingeht. Um 14:15 Uhr gabs dann eine Atemtherapie in der Gymnastikhalle. Jetzt kamen nur noch 2 Vorträge um 15:15 Uhr Begrüßung durch den Pflegedienst und um 15:45 Uhr Stress und Stressbewältigung. Damit war das ganze Tagesprogramm erledigt und wir gingen um 17:30 Uhr gleich zum Abendessen. Sabrina hatte ebenfalls volles Programm und so sind wir schon um 21 Uhr eingeschlafen. Heute ist auch der Eckhard noch hinzugekommen, der auch ein neues Herz erhalten hat und ein alter Zimmergenosse in Heidelberg von mir war.
Was sich jeden Tag in der Reha wiederholt und nie ändert:
Donnerstag 19.08.2010 – Mittwoch 15.09.2010:
Ab heute steht das Programm für die komplette Woche fest. Viele Termine werden sich ab jetzt täglich wiederholen. Jeden Tag geht es einmal auf das Laufband (Hamsterrad wie es Sabrina so gern nennt), auf den Ergometer (Radfahren) und in den Kraftraum. Einige Vorträge stehen auch noch an, dies sind aber i. d. R. einmalige Vergnügungen. Selten aber immerhin wird es auch angeboten, gibt es ab und zu eine Massage und eine sogenannte warme Packung. Bei der warmen Packung legt man sich auf ein Spezialkissen gefüllt mit Sand, welcher im Ofen auf 70 Grad erhitzt wird und man 20 Minuten erwärmt wird. Dies hat einen schönen entspannenden Effekt. Das Mittagessen ist im allgemeinen sehr gut und abwechslungsreich. Die Portionen könnten manchmal etwas größer sein. Aber man bekommt auch einen Nachschlag, wenn es nicht reicht
. Frühstück und Abendessen sind zwar immer gleich: Büffet. Aber die Platten mit Wurstangebot und die Brötchen sind eigentlich in Ordnung. Was wir ein bisschen vermissen, sind so Sachen, wie eine Brezel oder ein Laugenwecken. Aber ansonsten verhungern wir hier nicht. Es gibt auch viele Restaurants in Mingolsheim, wo man gut Essen kann.
Samstag 04.09.2010:
Heute ist uns was lustiges passiert. Wie jeden Tag gab es heute Eintopf zum Essen und wir hatten da wirklich keine Lust drauf. Deshalb haben wir entschieden mit dem Eckhard zusammen nach Mingolsheim zu gehen und dort zum Italiener (Da Renato). Das Essen war sehr gut und als wir wieder zurück in der Reha waren, sind wir in den Aufzug mit einer älteren mit Rollator ausgestatteten unscheinbaren Oma. Diese wollte auf Ebene null wir wollten auf Ebene 3 und waren am Haupteingang Ebene 2. Die Oma war schneller am Drücker als wir, also ging der Aufzug zuerst nach unten. Unten öffneten sich die Türen und die Oma ist ganz gemütlich mit ihrem Rollator hinausgewackelt. Dann schlossen sich die Aufzugstüren. Da kam uns so ein Duftwölkchen entgegen. Hat doch die Oma noch einen ziehen gelassen. Puhh das hat gestunken und wir mussten noch nach oben auf unser Stockwerk. Mann wäre das peinlich geworden, wenn der Aufzug zwischendrin nochmal gestoppt hätte. Kurze Zeit später kam dann der Aufzug auf Ebene 3 an und wir sind regelrecht geflüchtet und konnten uns das Lachen nicht mehr verkneifen. Hat doch die alte Stinkbombe einen Gasanschlag auf uns verübt. Den Stinkeaufzug haben wir dann gleich auf Ebene 5 geschickt, um frische Luft abzuholen.
Dienstag 07.09.2010:
Heute geht Sabrinas Reha zuende. Sie hat sozusagen frei und muss noch ihre Koffer packen. Davor will sie nochmal kurz einen Abstecher nach Karlsruhe machen und dort Mittagessen. Morgen müssen wir bzw. ich noch einmal nach Heidelberg einen Zwischencheck machen, ob sich mein Herz schon etwas erholt hat. Vom Gefühl her würde ich sagen, es ist besser geworden. Jetzt heisst es abwarten und morgen wird dann genau nachgeschaut. Ansonsten gibts heute das übliche Reha-Programm, wie oben beschrieben.
Dienstag 14.09.2010 – Endlich mal wieder daheim:
Heute ist meine Reha zuende gegangen. Um Punkt 9 Uhr sind wir dann in Bad Schönborn entlassen worden und haben den Peugeot vollgeladen. Um 12 Uhr waren wir dann pünktlich zum Mittagessen daheim. Ohje hier herrscht ein regelrechtes Chaos ich werde jetzt erstmal alles sortieren müssen! In 4 Monaten ist so einiges liegen geblieben…
Vielen Dank für die vielen Gensungswünsche und Glückwunschkarten, habe mich sehr darüber gefreut.
Bis bald
Euer Micha
PS.: Kommentare werden nicht sofort veröffentlicht, aber landen im System und können dann von mir betrachtet und freigeschaltet werden. Dies liegt daran, dass mir sonst alle möglichen Spämmer den Blog zuspammen.